Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1830558
VVHPPGPS, GllStöVg Barüll, Historienmaler, einer der griissten Mei- 
ster der neuen vlämischen Schule, dessen Ruf bereits europäisch ge- 
worden ist, wurde den 25. August 1805 zu Antwerpen geboren. Sein 
Vater war ein bemittelter Iiaufmann, welcher auch eine Sammlung 
 von Gemälden besass, deren Carpentero eopirte. Der junge Wlappers 
verfolgte die Arbeit dieses Künstlers mit griisster Aufmerksamkeit, 
und erbat sich bald Pinsel und Palette, um die Wände seines Zim- 
mers mit jenen Geschichten zu verzieren, welche ihm aus den latei- 
nischen und griechischen Schulltlassiliern bekannt waren. Er hatte 
damals noch keinen regelmäßigen Unterricht im Zeichnen genos- 
sen, und daher traten seine Römer und Griechen grotesk und kunst- 
los auf den Schauplatz; VVappers fand aber von nun an die Rich- 
tung vorgezeichnet, welche er im Leben zu verfolgen beschloss. Er 
verlegte sich jetzt mit allem Eifer auf die Zeichenltunst, worin er 
unter Leitung des Malers J. van ltegemortei- in kurzer Zeit jene 
Fertigkeit erlangte, welche zum Eintritt in die Akademie der Iiün- 
ste nothwendig war. An dieser Yiunstanstalt wurde ihm aber vor- 
erst nur die Ausbildung in der Zeichenliunst zur Pflicht gemacht, 
Wappers" strebendes Talent konnte sich jedoch damit nicht allein 
begnügen, sondern suchte auf dem Privatwege auch mit der Ma- 
lerei sich vertraut zu machen, Die berühmten Maler van Bree 
und Herreijns übernahmen die weitere Leitung des jungen Kunst- 
lers, und kaum waren zwei Jahre verflossen, so wagte es derselbe, 
um den grossen Preis der Malerei zu concurriren, womit eine 
vierjährige Pension zur Reise ins Ausland verbunden war. 
Im Jahre 182i rang er zum ersteninale um den grossen Preis, 
allein dieser wurde ihm erst nach zwei Jahren zu Theil, mit dein 
Bilde, welches den Abschied des Coriolan von seiner Familie vor- 
stellt. Wappers wollte jetzt nach Italien reisen, fand es aber ge- 
rathen, vorher noch die VVerlse von Rubens, van Dyck, und an- 
derer grosscu Meister der alten vaterliindischen Sehulefzu studi- 
ren, deren er in Amsterdam und im Haag vorfand. Hierauf begab 
er sich nach Paris, um die [iunstschätze der Gallerie des Louvre 
 zu schauen, wo er sich besonders von den VVerken der venetia- 
mischen Schule angezogen fand, da sein angeborner Sinn für Schön- 
heit den Farbe bereits im Vaterlande die reichste Nabrun gefun- 
den hatte. Schon seine früheren Bilder sind in der Art der bess- 
tcn Meister seines Landes, voll Leben und WVärme, ausgezeich- 
net in Colorit und Ton, nur in technischer Hinsicht noch nicht 
vollendet. Die Intensität seiner Färbung steigerte sich aber in der 
Folge noch mehr, und somit zeichnen sich jetzt seine Werke bei 
der grössten Naturwahrheit durch ein so glänzendes und warmes 
 Oolorit aus, wie wir es bei wenigen "belgischen Meistern wieder 
finden. Dazu gesellt sich auch eine enorme Praxis, welche das 
frische Leben seiner Bilder noch erhöht. Seine Figuren blicken 
so lebendig aus den Gemälden, dass wir glauben, sie wollen Theil 
nehmen an dem Getriebe des Lebens. Eigentliche Scenen des all- 
täglichen Verkehrs finden sich aber von ihm nicht, denn er hat 
sich auf den Flügeln der natürlichen Anlagen durch seinen fein 
gebildeten Geist und scharfen Verstand aus dem Schlamme der All- 
täglichkeit erhoben, und führt als Genremaler immer in eine hö- 
here, edle Sphäre. Wahre Glanzpunkte der modernen Iiunst sind 
aber seine Darstellungen aus der vatwlänrlisehen Geschichte, wel- 
che den Besehauer mit unwiderstehlicher Kraft in die Periode ver- 
setzen, in wrelcher das Drama spielt. Wappers ist aber auch der 
erste Portraitmaler seines Landes, und hat ausserdem nur an F. 
 Winterhalter in Paris einen gefährlichen Nebenbuhler. welcher
        

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