Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825247
ihn Ludwig XIII. nach Paris berief. Er zuuderta zwar einige Zeit, 
kehrte aber 1627 ins Vaterland zurück. Der Iiöxiig empfing ihn 
liebevoll, und nahm sogleich Unterricht im Pastellmaleu. Als Hof- 
maler genoss er eine Pension von 400 Liv.,' hatte aber überdies; 
freie Wohnung im Louvre. 
Vouet wurde in Paris mit Bestellungen überhäuft. Der Car- 
dinal Richelieu liess viele Bilder fiir den Palais royal malen. In, 
einer Gallcrie sah man die Bildnisse berühmter Personen von Abt 
ASuger an bis auf Catharina de' Medici. Für diese Gallerie arbei- 
teten aber auch Ph. de Champagne, J. d'Egn1ond und Poerson, 
und ihre Bildnisse hatten mehr historische Treue, da sie alte Bil- 
der zu llathc zogen, während Vouet sein Original aus der Phantasie 
schöpfte. Dann malte er auch für verschiedene Iiirchen, Klöster 
und Paläste. Zuletzt entwarf er nur die Skizzen, und seine Schii- 
ler führten die Bilder im Grossen aus, welche noch manierirter 
erscheinen, als die eigenhändigen Werke des Meisters aus der spä- 
teren Zeit, Er vernachlässigte jetzt das Studium der Natur, und 
malte heilige und profane Charaktere ohne Ausdruck alla Prima 
hin. Zu seinen Hauptwerlten zählte man die Versuchung des heil. 
Anton in der liirche der Congregation der Philippinen die Marter 
des heil. Eustach in der [iirche des Heiligen , Christus am Kreuze 
in der Hauskapelle des Kanzlers P. Seguier, die Madonna als Be- 
schiitzerin des Jcsuitenordens im Noviziata der Jesuiten, die Er- 
weckung eines Kindes durch St. Franz in einer Capelle der Mi- 
noriten u. s. w. Zu den Hauptwerlien gehören auch die im Stiche 
bekannten Gemälde. Die von ihm gemalten Gallerien, Platonds 
etc.-wurclen mit der Zeit ihres Schmuckos beraubt, sind aber 
durch Stiche erhalten, wie die Bilder im l-lötel Seguier, in den 
Schlössern zu Fontainebleau und Chilly, im Badezimmer der Rö- 
nigin etc. In der Gallcric des Louvre sieht man von ihm das Bild- 
niss Ludwigs XIII. in Rüstung mit dem Lorberlsranze, wie sich 
Frankreich und Navarra unter seinen Schutz begeben. Dann ist 
daselbst ein grosses Gemälde, auf welchem französische Künstler 
vereiniget sind. Jener mit dem Zcichenbuch ist Vouet selbst. Den 
bekränzten Dichter hält man für Pierrc Corncille, und der Mann 
mit dem Cirliel ist der Architekt Metezeau. Ferner ist im Louvre 
die Darstellung im Tempel, die Madonna mit Jesus und Johannes. 
die Grablegung und die römische Charitas. Auch in auswärtigen 
Gallericn findet man Werke von ihm. In Dresden ist ein grosses 
Bild, welches den heil. Ludwig vorstellt, wie der schwebende Engel 
eine Lorbecrlnrone iiber seinem Hanpte hält. Das k. Museum in 
Berlin bewahrt ein g F. 3 Z. hohes Gemälde mit Maria, w e sie 
hnieend die Botschatt des Engels empfängt. In Schleissheim ist 
jetzt ein Gcluälde zurückgestellt, welches in lebensgrossenFiguI-en die 
Vorbereitung zur Jagd der Diana schildert. Vulkan iibei-gibt der 
Giittin den l-iiächer, der Silvan bereitet die Netze, und Cyclopen 
schmieden Waffen.  
S. Vouet, der Kunsttyrnn, wie später Ch. le Brun, starb zu 
zu Pans 10111. In der Tribune der Gallerie zu Florenz ist sein ei- 
genhändigcs Bildniss. welches Pazzi gestochen hat. Das von A. 
van Dych gemalte Bildniss des Künstlers hat lixvan Vucrst ge- 
stochen_ O. Lioni stach 1625 sein Bildniss, und E. NL Plipicie ein 
Solches von 1627, nach "Voueüs Zeichnung. F. Perrier, J. Morin, 
M. PAsnc, Derochcrs stachen ebenfalls das Portrait dieses Meisters, 
fol. Zwei Medaillons haben wir von Bouthemy und Aniideo. Dann 
laonunt scin Bildniss bei Perrault, Sandrart. Bullart. düärgensville 
im Nluscr) Fiorontino und in Chaberüs Vie des pcintres vor. In 
dem letzteren tVcrkc ist eine Lithographie von Jourdy. 

        

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