Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1832072
den Künstler in Berlin anzustellen, als seine Neider beim Kö- 
nige Friedrich Wilhelm II. die Sache hintertrieben. Ei- erhielt 
aber den Auftrag, die Bildnisse der Kronprinzessin, der Prinzes- 
sin Louise und des Ministers von Heynitz in Lebensgrösse zu 
malen. Nach Beendigung dieser Bilder kehrte Weitsch nach Braun- 
schweig zurück, wo er endlich 179? einen Ruf als Hofmaler und 
Direktor der Akademie nach Berlin erhielt. VVeitscli zählte da 
unter den Künstlern mehrere Freunde, aber auch Widersager, 
welche seine Werke, öffentlich herabsetzten , und in Schinähschrif- 
ten sich ergingen. Er malte in Berlin nicht allein Bildnisse, son- 
dern auch historische Darstellungen, Idyllen, Landschaften mit 
Tliieren, und Schlachtstücke. Im Jahre 1804 brachte er ein grosses 
Gemälde zur Ausstellung, den Tod des Borminna nach Ossian, in 
welchem die Critik viel zu tadeln fand. Auf einer Reise nach Dres- 
den copirle er das Bild der heil. Cäcilia von G. Dolce, und er. 
regte die Bewunderung der Künstler. Die folgende Zeit der Kriegs- 
unruhen war aber der Kunst nicht günstig, und Weitsch musste zu- 
frieden seyn, dass er bei einem Verluste von 10000 Thl. seine kost- 
bare Sammlung von Gemälden und Hzndzeichnungen gerettet hatte. 
im Jahre 1303 wurde er nach Stettin berufen, um das Bildniss des 
Marschalls Soult fiir den Saal der Marschälle in Paris zu malen. 
Soult erscheint in Lebensgrösse und in frappanter Aehnlichkeit. 
Der IYIarschall wollte sich auch auf einer Parforce-Jagd darge- 
stellt wissen, und verlangte eine Skizze zu einem 16 F. breiten 
Gemälde; allein Napoleon glaubte als Ober-Parforce-Jäger keinen 
anderen dulden zu dürfen , und die Ausführung des grossen Bil. 
des uiiterblieb. Weitsch malte aber später noch viele Werke, wel- 
che init grossem Beifall aufgenommen wurden. In der Sammlung 
der Akademie fanden zwei grosse Gemälde Platz , wovon das eine 
das Opfer des Crodo, welchem auf der Harzbiirg die Erstgebornen 
dargebracht wurden, das andere die Schule des Plato schildert, 
wie Diogenes den geruplten Hahn laufen lässt. In einem Zimmer 
der Königin zu Potsdam sah man ein grosses Gemälde mit Barden, 
welche bei Fackelschein das Lob der Comala besingen. Der Tod, 
der Boriniiina gilt als Gegenstück. In der Garnisonskirche zu 
Potsdam ist neben anderen eine Anbetunä_ der Hirten mit 15 le- 
bensgrossen Figuren. Im k. _Palais zu Ber in_ fand das grosse Ge- 
mälde der Dorotheen-Pust, die Batterie wor Anklam mit dem grus- 
sen Churfiirsten und seiner Gemahlin Dorothea, eine Stelle. Auch 
zwei Schlachthilder erregten Aufsehen, die Üifrßlelluilg der Schlacht 
an der liatzbach (1814), und der Sehlachtbei Bar-sur-Aube (1313), 
In einem andern ärossen Gemälde von 1811i stellte er die Befreier 
Europaä dar, be annt durch den Stich von Berger. Ueberdiess 
finden sich noch viele andere historische, niytholoäische und 
allegorische Bilder von ihm. Mehrere behandelntSto e aus der 
preussischen Geschichte, andere Scenen aus dem LebenlFriedrich 
des Grossen. Dazu kommen noch viele Landschaften und Ansich- 
ten, theils mit mythologischer Staffage, theils mit Thieren. Nam- 
haft ist eine Ansicht des Chimboriisso nach einer Skizze des A. v. 
Humboldt. Dieser selbst erscheint im Vorgrunde mit Bonplant un- 
ter Palmen von Indianern umgeben. Das Gegenstück (1310) szellg 
den Hafen St. Peter und Paul auf Kamtschatka dar, mit dem Schiffe, 
auf welchem lirusenstern die Reise um die Welt machte. Diese; 
Gemälde kam in das k. Schloss. Im Zimmer der Königin zu Puts- 
dam Sah man eine grosse Landschaft mit Vieh. Eines seiner letz- 
ten Gemälde (1324) ist in der St. Andreaskirche zu Braunschweig, 
als äpitaphium seiner Eltern. Es stellt die Verkündigung der Hir- 
ten ar. '
        

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