Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1831348
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WVecklcr , 
Georg. 
von der Kaiserin Elisabeth gekauft. Die Schönheit desselben be- 
wog den Kaiser Alexander, bei ihm zwei Landschaften zu bestel- 
len, welche die kaiserlichen Landsitze Iiameni Ostrow und Jelagin 
vorstellen. Diese Bilder überraschten den Dllonarchen so sehr, das; 
er den jungen Künstler 1822 zum tVIosaih-Meister der k. Akademie 
in St. Petersburg ernannte. lm Jahre 1824 überreichte er dem k, 
Hofe vier Ansichten der Gegend von Petersburg, und !825 unter- 
nahm er in der Eremitage die Copie des Capuzitierkltlkters von 
Granet. Während dieser Arbeit schien ihm der Tod des liaisers 
Alexander seine so glänzend begonnene Laufbahn stören zu wo]. 
len, allein der Minister stellte dem Kaiser Nikolaus I. die grosse 
Copie nach Granet vor, welche dem Monarchen so wohl gefiel, 
dass er dem Künstler eine ansehnliche Summe ausbezahlen lies; 
und ihm einen kostbaren Brillantring schenkte. 1m Jahre 13-25; 
bestellte der Iiaiser eine Copie des berühmten Viehstiicltes von p_ 
Pottcr in der Eremitage, und als Pendant die Landschaft mit de, 
Flucht nach Aegypten von C. Lorrain. Nach fiinf Jahren hatte er! 
seine schwierige Aufgabe gelöst, und Jedermann bewunderte die 
genaue Zeichnung und die Farbenpracht dieser aus Tausenden von 
Glasstiften zusammen gesetzten Bilder. 
Im Jahre 1854 verlieh ihm der liaiser eine Pension zur Rßise 
nach Italien, um in Ptom seine Ausbildung zu vollenden. Hie;- 
verschaiTte er sich vor allem eine genaue lianntniss der alter. und 
neuen Brlosailt, sah aber bald, dass die römischen Arbeiten den 
reinigen bei weitem tiachstamlen, und schöpfte daher den lVIllth 
ein grosses 'VVerlt zu beginnen, niitnlioh liafaePs berühmte 1311,15, 
figuration in der Höhe von  Elle in iVlosaili zu copiren. Die 
150 Mosaiker, welche er in Rom kennen gelernt hatte, schütte]. 
ten über den Uutertlehmungsgeist des Russen bedenklich den linpf. 
denn seit Rafaehs Zeit hatte in Rom ltein Künstler sich an (liege; 
Werk gewagtt). Selbst der russische Gesandte rieth dem Ülüislel- 
VVecltlcr von (seinem Unternehmen ab, allein dieser vertraute auf 
Seine Fähigkeit, und ging im April 1855 muthig an die Arbeit 
die von frühem Morgen bis spät Abends dauerte. Im Mai 135-; 
war das NVerk vollendet, und wurde, noch nicht abgeschliffen, von 
Künstlern und linnstfreunden, ja selbst von Sr. Llciligheit be_ 
wundert. Der Papst erwies sich dem liiinstler sehr gnädig, und 
gab ihm eigenhändig die goldene Medaille mit seinem Bildnism 
lYlan bot ihm vergebens 12000 Scudi, da er sich seinem N1()Klar- 
,chen zu Dank verpflichtet fühlte. Nach St. Petersburg zuriickge. 
kehrt, liess ihm der Kaiser sogleich 5005 Rubel aushezahlen, und 
weitere 20000 Buiel erhielt er nach der Abschlcilung des Bildes 
Auch setzte ihm der Monarch ein Jahrgehalt von 501m Rubel a6; 
welcher nach dem 'l'ode des Iiiinstlers auf seine Gattin iibergelit, 
Durch einen Ultas vom 16. März 1858 wurde er zum Hof-Nlosaiki 
Meister, und zum Mitglied der lt. Ahadetxiie ernannt. Die Cupic 
der Transfiguration ist ein Meisterwerk der neueren Mosaik, und 
findet ihres Gleichen nicht, da sie im Geiste ItafaePs erlässt, und 
bis zu den feinsten Nuancen des Pinsels in glänzend tiiuschende, 
Vyahl-heit gegeben ist. Durch VVßClilCf hat die musivische Kunst 
eine früher nie gekannte Vollendung erreicht. ln einiger Entfer- 
nung verschwindet in seitieti Bildern das tausendfache Gefüge, und 
 
v 
RaHneli copirte in noch viel größerem Massstabe das Abßnd. 
umhl des Leonardo da Vinci in Mosaik, gahb aber einen 
giiinzvnml cnlnrirlen Canon, nicht die Feinheit und scharfe 
(Ä-hüiillxwfillili des Originals. 
        

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