Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1831114
YVatteau , 
Antoine. 
173 
scheinen. Dabei ist Alles mit grösster Leichtigkeit und geistreich 
behandelt, und auch in Hinsieht auf Frische, Klarheit. und Har- 
monie der Farben steht Watteau den griissten Dleistern gleich. Die 
Zeichnung verrüth überall Studium der Natur, wenn auch die Be- 
wegungen der Figuren theatralische Iluust verrathen. Was man 
auch einwenden wolle, Watteau bleibt immer einer der geistreich- 
sten und liebenswiirdigsten Genremaler. 
Watteau wurde 1717 Mitglied der Akademie in Paris, unter 
dem Titel eines nPeintre de fetes galantes du R0i,tc da zu jener 
Zeit die Genremalerei keine Abtheilung hatte. Ludwig XIV. musste 
daher einen Titel gestatten. So wissen wir von einem Dessinateur 
des ballets du Bei, und von einem Dessinateur des menus plaisirs 
du Roi, bis endlich zu Anfang unsers Jahrhunderts die Peinture 
de Genre eine eigene Abtheilung fand. In der letzten Zeit seines 
Lebens besuchte Watteau auch England, allein wie Fiorillo wissen 
Will, nur um in London den Leibarzt Dr. Mead zu consultiren. 
Ueberhiiufte Arbeiten hatten seine Gesundheit zerstört. Er starb 
1721 zu Nogent-sunMarne im 57. Jahre. Sein von ihm selbst 
gemaltes Bildnissdtat Tardieu gestochen. Auch Boucher, L. Crepy 
lun. und B. Pßpicic haben sein Portrait gestochen. Bei dbirgeus- 
ville kommt es Tom. IV. p. 404 vor. 
Stiche nach diesem Meister. 
Die Anzahl der Blätter nach. Zeichnungen und Gemälden von 
Watteau ist sehr gross, und sie rühren von den vorziiglichsten 
liiinstlern der französischen Schule her. 
Figures de differcnts caracteres, de paysages et däitudes, des- 
sinees däprcs nature par A. Watteau, Peintre du Roi etc., gravees 
ä l'eau  forte par des plus habiles Peintres et Graveurs du Temps. 
Tiröes des plus beaux Cabinets de Paris. 2 Tomes avec 550 Planches. 
Paris chez Audran et F. Chereau, gr. fol. 
Dieses seltene Werk enthält gute Nachbildungen der geistrei- 
chen Skizzen Watteau's. Von F. Boucher ist das schöneßildniss 
des Meisters, und'dann radirte dieser Künstler auch noch meh- 
rere andere Blätter. Weitere lYlitarbeiter sind die Maler B. C. Tre- 
mnliere, N. Vleughels, N. C. Silvestre, und die Stecher E. Jeaurat, 
N. Larmessiim, J. E. Liotard, L'epicie, C. Moireau, C. N. Cochin, 
B, und J. Audran, P. Dupiu, Dupuis, _Aliamct, P. ile Bas, G. 
Scotin, Graf Caylus, Surugue, N. Tardteu, S. Thomassin und. 
Andere, welche sich nur durch die Anfangsbuchstaben bezeichnet 
haben. Auf den rnelsten Blättern steht WYatteau  doch sind sie 
nicht von ihm radirt. Die erwähnten zwei Bände zeigt R. Weigel 
an, nach dhärgensvllle scheint aber noch ein dritter vorhanden zu 
myn. Im Catalog Brandes wird der Inhalt der beiden ersten Bände 
detaillirtfEr kennt keinen dritten. M. dütrgensville geht indessen 
auf eine Aufzählung der Blätter nicht ein , sondern" sagt nur, dass 
sein Werk drei Foliobände mit 565 Stichen bilde. Der erste Band, 
mit obigem Titel, enthält nach seiner Angabe 150 historische Cum- 
positionen, die beiden anderen umfassen 550 Capricen, darunter 
16 Landschaften, 50 chinesische Figuren und 55 Blätter mit Or- 
namenten und Windschirmeu. 
In neuester Zeit haben auch die Engländer ein Augenmerk 
auf ihn gerichtet. Von 1340 an erschien folgendes Werk in 10 
Theilen mit lithographirten Blättern: 
The ornamental designs cf Watteau. London, J. Wßüle am! 
Aßliefma": 5'01- Diese Ornamente, wahrstheixilich Copien nach den
        

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