Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1832125
Weller, TlIEOdOP LCOPOlCI, Genremaler, wurde 1802 zu Mann- 
heim geboren, und erfreute sich als der Sohn eines grossherzog- 
liehen liailzlei-Rathes einer sorgfältigen Erziehung. .Er besuchte 
das Gymnasium: hatte aber von jeher eine solche Vorliebe fiir die 
Kunst, dass er bald die Bücher mit dem Griffel vertauschtc. Er 
besuchte die Kunstschule seiner Vaterstadt, und begab sich dann 
zur weiteren Ausbildung nach München , Wo er an der Akademie 
der Iiiinste unter P. v. Langer ernste Studien machte. Er zeich- 
nete viel nach der Antike und dem lebenden Modelle, und fand 
 schon 1820 auf der Iiunstausstellung mit einem nach der Natur 
gemalten Akt Beifall, sowie auch seine Zeichnungen zu den schön- 
sten Jugendarbeiten dieser Art gehörten. Auf der folgenden Aus- 
stellung (1825) erschien Weller schon mit historischen Gemälden, 
welche das Gepräge der Langeüschen Schule tragen. dessen er sich 
in der Folge ganz entäusserte. Das eine dieser Bilder stellt David 
mit der Harfe vor Saul dar, das andere Maria mit demliinde und 
Johannes, und das dritte zeigt den Lacedaemonier Othryadcs, wie 
er auf dem Schlachtfelde ein Siegeszeichen errichtet. Nach einiger 
Zeit begab sich Weller nach Rom, wo er jetzt eine neue Rich- 
tung einschlug, und grossen Ruf erwarb. Th. Weller und Ernst 
Meyer von Altona machten zur deutschen Genrenialerei, beson- 
ders in Darstellung des italienischen Volkslebens, den Anfang, und 
sie fand durch diese Künstler allgemeinen Eingang. Er ist dem 
Leopold Robert verwandt, nur sind seine Ideen nicht so hoch, 
als jene Robert's, welcher seinen italienischen Volksscenen fast ei- 
nen historischen Charakter zu verleihen wusste. Weller erfasste 
das Leben von seiner liebenswürdigen, naiven Seite, und entwi- 
ckelte ein ausgezeichnetes Talent für idyllische Darstellungen. In 
seinen Gemälden spielen edle und schöne Gestalten, theils in ge- 
müthlicher Ruhe, theils in miissiger Freude. Er weiss auch das 
Geiniith zu rühren, ist aber eben so ferne von erschütternden See- 
neu, als von sprudelnden: Witze. Sein edler Sinn bewahrte ihn 
vor dem Gemeinen. Er hält die liebenswürdige Mitte bei psycho. 
logischer Wahrheit der Darstellung. Einen besonderen Reiz ge- 
währt auch die blühende, lebensvvarme Färbung, und die unge- 
kiinstelte Meisterschaft des Vortrages. Seine Werke sind überall 
hin zerstreut. Mehrere Bilder aus der Zeit seines früheren italie- 
nischen Aufenthaltes kamen in die Sammlung des Ritters Thor- 
waldsen, und sind jetzt in Copenhagen. Andere erwarb der König 
von Wiirternbcrg für die Villa des Rosenstein bei Stuttgart. Auch 
der Grossherzog von Baden ist im Besitze trefflicher Gemälde von 
der Hand dieses Künstlers. Einige seiner schönsten Bilder sind 
durch lithographische Nachbildungen bekannt. 
Weller verlebte als badischer Hofmaler eine Reihe von Jahren 
in Rom, und wurde dann Gal lerie-Direktor in Mannheim, 
Eine italienische Familie am Sonntagsmorgen, nach einem be- 
riihmten Bilde von Leon Noel fiir den Mannheimer Kunstverein 
1854 lithographirt, qu. fol. 
Die Italienerin mit ihrem Binde am Gefängnisse ihres Mannes, 
, lith. von Remy, gr. fol.  
Der römische Gefangene, das obige Bild, von G. R. lNard in 
Mezzotinto gestochen 1853i S!" fol-  
Der Gefangene, lith. von L. Noel für den Mannheimer Hunst- 
verein 1855, gr. fol. 
Der kleine Musikant, lith. von Schuppen, kl. fol. 
Eine Bäuerin aus Brannenburg im bayerischen Hochlande bei 
ihrem schlafenden liinde; lithographirt von FJIanfstängel für den 
sächsischen Kunstverein 1858, roy. fol.
        

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