Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1832060
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TVeitsch ; 
Friedrich 
Georg. 
1) Ein junger Stier stehend bei drei liegenden Sehanfen. Link; 
am Hügel der Hirt und die Hirtin. Joh. F. Weitsch f., qu.4_ 
2) Ein stehender Stier bei einer liegenden Kuh und einem 
Schazfe auf landsehaftlichem Grunde. Joh. F. Weitsch f. 
u. . 
3) gier schöne Landschaften mit Schaafen und Lämmern. J. 
F. Weitsch f., qu. 8. 
4) Drei Landschaften mit Ziegen, und eine vierte mit Schan. 
fen, zarter und geistreieher radirt, als die obigen Blälteig 
J.' F. Weitsch inv. et iecin, qu. 8. 
Weuseh, Friedrich GGOPQ, Historien- und Landschaftsmaler, 
der Sohn des Pascha Weitseb, wurde 1758 zudiraunschwcig ge- 
boren, und musste sich den Wissenschaften widmen, so dass e;- 
als Student nur Abends bei Licht zeichnen konnte. In lVIussestun. 
den eopirte er aber Zeichnungen seines Vaters, und zeichnete 
nochlmehr nach dessen Gypsmodellen von Thieren, _wodurch er 
auf jene Bahn geleitet wurde, auf welcher Pascha Weitsch Seinen 
Ruf vriindete. Im Jahre 1776 kam er nach Cassel, wo ihn W_ 
 Tischhein aufnahm. Er eopirte da einige Bilder von Potter und 
"Rosa di Tovoli, und diese Meister blieben vor allen sein Vor. 
bild, da er für Laudsehafts- und Thiermalerei entschieden haut 
Nach seiner Rückkehr nach Braunschweig fand er in der Steh- 
wassefschen Lackirfabrik Beschäftigung, indem er Imndschaften 
auf Teller und Tischplatten malte, welche damals grossen Ab- 
satz fanden. Im Jahre 1780 musste er sich aber wider Willen zum 
Bildnissmalen bequemen. was ihm Anfangs gar nicht gelingen 
wollte, da er kein Leben in die Farben brachte. Endlich über 
(1788) musste er auf Befehl des Herzogs Bildnisse hoher Personen 
"von A. Graff copiren, auch andere Personen nach dem Leben ma_ 
len, und Werke von Spagnolet und Rubens nachbilden, was auf 
seine Ausbildung einen so wohltheitigen Einfluss hatte, dass er 
selbst als Portraitmaler Aufmerksamkeit erregte, und in der Folge 
Ruhm erwarb. Im Jahre 1784 begab er sich mit seinem Bru. 
der nach Italien, um in Rum. Neapel und Florenz die Antike 
und die Werke der neueren italienischen Malerschulen zu studi- 
ren. Bei dieser Gelegenheit copirte er in Florenz mehrere Kiinst. 
1er Bildnisse in der Tribune, und RafaePs Bild der Madonna 
della Sedia. Diese Copie gelang ihm sehr wohl. 80'439! sie 
der Grossherzog Leopold erwarb, um damit Seiner Schwester in 
Sganien ein Geschenk zu machen. Dieser erlaubte auch dem 
Künstler, eine zweite Copie für sich zu machen, und gab ihm den 
weiteren Auftrag, eine Skizze zu-seinem eigenen lebensgrossen 
Bildnisse für den Sitzungssaal in Pisa zu malen. Diese Bestellung 
wurde indessen hintertrieben, und der Künstler kehrte mit der 
Skizze nach seiner Heimath zurück. Jetzt malte er in Braunschweig 
meistens Bildnisse, darunter jenes des Abtes Jerusalem, und seines 
Vaters (1790). Der Pascha Weitseh 1st lebensgross im Schlafs-eck 
dargestellt, wie er die Rechte auf einen weissen Pudel legt. Die. 
ses Bild sieht man seit 1850 in der akademischen Gallerie zu Ber. 
lin. Von zwei anderen grossen Bilduissen merkwürdiger Personen 
stellt das eine den russischen Artillerie-General von Meyendurf 
im Pelzrocke vor dem Zelte, das andere den Erbprinzen von 
Braunschweig zu" Pferd dar. Im Jahre 1794 erregte auf der Kunst- 
ausstellung zu Berlin das Bildniss des Pascha Weitsch, und die 
Copie der Madonna della Sedia solchen Beifall. dass der Minister 
von Heynitz den Künstler aulforderte, nach Berlin zu kommen. 
Er stellte ihn dem Kronprinzen vor, und schon war beschlossen,
        

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