Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1832596
West, 
Benjamin. 
321 
Pf. St. bezahlt. Das unter dem Namen vCl-irist. rejecteda bekannte 
Gemälde ging um 3000 Guiiieen weg, und fur das Gemälde mit 
dem Tode des Admiral Nelson wurden 850 Ff. St. bezahlt. Dieses 
Bild malte er 1306, und liess es nicht um 2000 Pf. ab, obgleich 
die Critik viel auszusetzen hatte. Das grosse Gemälde, Welches 
Christus vorstellt, wie er die Lahmen heilt, die baare Prosa eine, 
an Phantasie und Begeisterung armen Geistes, wovon sich Dr. Waa- 
gen so unangenehm berührt fand, wurde von der British Institution 
m11 5000 Pf. St. bezahlt. Es ist eines der letzteren Werke des Mei- 
sters, welcher unbegreillicher Weise sein Lebelang ausserordent- 
liclies Glück machte. Bei der Ausstellung dieses Bildes drängte sich 
alles hin, um es zu sehen, und des Lobes war kein Ende. Das 
Institut glaubte daher einen solchen Schatz für England retten zu 
müssen, und erlaubte dein Iiiinstler eine Replik zu machen, du 
das Gemälde fiir das Quiickerhospital in Philadelphiai bestimmt war. 
West schenkte die YVieilerholung dein Spital, welches dadurch 
einen bedeutenden Fond erlangte. Bei der Ausstellung war der 
Ertrag so bedeutend, dass das Ilospitalgcbiiude davon erweitert, und 
zur Aufnahme einer griisseren Anzahl von Kranken eingerichtet 
werden konnte. Das Originalgemiilde ging durch Geschenk der 
brittischen Institution in die National-Gallcrie zu London über, 
wo die mächtigen Dimensionen den Raum beengen. In dieser Gal- 
leric ist auch das g F. breite Abendmahl des Herrn, eiil würdiges 
Gegenstück zur Heilung des Lahmen. West fertigte die Skizze 
schon 180.1, führte sie aber erst später ins Grosse aus. Weit vor- 
züglicher als diese Bilder ist aber ein kleines Gemälde der Gallcrie, 
Orestes und Pylades, dessen wir schon oben erwähnt haben. Das 
vierte Gemälde, welches die Gallerie von West zählt, stellt die 
Verbannung des Cleoinbrotus durch Leonidas vor. Waagen zieht 
es ebenfalls den grossen biblischen Darstellungen vor, obgleich der 
Ton kühler, und die Coiuposition undeutlicher ist, als jene mit 
Orestes. Im Sitzungssaal: der Akademie sieht man ein grosses Bild, 
welches Christus vorstellt, wie er die liinrler segnet, es gehört aber" 
zu seinen schwächeren Hervorbringungeii. Von liirchengeiniililen 
in London nennen wir die Steinigung dds heil. Stephan in der 
Kirche des Heiligen. Drei berühmte, durch treiTliche liupfersticbe 
bekannte Bilder befinden sich in der Grosvenor. Gallerie, .welclie 
dun Marqnis von Westminster gehört. Hier ist der Tod des Ge- 
neral VVolfe, das friihere Gegenstück zum Tod des Genera] Nel. 
5011. Letzterer sagte bei der Betrachtung des Gemäldes des stcr- 
banden Siegers von Quebeck, dass er nichts Besseres wünschen 
könne, als in einem solchen Bilde gefeiert zu werden, wenn er 
einst den Tod für's Vaterland sterben sollte. Nclsorfs Wunsch 
ging in Erfüllung, das Gemälde steht aber  mit dem Tode 
Wolfäs weit nach. Dieses Bild setzt Waagen uber alle anderen 
biblischen und mythologischen Darstellungen, welche er_von West 
gesehen hatte. Man fiililt, dass er hier innerlich ergriffen war. 
Der ganze Vorgang wird uns wahr und lebendig vor Augen ge- 
führt, die Köpfe sind individuell und voll Gcfulil, die Wirkung 
vortrefflich. Nur die Färbung, obgleich ungleich lebhafter als meist, 
hat immer etwas Trübes; besonders ist der Hintergrund schiver- 
fällig im Ton. Dieses Bild wurde 1829 auf der Versteigerung um. 
500 Guineen gekauft. Oder kam 182i) eine Vviederliolung nach 
Balilptoncourt? Das zweite Gemälde in der Grosvenorgallerie, wel- 
Cheß 1820 um 570 Guineen gekauft wurde, stellt die Schlacht von. 
lß Hugue dar. Es hat, wenn gleich nicht in demselben Grade, ähnli- 
che Verdienste, und ist dabei klarer und wärmer in der Farbe. 
Eben S0 verworren in der Cumposition, als dunkel und trübe in 
Naglefs Künstler-Lax. Bd. XXI. 21
        

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