Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1824454
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Vogel 
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I] 
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Carl Christian. 
französischer Sprache, mit der Zeichnung der architektonischen 
Räume: Description de deux petits tablenux, reprensentant, l'un 
histoire de Faust, poöme de Goethe, peint s Dresde en IU-lT, 
l'autre la Divine Coinödie du Dante, cc dernier la reproduction 
en raccourci du Grand tableau au palais Pitti. Im oberen Rande 
erscheint GoitVnter auf dem Regenbogen. und in der grossen mittle- 
ren Abtheilung sitzt Faust im Studierzimmer, wie er im Drange 
nach iiberinenschlichem Wissen und Begehren den Bösen ruft, vor 
dessen Anblick er schaudert. In den kleineren ltiiumen sind die 
llanptseenen der Dichtung dargestellt, welche unter sich im sinn- 
vollen Zusainmenhange stehen. von dem rührenden Bilde an, wo 
Faust als Hnabe die fromme Mutter in die liirche tiihrt, bis zum 
verhiingnissvollen Momente, in welchem er dem Versucher zur 
Beute wird. Vogel von Vogelstein malt dieses poetische Bild in 
der Grösse seines Dante, ist aber damit noch nicht zu Ende ge. 
kommen. Während der Stiirme der letzt verwichenen Jahre 
schuf er aber ein grosscs Altarwerh liir die katholische liirche in 
Leipzig, welches aus mehreren Abthcilungen besteht. Das Hauptbild 
zeigt eine colossale Christusgestalt von Engeln umgeben, und über 
dieser erscheint der ewige Vater. Der Christus gehört zu den se]. 
ten-en Abbildern des Jrleilandes. welche den ljescliauer mit Er- 
hebung und Frieden erfüllen. Er paart hohen Ernst mit mensch. 
licher iVIilde, und die edelste Verklärung des Nlenscliengesichte; 
ist in seinen Zii en ausgeprägt. Schon in der Bewegung der Hände 
ist der Grundgedanke der Ccmposition: vSo ihr den Willen mei. 
nes Vaters thut, bin ich bei euch alle Zeitu auf das Entsprechend. 
ste dargethan. In den Seitenabtbeilungen sind die last lebensgros- 
Sen Evangelisten, und unter dem Ganzen die sieben Werke dei- 
Barmhcrzigkeit grau in Grau dargestellt. Dadurch hat der Künst- 
ler die Aufgabe, die Lehre des Christenthums durch die lebendig; 
'l'_hat in die Wirklichkeit über zu tragen, und durch Ausübung 
der schönsten menschlichen Tugenden jener erhabenen Lehre zu 
folgen, in diesem herrlichen Werke befriedigend gelöst. Bßidieser 
Gelegenheiterwiihnen wir auch einer allegorischen Darstellung in 
Aquarell. welche sich auf die genannte liirche bezieht. Die Religion 
erscheint mit dem Kreuze, und ini Grunde erhebt sich die neue 
liirche. Als Einlassung dienen Arabesken mit aus den Bluiuenhel. 
chen hervorragenden Engeln, welche die Werkzeuge jener liiin. 
ste tragen, die zum Schmucke des 'l'empels beitragen. Zu den 
S-itcn der Religion sind Engel mit Opfersehüsseln, auf die Bei- 
träge anspielend, durch welche der Bau zu Stande 1mm. V0 el 
hat selbst dazu viel beigetragen, indem er für sein grosses Gcmäläde 
nur die nöthigen Auslagen vergütet erhielt. Im Jahre 1850 Vollen. 
dete er zwei culossale Gemälde für die grosse Hofkirche in Dreg. 
den. Das eine stellt den am Kreuze verschiedenen Heiland, da, 
ändere die Erscheinung desselben dar, beide in halber Figur eu 
Medaillen. Diese Bilder sind sehr hoch angebracht. 
'Dic Portraitsamnllung dieses Iiiinstlers. 
Vogel von Vo elstein brachte eine in ihrer Art einzige sülllllllllll" 
von Bildnissen äunstliebcnder Fürsten, von Staatsmännern, Hiinst? 
lßNl, Dlßlllvrll, Gelehrten und Iiunstfreutiden zusammen. Sie sind 
griissten Theils von ihm selbst nach dein Leben gezeichnet, und 
mit aller jener charakteristischen Schärfe dargestellt, welche Vg- 
gefs Bildnisse im Allgemeinen auszeichnet. Er begann iliese Samm- 
lung 18H in St. Petersburg. setzte sie nach seiner 1812 erfolgten 
lliichhehr im Vatcrlunde fort. und vermehrte sie an!" seinen wic- 
(lPfhOhUlI Reisen in Deutschland, Italien, Eflgliltlll und Franhrcich
        

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