Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1832054
Weitsch , 
Johann 
Friedrich. 
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zwei frivßisßlte Hülle. und brachte noch mehrere andere Hausthierc 
an, welche alle in Lebensgriisse erschienen. In der ersten Periode 
lieferte er nur kleine Bilder, meistens Ansichten von Städten, Klö- 
stern nnd Dörfern. Sie sind in einem warmen und durchsichtigen 
Toneschr fleissig vollendet. Im landschaftlichen Theilß, beson- 
ders in den Bäumen, erinnern sie an die Weise von Both und 
Muucheruxt. In der zweiten Periode wurde das Format seiner Ge- 
mälde immer grbsser, und der Ton männlicher und kräftiger. Er 
malte gerne Waldgegenden mit Bergen und Ruinen, und auf Wie- 
sen weidet das Vieh. Die Thiere sind immer sorgfältig ausgeführt, 
so wie Weitsch überhaupt nichts flüchtig behandelte, In seinen 
Waldlandschaften, worin man ihm den Vorzug vor allen Meistern 
einräumte, ist bei aller Kraft Alles klar bis zum Hintergrund; 
denn er malte so ar die hinteren Parthien aus, ohne darauf zu 
achten, dass HIIHICEIGE schöne Theil wieder von den vorderen Bäu- 
men und Blätter bedeckt wurde. Die Gesetze der Perspektive hatte 
er genau inne, und daher herrscht in allen seinen Compositionen 
grosse Deutlichkeit. Den Mittelpunkt der Thierwelt bildet ge- 
iviitinlich der Stier, oder eine Iiuh, beide gedeckt und in vur- 
ragender Stellung. Bei Waldgegenrlen dominirt die deutsche Eiche, 
in der Weise des Buysdael und Moucheron, aber bei strengere! 
Beobachtung der Naturform. Sein Lieblingsaufenthalt war der Ei- 
chenwald in der Nähe von Braunschweig und Salzdahlum. Hier be- 
obachtete er die Natur und ihre Erscheinungen, hier machte er seine 
Studien. da sah er seine liiihe und Stiere werden, fand er eine 
Auswahl anderer Thicre. Die Mitwelt pries ihn als Künstler, und 
seine Werke landen den Weg nach allen Richtungen. Die An- 
zahl seiner Gemälde ist sehr gross, und die Zeichnungen gehen 
in die Tausende. Es ist aber keine vollendet. Viehstiicke pflegte 
er im Geschmacke von van de Velde und Potter in rother und 
schwarzer Kreide, Schaafe in der Manier des H. ltoos zu zeich- 
nen, aber Alles nur im Umriss. Seine Vorbilder waren die älteren 
holländischen Meister, von deren Werken er eine merkwürdige 
Iienntniss hatte.  
"Weitscti erhielt 1778 das Ehrendiplom eines Professors derAka- 
demie in Düsseldorf. Damals war lirahe Direktor, welchem die. 
von Weitsch gemalten Waldlandschaften mit Vieh ausserordent- 
lich gefielen. Im Jahre 1788 wurde er zum Inspektor der Gallerie 
in Salzduhlurn ernannt, und blieb daselbst bis an seinen 1305 er- 
folgten Tod. Das von  G. Weitsch gemalte Bildniss dieses Mei- 
sters wurde 1830 fur die Gemälde-Sammlung der k. Akademie in 
Berlin angekauft. Chodowiecky hat das Bildniss des Pascha Weitsch 
treFrlich radirt. Er erscheint in einem fast orientalischen Costiim. 
Fiissly jun. gibt eine weitläufige Biographie des Pascha, und Hof- 
rnth Pockels kündigte 180g ebenfalls eine Lebensgeschichte dieses 
Mannes an, welche aber nicht erschien. 
G. W. Weise stach nach ihm die Ansicht der Itosstrappe am 
untern Harz, gr. qu. fol. 
Prospekte von Pyrmont, 8 Blätter von C. G. Geyser für Mar- 
cuardk Beschreibung der Bäder von Pyrmont (1784) radirt, 3. 
Eigenhändige Radirungen. 
Wir haben von diesem Meister eine seltene Folge von tt 
numnierirten Landschaften mit Kühen , Ziegen, Schaafen, Hirten 
etc. Der liiinstler hatte wenig Uebung im Radiren, und die Plat- 
te" sind llieils zu stark, tlieils zu schwach geätzt. Er bezeichnete 
die Blätter mit dem Namen: F. Weitsch inv. et. fccit, und idlß 
1'111 T. trügt die Jahrzahl 1706. qu. 8., qu. 4.
        

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