Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1832924
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Weyden , 
H ogi er 
Vil D 
der. 
einen Baibolini mit einem Tizian zu verwechseln. Diesem be_ 
stimmten charakteristischen Kennzeichen der hellen bläulichen, 
aus dem flamändisch Derben zum Idealen sich aufschwingen wo]- 
lenden IYIanier Bogens sind auch die beiden Bilder der Nliineh- 
ner Pinakothek  Meleliiseileclfs Opfer, und die Manuasamm- 
lung,  zu denen das {Vlittelbild in Berlin sich befindet, nicht 
entsprechend. Vielmehr sagen sie ganz dem warmen tiefen Ton 
Menilingds zu, dein sie in Miinchen auch zugeschrieben werden, 
Darum sah sich Hugler auf PassavanPs Autorität hin genüthiget. 
den Roger van Brügge von B. van der Weyden zu unterscheiden, 
wir hätten aber von dem ersteren nur ein Paar Bilder, die ganz- 
lieh von jenen des lt. van der VVeyclen verschieden sind, und ih- 
rem Charakter nach zwischen J. van Eycls und l-iemling einge- 
schaltet werden mussten. Damit ist die Hunstgeschichte zwar um 
einen Namen, aber um" keine Aufhhrung in ihrer organischen Ent- 
Wicklung reicher. Also lassen wir diese Paar Bilder, die oiienbql- 
in Memlingk VVeise gemalt sind, unter seinem Namen, da ja auch 
Nlemling in Spanien Werke hinterlassen hat, und die Bilder, wel- 
clie von (Forther kamen, auch eben so wohl von ihm seyn hönngm 
Dann bleibt, wiewuhl nicht mehr zu negiren, der Roger van Brügge 
mit B. van der NVeyden Eine Person, und die Entwicklung der van 
Eyclüsehen Schule liisst sich dann ganz regelniässig und ohne Uu_ 
terbrechung in ihrem Verlaufe weiter verfolgen, und_der Streit 
geht in der einfachen klaren Erhenntniss der geschichtlichen Enb 
Wicklung der Kunst nach organischen Gesbtzen auf. 
Die Werke des älteren liogier Van der Weyden nach 
Dr. Waagen, Kunstblatt 18747 Nr. K15, mit Einschluss jener Bilder, 
welche Passavanl,  1845 Nr. 59 H". und Dr. Förster, Iiunsb 
blatt 1843 Nr. 642. H". dem Roger van Brügge zuschreiben, und mit 
einigen Zusätzen. Sie gehören zu den glanzendsten und bewun, 
derungswiirdigsten IJenlsmäIem der alt-flandrischen Kunst. 
1) Die Gemälde, welche ehedem im Hathhause. zu Brüssel wa_ 
ran. Diese Gemälde waren der Gegenstand hoher BCWurI. 
derung, und alles Lob des Künstlers ging von diesen Bil- 
dem aus. Selbst A. Dürer zollte ihrer Vortrelflichlieit wß 
gen dem Meister Rudiger die grösste dufmerksanikeit. VgL 
Reliquien von A. Dürer, Nürnberg bei Campe S- 88.  
gelehrte Lampsonius, welcher vermuthlich rlein V35?!" die 
Notizen zu seinem Nachtrage über vlamisehe hl-[nsiler gab, 
fand nachC. van Mander ein wahres Bediirlniss, diese Wex-ke 
zuweilen zu sehen. Eine genaue Beschreibung gab er aber 
dem Vasari nicht, denn dieser sagt in seiner zweiten Aug 
lag: nur: sdtnggieri vander: Weyden, il quale fece inuhe 
opere in piu luughi, nia principalmente nella sua Patria, e 
nel palazzo de" Signori quattro ta_vole a olio bellissime (ü 
cose pertinenti alla giustiziaas Durer nennt sie die vivier 
gemalten materien in der goldnen hainnieixu Aus C- van 
Manders Beschreibung, nach welcher sie die Geschichte von 
Archambald etc. vorstellen, wird man eben so [wenig klar, 
als aus jener von Baldinucci (Dec. IX. Sect I. 149), welche;- 
ebenfalls sagt, dass der Künstler den Lolirer Zaleukos und 
den Erchenibaldo di Purhan dargestellt habe. Nach Wau. 
 
muss ein anderer Meister seyn, da er mit den Bildern Scheu- 
reYs nichts gemein hat; Wir hatten damals nach mcht so 
genaue Hunde der Werke SchourePs.
        

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