Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1824436
Vogel 
VOll 
Vogelstcin , 
Cm-l 
Christian. 
auf der weiten Landschaft bdreits die Dämmerung liegt. Etwag, 
früher als dieses Werk entstand ein Gemälde mit der Erweckung 
des Lazarus, wo der Heiland wieder in seiner göttlichen Zuver- 
sicht erscheint. Das kleinere Bild dieses Gegenstandes besitzt H, 
von Soudienho in Kieff, und eine grössere Darstellung erwarb die 
Gräfin von Einsiedel zu Herrnhuth. Ein sehr schönes Staffeleibild 
ging 1841 nach St. Petersburg ab. Es stellt die Madonna mit dem 
Binde auf dem 'l"hrone sitzend dar. Alle diese Gemälde sind ideale 
Iiunstschiipfungen, welche in der schönsten Form erscheinen, es 
finden sich aber auch einige Bilder. in welchen Vogel sein grossgs 
Talent für tief empfundene treue Naturdarstellung zeigt. Ein Ge- 
mälde dieser Art von 1841 stellt ZWCl kleine Mädchen in Lebeng- 
griisse in einer lachenden Gegend der Sächsischen SClIWIClZ auf der 
Gartenmauer an der Elbe sitzend dar. Die iiltcre hat das Gesicht 
vom Strohhute zur Hälfte beschattet, die andere stiitzt das Aerm- 
chen auf ihren Schooss. In Darstellungen dieser Art war Vogel 
der Vater berühmt, und der Sohn zeigt hier nicht mindcres Tue," 
zu idyllischen Bildern.   
Iin Jahre 13th ging Vogel von Vogelstein wieder nach Italien, 
wo er während eines beinahe "zvireijiihrigeil Aufenthaltes Werke 
schuf, welche zu den schönsten des Dleisters-gehiiren. Vor allen 
begeisterte ihn Dante, dessen göttliche Comörlie von jeher das Lieb- 
lingsstudiuin des Iiiinstlcrs war, welcher überhaupt aus den ita- 
lienischen und deutschen Dichterwerlten mehrere sinnvolle Bilde;- 
schuf. Die öffentlichen Blätter aus Rom, Neapel und Florenz ga- 
ben von Zeit zu Zeit Nachricht von seiner unermiideten Thiitig- 
lseit. Unter den Bildern, welche er 1844 im Studio des berühmten 
Sabatelli zu Florenz ausstellte, nimmt das eilf Palmen hohe G0. 
mälde mit Dante in seiner Beziehung zur Divina Comeclia den er- 
sten Platz ein. Die Einfassung dieses grossartigen Werkes bi]. 
det ein dem Dome von Orvieto ähnliches Frontispiz mit dreifa- 
eher Krönung, durch das Iireuz in der Mitte die Religion, durch 
die Bildnisse des Papstes zur Rechten, und des Kaisers zur Lin- 
ken die Parteien der Guelphcn und Ghibellinen andeutend. U11- 
ter dem mittleren Bogen sitzt der Dichter am Sarcophage der Bea- 
trice Portinari mit Feder und Buch in den Händen, in dem M0- 
niente gedacht, wie er den Entschluss fasst, sich der Vereinigung 
mit der Geliebten durch ein neues froznmes Leben würdig zu m3. 
chcn. Dieser Entschluss fallt im Augenblicke mit der Schöpfung 
des Planes zur göttlichen Comödie zusammen, in welcher er, der 
Verstorbenen zum Denhmale, der Nlit- und Nachwelt zur Beleh- 
rung, seine eigene religiös-sittliche VVieclergeburt beschreibt. Die 
Hauptscenen seines Gedichtes umgeben ihn daher in kleineren Ge- 
luiildeit. Den unteren Theil ilchmen drei bunte und vier grau in 
Grau gemalte Bilder ein, und deuten Dante's Gang durch die 
Hülle an, in welcher Virgil  die menschliche Vernunft  ihn 
'die Folgen der Laster erblichen lässt. Auf seinem Gange durch 
das Fegefeuer begleiten wir ihn in den darüber auf beiden Seiten 
des Mittelbildes befindlichen vier Gemälden. Erst nachdem e,- 
sich hier gereiniget hat, darf er  im linken oberen Eehbildß _ 
V0? der i!) die Theologie verwandelten Beatrice erlschtrinen, mit; 
Welcher wir ihn, auf dem Ecltbilde rechts, durch die Sonne, den 
Aufenthaltsort des verklärten Tfhomas von Aquino und anderer Iiir- 
chenlchrer, emporschwebezi sehen. Im obersten Giebclfelde gc. 
langt der Dichter endlich zur höchsten ÜltlCliSCligliCil; der An- 
schauung des drcieinigen Gottes. Dieses Gemälde fand in Boni uml 
Floienz so grosscn Beifall, dass detr Grosshcrztig von Toscnnu dus- 
selbe für den Palazzo Pitti anlsauftc, und zugleich dem liüxistlgr
        

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