Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1832572
West , 
Benjamin. 
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Ugolino, sahuiian noch früher Orestes und Pylades, welche als 
Opfer vor Iphigenia gebracht werden. Dieses Bild ist eines der 
schönsten Werlie des Meisters, da es nicht allein in der Compu- 
sition und in den Formen etwas Edles und Einfaches hat, son- 
dern ilUCll in einem klaren, mässig warmen, harmonischen Ton 
gemalt ist. Es erregte bei der Ausstellhng ungenieine Verwunde- 
rung. du zu jener Zeit in England der Versuch im historischen 
Fache etwas Unerhörtes war. Allein bei aller Theilnahrne, selbst 
von Personen vom höchsten Range, fand der Orestes keinen Häu- 
fer- Endlich ltaufte Mr. A. Giddes das Bild, welcher es 177i durch 
J. Basire stechen liess. Später erwarb der Ritter Beaumont das- 
selbe und schenkte es der Nationalgallerie. Die geringe Theil- 
nahme, welche der Historiennialerci in der früheren Zeit des Mei- 
sters zu Theil wurde, bewog diesen, auch viele Bildnisse zu ma- 
len, da sich der hohe Adel gerne hingab , Ebenbilder der Familie 
von den Tapeten herabblicken zu lassen. Doch fuhr West fort, 
alljährlich die Zahl seiner historischen Erzeugnisse zu vermehren, 
und konnte dieses um so leichter durchführen, als er 1772 zum 
Bisturiennialer des Königs mit einem Gehalt von 1000 Pf. St. er- 
nannt worden war. ln der Folge kamen noch andere Aemter mit 
Besoldung hinzu. So wurde cr 1791 Inspektor der Gallerie des Kö- 
nigs, und dann Präsident der Akademie. Fast gleichzeitig wählte 
ihn die Gesellschaft der Dilettanten, und jene der Alterthumsfreunde 
zum Mitgliede. Im Jahre 1801 wurde er auch Vorsteher des Fünd- 
ling Hospitals, dann 1803 Mitglied des Boyal Institutes. Der K5- 
nig wendete ihm fortwährend seine Gunst zu, und gab ihm ehren- 
volle Aufträge. Auf Befehl desselben verzierte er die neuen Zim- 
nier im Schlosse zu Windsor. In der Hofltapelle daselbst sind 
mehrere Altarbilder von ihm, wie die Himmelfahrt Christi, Moses 
und Aaron vor Pharao, Paulus auf Malta, Christus am Ufer des 
Jordan , der Untergang des ägyptischen Heeres iin rothen Meere, 
und der Heiland mit den Aposteln, iibcr dem Hauptaltare 1787 
aufgestellt. Zu den Fenstergeiiiiilileii fertigte er die Cartons, nach 
welchen Forest von 1792  90 seine llunst in der Schmelzmalerei 
zcigie, aber nichts weniger als Werke lieferte. wie sie die gute 
Zeit der. Kunst hervorbrachte. Statt Gluth und Farbenpracht sieht 
man nur düstere Farben, welche das Gefühl von Trauer erregen. 
Die Fenster stellen die Verkündigung der Engel an die Hirten, 
die Anbetung der Hirten und der Weisen dar. Fiir die Audienz- 
ziiiimer des Schlosses liess der Iiiiiiig sechs grossc Gemälde aus- 
fiihrcii, deren Gegenstände der Geschichte des Iliiiiigs Edward llI. 
entnommen sind. Die erste Scene spielt nach der Schlacht bei 
Cressy. wo Edward seinen siegreichen Prinzen umarmt, welcher 
dein Iiiinig von Böhmen Leben und Helinbusch genommen hatte. 
Iiii zweiten Bilde spielt die Königin Philippa die Hauptrolle. Sie 
besiegte bei Nevils Cross den König David von Schottland, wäh- 
rend Edward Calais belagerte. Die siegreiche Königin erscheint: 
auf einem Zelter von Bischöfen und Baronen umringt, und du- 
Schottenliiiiiig ergibt sich in der Ferne an John Copeland. Im. 
dritten Bild bittet Philippa für die gefangenen Bürger von Calais, 
das vierte schildert die Einsetzung des Ordens vom Ilosenbaiiclc 
In der Cnpelle zu VVindsor, und auf dem fünften Gemälde sieht 
man den liiinig Johann von Frankreich mit seinem Sohne iin Zelte 
des SCllVfilYZell Prinzen, welcher sie in der Schlacht von Poitiers 
gelangen genommen hatte. Das sechste Gemälde fand in der Mitte 
des Ordcnsziininers eine Stelle, und hat den Sieg des heil. Georg 
"lfe" am Drachen zum Gegenstande. Diese Werke VVesUs müäilßß 
"f" u-Wh der ltestauriitiou des Schlosses iNindsor mit einem im
        

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