Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1824621
Vojgt ' 
Friedrich. 
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nigs Ludwig an grossartigen Momenten reich war, so liessen die 
Geschichtsthaler dem Künstler doch noch Mussc zu vielen ande- 
ren Werken, welche sein ausgezeichnetes Talent von Jahrhundert 
zu Jahrhundert verkünden, da sie in sinnreicher Conception und 
künstlerischer Eleganz nirht oft ihres Gleichen finden. Er erhielt 
fast von allen deutschen Fürsten Aufträge, und auch über die 
Gränzen Deutschlands reicht sein Ruf hinaus. Im Jahre 18.32 fer- 
tigte er die Stempel zu den sämxntlichen griechischen Münzen, so 
wie später eine Nledaille mit dem Bildnisse des Königs Otto, wo- 
für ihn dieser mit dem Ritterkreuz des griechischen Erliiserordens 
beehrte. Auch fiir die griechische Regentschaft schnitt er den Stem- 
pel zu einer Medaille. Zahlreich sind die deutschen Vereinsmiin- 
zen, mit den Bildnissen der Fürsten, welche eben so lebendig 
aufgefasst, als mit Eleganz und Schärfe dargestellt sind. Diese 
Münzen haben zwar kein hohes Belief, was auch mit den bayeri- 
schen Geschichtsthalern der Fall ist, da sie ebenfalls cursiren, sie 
gehören aber unstreitig zu den herrlichsten Arbeiten , welche die 
Stempelschneidekunst je geliefert hat. Von hohem Reliefsind 
gewöhnlich die eigentlichen Medaillen, welche durch die Bestimmt- 
heit der Formen, und die Zartheit der Modetlirung eine Fülle 
und Rundung haben, wie wir sie nur an klassischen Geprägcn der Vor- 
zeit bewundern. In geringer Anzahl sind aber die Bildwerke in 
edle Steine vorhanden, da diese herrliche Iiunst bisher nur ge- 
ringe Theilnahme fand. In München vollendete er die schon in 
Rum in Arbeit genommene grnsse Camee mit dem den Pegasus 
biindigenden Bellerophon. Später schnitt er das Bildniss der Für- 
stin von Liegnitz in Onyx, welches der Honig von Preussen er- 
warb. In der neuesten Zeit wurde uns nur eine grosse Caxnee be- 
kannt, welche sich auf des liünig Ludwigs Wirken für Kunst 
und Wissenschaft bezieht, und als Meisterwerk der modernen Stein- 
schneidekunst zu preisen ist. Dagegen stammen aus den letzteren 
Jahren viele Medaillen, welche zu den trelflichslcn Arbeiten des 
Meisters gehören. Unter den früheren nennen wir jene auf das 
Dienstjubiläum des lt. Miinzdirekturs Lcpricur in llrliinchen. Von 
1856  57 modellirte er in Rom das Bildniss 'l'horwaltlsens. wel- 
ches er 1857 für eine Medaille auf diesen ltleister in Stahl schnitt. 
Auf dem Revers erscheint die Muse Erato mit Amor, so wie das 
Bildniss in hohem Relief. Diese grosse Denkmünze gehört zu 
Voi t's Meisterwerken, und nicht geringer zu achten sind auch 
die ElVIedaillen auf Curnelius und Schwanthaler, mit ihren spre- 
chend ähnlichen Bildnissen in hohem Relief. Ausgezeichnet schön 
sind ferner die Bildnissrnedaillen der Iiöxiigixi Therese und des H". 
zogs lYlaximiliaxl in Bayern, ersteres umgeben von den kleinen 
Bidnissen der königlichen Kinder. Eine Jubelmedaille auf den 
Freiherrn von Vrints-Berherich existirt in grösserem und kleine- 
rem Durchmesser, beide aber sind von vortrefflieher Arbeit. Wei- 
ler erwähnen wir die iVledaillcn mit den Bildnisscn des Prinzen 
Carl von Bayern (wZur Erinnerunga y , de, Königs Vvilhelm von 
Würtetnberg (Dem Verdienste), und des Grossherzogs Leopold 
von Baden (Zum Andenken); ferner der Medaille der Aerzte der 
Moldau an den Fürsten LVlichacl Sturdza, mit dessen Bildniss (18112), 
die grosse Denkiniinze auf den Bau der neuen Strasse über die 
Apcninnei: mit dem Bildnisse der Herzogin Maria Louise von 
Parxna (1841), die Preisinedaille der k. Universität in Berlin, und 
 jene der churhessischcit Akademie in Hanau mit Michel Angela's 
ßiltlniss, die llrledaille auf die eilfhuntlertjährige Jubelfeier der 
(iriinrhmg des Bisllutms liit-hstiizlt mit St. ßonifacius auf dem Avcrs, 
die Medaille i'm Brygnlß in Südamerika mit dem von 'l'enerani ge.
        

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