Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1820060
Velde , 
Wlillem 
ViHI 
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der llhede aus ist daselbst zu. sehen. Die berühmten Seeschlachten, 
welche die Holländer und Engländer 16OÖ unter de Ruyter und 
de hlonk lieferten, machte er alle mit, und die Zeichnungen, 
welche der liünstler davon lieferte, sind in dieser Hinsicht histu. 
risch geworden, da sie ein grosses Licht über jene Schlachten ge- 
ben. Sie erwarben dem liunstler einen Ruf nach England. liö- 
nig Carl II. ernannte ihn zum Schillszeichner mit einem Gehalte 
von 100 Pll, welchen ihiii auch Jakob II. hestättigte. So oft in 
England eine Flotte auslief, war v. d. Vclde auf derselben, oder 
in einem kleineren Fahrzeuge, um dieselbe zu zeichnen. Von da 
aus beobachtete er auch die Seegefechte, wie das Treffen von Sole- 
bay, welches dann sein Sohn für den Herzog von York nach die- 
ser Zeichn .ng in Farben ausführte. Der jüngere VV. van de 
Velde malte überhaupt mehrere Bilder nach solchen Zeichnungen. 
In der k. britt. Sammlung allein waren I8 Bilder, welche von 
diesen beiden Künstlern herrühren, und noch eine griissere An- 
zahl von Werken derselben kamen aus Walkeüs Sammlung in 
jene von Mr. Skinner. Gegenwärtig sind die Zeichnungen und 
Malereien beider Meister in England zerstreut, wo sie sehr hoch 
gehalten werden. W. v. d. Velde sen. hatte eine Wohnung in 
Greenwich, und starb daselbst 1693. 
Einige seiner Zeichnungen wurdenmgestochen. die Blätter 
dürften aber mit cleiqenigen nach dem jüngeren W. v. d. Velde 
vermischt seyn. 
Eine Folge von 4 Bliivern. jedes ein holliindisches Admiral- 
Schiff darstellend. C. Dankers, F. de Will; et S. Savery exc., gr. fol. 
Diese Blätter sind wahrlich nach dem älteren V. de Velde 
gestochen.    
Folge von 8 Blättern mit Schiffen. C. J. Visscher exc. Mit 
holländischen Unterschriften und Versen, schöne Blätter, welche 
auch dem Jan Percelles zugcignet werden. Oval fol. 
Seestiick mit vier Schiffen und bedecktem Himmel, radirt von 
Baillie, qu. fol. 
Die ruhige und die stürmische See, 2 Blätter von C. Baillie, 
n. fol. 
q Seestück, gestochen von Pund, qu. fol. 
Die letzteren Blätter erschienen in BoydelPs Verlag, und sind 
iüch Zeichnungen ausgeführt.  
Velde, Vvlllßm van de, Seemaler, der Sohn des Obigen, wurde 
1655 zu Amsterdam geboren, und von S. de Vlieger unterrichtet, 
weil sein Vater ferne war, und gleichsam das Meer zu seinem 
Aufenthalte gewählt hatte. Der junge W. v. d. Velde wählte aber 
ebenlalls das Fach des Vaters, nur war er länger im Hause he- 
schäiftiget, da er in Gemälden gab, was jener nur in meisterhaften 
Zeichnungen festhielt. Van de Velde sen. lebte damals in Eng- 
 land, und zeigte Jakob II. einige Seestücke vor, welche der Sohn 
gemalt hatte, und die dem Könige so wohl gefielen, dass er ihn 
mit Gehalt in seine Dienste rief. Von dieser Zeit an lebte der 
jüngere W. v. d. _Velde die meiste Zeit in Greenwich, wo er Gc- 
legenheit zu mannigfaltigen Studien fand. Er benützte auch öfters 
Zeichnungen seines Vaters, wie wir im Artikel desselben gesagt 
haben, und schuf clarnach Gemälde, welche, wenige ihres Gleichen 
finden. W. van de Velde jun. hat den Ruf eines der grössten See- 
malers, welche je gelebt haben. Heine:- konnte die ruhige See 
besser darstellten, und die reine, durchsichtige Himmelsdecke so 
schön behandeln, als er. Doch malte er auch Orkane, Stürme 
Naglefä Künstler -Lex. XX. Bd. 4
        

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