Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1824948
Vorh err  
Johann 
Michael 
Christian 
Gusmv. 
537 
Vorherr, Johann Michael CIIPISIZIQII" Gustav, Dr., Architekt, 
geboren zu Freudenbach im ehemaligen Fürstentlium Ansbach den 
19. Okt. 1773, war der Sohn eines geschickten Maurermeisters, wel- 
cher ihm die sorgliiltigste Erziehung angedeihen liess. Auf den 
Universitäten zu Erlangen und Marburg absolvirte er einen staats- 
wirthschaftlichen Cursus, und seine strengen architektonischen Stu- 
dien machte er auf den liunstakademien zu Berlin und in Paris. 
Er genoss dabei eine Pension des Königs von Preussen , wodurch 
er schon als Buupraktiltant in den Stand gesetzt wurde, auf Reisen 
in Deutschland und der Schweiz, in den Niederlanden, in Frank- 
reich und England durch lebendige Anschauung jene Summe ar- 
chitektonischer Erfahrungen und Kenntnisse sich zu erwerben, welche 
er in der Folge mit wahrer Begeisterung für die Landesverschö- 
nerung zu verwenden suchte. Nach seiner Rückkehr war er 1800 
bis 1803 gräfl. Görtfscher Architekt zu Schlitz, wo er das neue 
Schloss, mehrere Gnrten- und Wirthschaftsgebäude und einige 
Brücken baute. Sein kunstsinniger Bauherr regte ihn an, schon 
damals im Kleinen für Landesverschönerung zu wirken, Vom Jahre 
1393 bis 13m6 war er fürstlich-oranischer, dann bis 1809 kaiserl. 
franz. Baumeister zu Fulda, wo unter seiner Leitung die neue 
Wilhelmsstrasse, eine neue Iiirche, einige Schulhäuser, so wie 
mehrere Hof-. Domainen- und Salinenbauten, eine neue Hoch- 
strasse etc. entstanden sind. Dort bildeten sich seine Ideen für Lan- 
desverschönerung immer mehr aus, da aber die kriegerischen Zeiten 
für praktische Leistungen in dieser Art ungünstig waren, so theilte 
er seine Gedanken druckschriftlich mit, zuerst im Jahre 1807, dann 
1303 im Allgemeinen Anzeiger der Deutschen. Im Herbst 1809 
ward er als lireisbau-Inspektor zu München angestellt, 1310 wurde 
er Mitglied des Oberbau-Commissariats, dann Baureferent bei der 
Kreis-Oberadministration, 1815 zugleich Baucoinmissionsrath, 1811 
provisorischer Oberbau-Commissär im Staatsministerium des Innern, 
11m1 1818 Baurath bei der Regierung des Isarkreises. 
Nach seinen Entwürfen und unter seiner Llitung sind viele 
neue Kirchen, Pfarr- und Schulhäuser, Wohlthätigkeitsgehäude, 
mehrere Wasser, Brücken- und Strassenbauten der Communen, 
der neue Begräbnissplatz zu München , dann viele Privatgebäude 
u. s. w. ausgeführt worden. In München suchteler besonders 
zur Bildung und Unterstützung der Bauhandwerker zu wirken. 
und einen besseren Baustyl zu verbreiten. In seinen 1819 in 
Druck erschienenen uAndeutungen über die Direktion des öf- 
fentlichen Bauwesens in Bajern-i gab er schätzbare Winke und 
Beiträge zur Organisation ieses wichtigen Zweiges! der Verwal- 
tung. Das Hauptverdienst dieses Baumeisters ist aber die kräftige 
Anregung der Idee der Landesverschönerung. Er war mit uner- 
müdetem Eifer als Künstler und Beamter für die Verwirklichung 
dieser Idee thätig. Er hat seine Gedanken darüber also zusam- 
mengefasst: vDie Landesverschönerungskunst, an der Spitze aller 
Künste stehend, umfasst im All eineinen den grossen Gesamrntbau 
der Erde auf höchster Stufe, fehrt wie die Menschen sich besser 
und verniinlti er anzusiedeln, von dem Boden neu Besitz zu neh- 
men, und soiiehen klüger zu benützen haben, legt das Funda- 
ment zu einem verbesserten Iiunst- und Gewerbwesen, ründ-et die 
echte Bauhütte, trägt wesentlich zur Veredlung der glenscllheit 
bei, webt ein hochfreundliches Band, wodurch künftig alle ge- 
sittete Völker zu Einer grossen Familie vereini et werden, und 
knüpft durch den Sonnenbau die Erde mehr an den Himmelm Im 
Besonderen sollte diese seine Pflegetochter des neunzehnten Jahr-
        

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