Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1832865
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YVeyden , 
Bogier 
VäIl 
der. 
von Jan van Eyclt unterrichtet, woher der Beiname Rogier van 
Iirugge kommt, sowie Vasari auch den Jan van Eycls Gio. da Bring, 
gxa" nennt. Wir übergehen hier alle StreitfHfgen über Rogier van 
Brugge und R. van derVWeydenVund machen nur auf die Stellen 
des Vasari aufmerksam, weil sie"einerseits die Schule bezeichnen, 
anderseits die Identität des R- van der VVeVdeu mit R. van Brügge 
darthun, obgleich man sich vor wenigen Jzihreil, bis aufWVautm-ß 
noch nicht. dnranhiclt. Vasari bemerkt in der ersten Ausgabe sei- 
W35 Wßrkeä, dass Gio. da Bruggm den Iluggieri da Bruggia, sei- 
"er! Sßhlilßr, zunrNachfolger in der Oelrnalierei hatte, und noch 
deutlicher sagt er im Leben des Antonello da Messina, dass  
van Eyek dem R. da Bruggia, suo creato. zuletzt das Geheinmiss 
der Oelmalerei anvertraut habe, während dieser seinen Schüler 
"Küsse-c darin einweihte. Diese Angaben bringt Vasari auch im ersten 
Bande seiner zweiten Ausgabe wieder, erhielt abexuwährend de; 
Druckes viele neue Nachrichten über niederländische Künstler, was 
ihn veranlasste, gegen Ende" des dritten Bandes nVite di divers; 
 fiamminghir beizufügen. Jetzt kennt er einen Gidvan Eich da Brug- 
gia. e Uberto suo fratello, und er weiss, dass nach deren Von 
gütig Ptuggieri Vander-Weiden di Bruselles ebenfalls in Oel gß 
malt habe, auf welchen sein Schüler {Havesseir folgte'). 
 Dieser R. van der Weyden ist in Brüssel durch Wauters up- 
kundlich beglaubigt, so dass er nach einem mehrjährigen Aufenh 
 halt in Brügge daselbst sich niederliess. Aus verschiedenen Stellen 
 dortigen Archive: geht nämlich unumstösislich hervor, dass in 
15-39" Brussel vor dem Jahre 1336 und bis 1404 ein Maler Rogier van 
 der Weyden gelebt; und von 1450 bis 1449 die Stelle eines M3- 
lers der Stadt bekleidet habe. In: Jahre 11494, am 5, Oktober, be_ 
stättiget der Prior des Klosters vom Iiauilenberg die Stiftung eine; 
Jahrtages für Meister Rogier von der Weydei) und seine Kivittwg, 
 und du diese Feier nach einer anderen Urkunde auf den 16. Juni 
fiel, so nimmt man jetzt den 10. Juni 1444 als den wahrscheinlis 
chen "Todestag des Meisters. Sein Grabstein war im Umgßnge des 
Chores der St. Gudulaliirche zu Brüssel, und hatte nach Swecrtius 
(Monumente. p. 284) folgende Inschrilt:  
Examinis saxo, Ilogure, sub isto, 
 Qui reruin formas pingcre ductus eras. 
Morta tua Bruxella dolet quud in arte peritum 
Artificem similem non reperire timet.  
Ars etjam moeret, tanto vidnata Magistre, 
Cui par pingenrli nullus in arte fuit. 
Es ist also zur Evidenz bewiesen, dass in Brüssel ein llllelstep 
läogier van der Weydezx gelebt habe, dessen Lob nicht allein der 
Grabstein, sondern auch Bogens Zeitgenosse Facius (De viris il- 
lustribllä 1455, P- 40). und nach ihm alle späteren Schriftsteller 
verkünden. Noch bleibt aber der weitere Beweis zu führen, das; 
der von Cyriacus von Ancona 13-19 (COllUCCi. Antiehitii Picene XXIIL 
145). von dem Anonymus des Morelli im ersten Viertel des 16. Jahr. 
hnnderts, von Vasari und anderen genannte Rogier van Brügge mit 
dem Brüsseler R. van der Weyden wirklich Eine Person sei. Dazu 
verhüllt uns Facius, welcher der Thiitigkeit seines liogierus Galli- 
CIIS, wie er den Künstler nennt, nur in Brüssel gedenkt. Ein 
D 
{Der von Vasari erwähnte Havesse oder Avesse, und der oben 
genannte Ausse ist Hans Hemling oder Memling. "Die im. 
lienische Umwandlung des Namens Hans ist erlslurlich.
        

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