Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1830819
Nvaterloo , 
Anton. 
143 
Les eascatellcs. Landschaft mit Wasserfall und tanzenden Hir- 
ten. Gest. in der Collection du Mustie de Luxembourg, fol. 
Regen und Sonnenschein, Ansicht einer Fabrikstadt in der 
Normandie, nach dem Bilde bei Ph. Hallbom in Berlin von J. 
Tempeltei lithographirt, roy. qu. fol. 
Das Dorf im Gewitter, lith. von J. Tempeltei, roy. fol. 
Die Mühle in der Normandie, lith. von Tempeltei, gr. fol, 
Das Bild ist im Besitze des H. Mitscher zu Berlin undmicht 
grösser, als die Lithographie.    
 
Landschaft mit einer Hütte unter Bäumen am Wasserfall, von 
Watellct selbst lithographzrt. Rechts unten in der Ecke: Watelet, 
r. fo . 
g Im neuen Druck in Chabertß Vie des peintres. 
Waterloo, ADIIOU, Maler und Iiadirer, wurde nach der ewöhnlichen 
Annahme um 1613 zu Utrecht oder in Amsterdam geifioren; allein 
e; ist nur Sicher, dass er auf einem Dorfe zwischen Maai-sen und 
Breukelen gearbeitet habe. Die Umgebung lieferte ihin den Stoff 
zu seinen Gemälden und Radiriingen, welche daher wenig Ab- 
wechslung bieten, und den Eindruck ländlicher Ruhe und Wald- 
Einsamkeit machen. Seinen Gemälden wäre auch grössere Kraft und 
llaltung zu wünschen, wodurcli wir aber nicht sagen wollen, dass 
sie als untergeordnete Werke erscheinen. Waterloo malte die Natur 
seines beschränkten Gesichtskreises getreu und ohne Zuthun, ohne 
irgend eine Prätension. Die Figureirunil Thiere sinrlgesvöhnlieh 
vnll der Hand des J. Weenix, du sie ihni nicht wohl geriethen. 
Dagegen malte er die Bäiime und Pflanzen mit grosser Leichtig- 
lieit. Das Spiel des Lichtes auf dem Laubwerlie , irn Wasser und 
auf den Flächen, die Lüfte und Fernungen malte er aber fast so 
schön und fein, wie irgend ein anderer grosser Landschafter sei- 
 ner Zeit. Er ist dem Swanevelt verwandt, aber ohne ihn im Ge- 
schmack, und in Kraft der Phantasie zu erreichen. Anmuth und 
Eleganz fand er auf seinem stillen Dorfe nicht. Seine Gemälde 
ginil indessen selten; in grösserer Anzahl findet man Zeichnungen, 
 WClCllE mit schwarzer Kreide und in Tusch ausgeführt sind. In 
den Gallerien zu Dresden, Wien, München, Berlin, Gotha, Lii- 
tonhouse, und in der Gallerie Beckford zu London sind Gemälde 
von ihm. und ausserdern liominen nur wenige YVerlie dieser Art vor. 
Dagegen sind seine liadiruugen häufig, nur nicht mehr in 
alten, vorzüglichen Abdruchen. _Diese Blatter geboren zu den 
Lieblingsgegenständen der liuristhcbhaher, da YVaterloo auf wuu. 
derbare Weise es mit der Nadel dem Pinsel gleich that, nur dass 
ihm statt des Farhenspieles Schwarz und Weiss zu Gebote stand. 
 Seine Bäuine, mit dein zu zittern scheinenden Blätterwerk, sind 
mit ausserordentlicherLeichtigkeit undNaturtreue hiugemacht. Der 
Wechsel von Hell und Dunkel berührt das Auge auf das Auge- 
nehmste, und die stille Harmonie reisst zur Bewunderung hin, 
Man kann indessen nur nach alten Abilriiclren die grosse Schiln. 
lieit dieser Aetzarbeiten fühlen. wo sie die ursprüngliche Zartheit, 
und die angenehme Harmonie des Silbertones bewahren. Spät" 
wurden fast alle Platten mit der Schneidnadel retouchirt und aul- 
geätzt, oder mit dein Stichel überarbeitet. Die Abdrücke von so]- 
clien Platten sind schwarzer, aber auch roher und monoton. Die 
wunderbare Harmonie  welche ursprünglich über die Blätter sich 
verbreitete, ist verschwunden. Doch unternahm VVaterloo selbst 
verschiedene Betoucheii, wie man aus den Pi-ubedrüclien, oder in 
den reinen Aetzdrüclien ersieht. Die meisten dieser Blätter sind
        

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