Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1832935
Y-Veyden , 
Rogier 
van 
der. 
35:5 
in's angebe hatte das Werk die Form eines Altares mit: 
zrvel Elugeln. Das Nlittelbild enthielt, wahrscheinlich neben 
ßlflamlßr, zwei Vorgänge. Der eine stellte Herheubald, einen 
Richter zu Brüssel im 11. Jahrhundert dar, wie er seinen 
Sohn, der ein Mädchen geschändet, am Iiranltenlager mit; 
dem Schwerte durchbohrt. Auf dem anderen sah man (len- 
sclben Richter, wie er dem Bischof, der ihm die Ahsolution 
verweigert, eine Hostie zeigt, welche er durch ein Wunder 
erhalten hatte. Der eine Flügel enthielt auf der inneru Seite 
den Iiaiser Trajan, wie er die Wittwc anbiirluwvelche ihn 
um Gerechtigkeit wegen Ermordung ihres Sohnes anllchlz, 
und auf der iiusseren die Vollziehung der Strafe an dem 
'l'hiiter durch Enthauptung. Der andere Flügel zeigte auf 
der inneren Seite den Payst Gregor den Grossen, wie cr 
den Iiaiser Trajai] vom Loose der Verdamniss entheben soll. 
Die äussere Seite stellte denselben Papst dar, wie er den Sarg 
des 'I'raian betrachtet, in welcher sich zufolge der Legende 
nur noch die Zunge unversehrt fand, weil er nur Worte 
der Gerechtigkeit gesprochen hatte. Diese Bilderwvaren im 
17. Jahrhunderte noch an Ort und Stelle. Miehiels (Les 
peintres brugois, Bruxellcs 1840 S. 122) glaubt, sie scyen 
1695 beim Brand des [Iathhauses zu Grunde gegangen. 
2) Das Reisealtärchen des Kaisers Carl V., ein anerkanntes 
VVerk des älteren Ilogier van der Wcytlen, oder nach Pas- 
savant des II. van Brügge. Dieser berühmte Altar war in. 
der Carthause zu lVIiratlores in Spanien, und wurde 1822 
durch das liunstblatt näher bekannt. Eine Notiz des l:ilo- 
sters sagt, dass liüxlig Juan II. das Altärchen 151145 der Iiir- 
che geschenkt. und dasselbe von Magister Hegel (magno et 
famose Flandresco) gemalt seytt). Dieser Altar besteht aus 
drei gleichgroßen Tafeln, deren Hauptbilder oben abgerun- 
det sind. H. 2 F. 1 Z., Br. 1 F. 4 Z. Sie stellen dar: die 
Geburt Christi, den vom Ilreuze abgenomrnenen Heiland 
von den Seinigen beweint, und Christum, wie er nach der 
Auferstehung der Mutter erscheint. Alle drei Bilder um- 
schliesst eine grau in Grau gemalte, sehr reiche gothische 
Architektur, in welcher kleine Darstellungen aus dem Le- 
ben der Maria erscheinen. Die Ausführung der Bilder ist: 
von der grössten Vollendung und Meisterschaft. die Darstel- 
Iung höchst dramatisch und vollendet im Ausdruck; nament- 
lich ist der eines edlen Schmerzes bei Maria mit dein Leich- 
nam höchst ergreifend, und übertrifft durch Adel und Waltr- 
heit Alles, was bis jetzt in dieser Art von der niederländi- 
schen Iiunst bekannt ist. Das Werk erregte daher schon in 
alten Zeiten die höchste Verwunderung. Wie es aus der 
Carthanse 1mm ist uns nicht bekannt. In Frankreich besass 
es ein VVcinhtindler, und dann Neuwenhuys in Brüssel, wo 
Passavant das Gemälde sah. Neuwenhuys. forderte in ling- 
land einen übertriebenen Preis, endlich aber erwarb der [id- 
nig von Holland das Oratorium Tür seine Gallerie im Haag. 
5) Der grosse Altar im Ilospital zu Bcaune in Burgund. Die- 
ser Altar enthiilt sieben Tafeln, von denen sechs sich auf 
  Dr. VVaagen, Iixmstwerke und Künstler in England II. 235, 
beschreibt dieses Oratorium, welches aber zu jener Zeit dem 
Hans Memling zugeschrieben wurde. Vgl. Passavant, liullät- 
blau 1345 Nr. 59. 
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