Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829531
Vries , 
Hans 
VTredenxan 
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niet bei zijne handen, 0m dit zijn betrug, in den drek mogt fal- 
10H". Von Hamburg aus ging der Künstler nach Danzig, wo er 
den Orpheus von Thieren umgeben malte. In der Rathskammer 
daselbst hinterliess er acht Gemälde, welche in Perspektiven alle- 
gOFlSClIO Figuren Regententugenden vorstellen, wie die Gerech- 
tigkeit im Gegensatze zur Ungerechtigkeit, den klugen Bath, die 
Gottesfurcht in einem modernen Tempel, die Eintracht, die Frei. 
heit, die Standhaftigkeit und das Urtlieil. Das achte Bild. das 
reichste von allen , zeigt eine Arkade mit Treppen. Ein Hund ist 
als Svmbol der Treue von der Zwietracht. dem Aufruhr, dem Ver- 
rathfdem Neid und anderen Lastern gefangen gehalten. Auf der 
Rückreise von Danzig knin de Vries wieder nach Hamburg? wo er 
jetzt im Hause des Hans Lommel ein Plafondbild, perspe itlVlSChG 
Darstellungen und Grotesken malte, welche vielleicht im Grotes- 
lienbiichc erhalten sind. Zu dieser Zeit hatte er an seinem Sohne 
Paulus bereits einen tüchtigenliehiilten, welcher in die Hunst des 
Vaters vollkommen eingeweiht war. Er nahm ihn von Hamburg 
aus init sich nach Prag, ivo_ liaiser Rudolph II. den Künstler mit 
vielen Aufträgen beehrte. Vries malte im Schlosse einen 200 F. lan- 
gen und 3Q F. breiten Plafond. In der Mitte war ein grosses Rund, 
welches den Saal ullen liess, und die übrigen Räume waren mit 
Arabeshen und verzierten" Pilastern geschmückt. An der Decke 
eines anderen Saales stellte er in der Mitte den Jupiter mit dem 
Blitze dar, von unten nach oben gesehen. _D'ie zwölf Monate füll- 
ten in mannigfaltiger Verbindung dieubrigen Räume. Dann de- 
corirte de Vries auch noch andere Zimmer des Kaisers und die 
Säle, wo er seine Gemälde aufstellte. Ferner legte er einen gehei- 
men Gang an, durch welchen der Kaiser unbemerkt aus und in 
die Residenz gelangen konnte. In der Sehlosskapelle ist ein Altar- 
werli mit zwei Flügeln, welche er durch äemalte Arehiteknr in 
Verbindung brachte. Auf dem einen Fluge stellte Spranger die 
drei Mai-inen, auf dem anderen Joseph Zwitser die Jiinger in Ernaus 
dar. Von Pra aus begab sich de Vries wieder nach Hamburg, wo er 
jetzt die beiden oben erwähnten Altarbilder in der Petrikirehe ge- 
malt zu haben scheint. Endlich bewog ihn Gillis Coignet, nach 
Amsterdam zu gehen, wohin er ein Bild desqThurnis von Babel 
mit sich nahm, welches zu G. van Mandefs Zeit ein Pieter Over- 
lander besass. Dieses Gemälde machte dein Künstler viel Ar- 
beit, und es litten soäar seine Augen dabei, Dennoch hatte er 
keine Ruhe. Er zog ald darauf mit seiner Familie nach dem 
Haag, dann wieder nach Hamburg, und endlich nach Antwerpen, 
wo ihn van lYIander verlässt. Iininerzeel behauptet, dass der Künst- 
ler 1588 zu Antwerpen gestorben sei; allein nach van Mander gab 
er 160i zu Antwerpen mit seinen Söhnen Paul und Salomen noch 
ein architektonisches Werk in 50 Blättern heraus. Diess ist wahr- 
scheinlich seine Perspektive, welche 160d bei Heinrich Hondius er- 
schien. Diesem Werke ist das Bildniss des Meisters beigegeben, 
Aetatis 77, was mit der Jahrzahl 1604 stimmt. Auch in dem Werke 
von C. van Mander findet man das Bildniss von Vredeman de 
Vries, mit der Lobsehrift:  
Pictoi-iim summus, celebrat ciuos Optica virtus  
Friso, probant artem Regia tecta tuam. 
Cum tua sint opera haec variis subnixa eolumnis, 
Speetabit longo tempore posteritas. l  
Diese Prophezeihung ist nicht eingetroffen; denn die Werke 
des Künstlers sind zu Grunde gegangen, oder verschollen. liinrge 
wogen noch unbekannt liegen. In der k. k. Galleric zu Wien 181
        

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