Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1824409
Vogel 
VOD 
Vqgelstein , 
Carl 
Christian. 
483 
Im Jahre 1815 begab sich Vogel von Dresden aus nach Italien, 
um in Rein den Kreis des Pprtraitinalers zu überschreiten. Jetzt  
lag er mit i-astloser Thätigkeit den Studien ob , du sich ihm eine 
neue VVclt aufgeschlossen hatte. Er studirte die Werke der alten 
Meister von Giuito bis auf Rafael und Giulio Romano, und stand 
daher in Ruin aiifflcr Basis jener Künstler, welche mit reiner Bc- 
geisterung der Wiederbelebung der deutschen liunst ihre Kräfte 
weihten. Enstand in steter Verbindung mit Künstlern und Ge- 
lehrten, bereicherte dadurch seinen Geist mehr und mehr mit wis- 
senschaftlichen und artistischen Kenntnissen, und vereinigte da- 
mit jene huhereund veredelte Welthildiing, welche einem Manne 
zur Zierde gereicht, Vertraut mit der Literatur seines Vaterlan- 
cles wendete er auch seine warme Tlieiliiahme den Dichtern Ita- 
liens zu,_ und unter diesen Yorzugsweise deni Dante, dessen Wim- 
derwelt ihm ein unerschdpflicher Quell z_u reichen Aufgaben seiner 
Iiunstblieb. Ein für alles, was dem Reiche der Poesie und liuiist 
angehört, empfiinglicher und lebendiger Sinn, ein selbst bei vor- 
geruckten Liebeiisjaliren sich gleich bleibendes kindliches Gemiith, 
eine auch die Härten des Lebens ausgleichende und verklärende 
innere Heiterkeit, Herzensgiite und liebenswürdige Bescheidenheit 
werden in Hellefs Tescheiibuch vfei-leriis, Ntiriiherg 11547, als 
die hervurragendsten Eigeiischattefr in Vogel's Charakter bezeich. 
net, und ]eder, der den edlen hiinstler kennt, wird der Wahr- 
heit dieser Charakteristik das Zeugniss geben, so wie augh über 
die Tllßililgklfli des hIeistei-s nur Eine Stimme herrscht. Er kennt 
nichts Seeligei-es, als seine Kunst, welche selbst nur Frömmigkeit 
und wahre Religiosität athmet. Gross als Bildnissmaler. ist er im 
fache dergslistoriennialerei ohne Sentimentalität ein wahrhaft christ- 
iclier Ma er. 
Vogel von Vogelstein malte in Rom mehrere Bilder, und viele 
andere Compositioncn blieben einer späteren Ausführung in Oel 
vorbehalten. Eines seiner früheren Werke aus jener Zeit ist jetzt 
in der Kirche zu Wildenfelse, und stellt Christus mit dem Versu- 
cher auf dem Berge bei Jerusalem yor. Die Figuren sind in hal- 
ber Naturgrösse, später wiederholte er aber diese Darstellung in 
lebensgrussen Figuren für die Stadtliirche zu Wolxnar in Lievland. 
Für den Baron von Funck malte er in Rom die Verkündigung 
und die Taufe Christi. und die Prinzessin Juhanna von Sachsen 
erhielt für ihren Betschranlt ein kleines Bild der heil. Anna, wie 
sie die kleine NIaria lesen lehrt. Eine grössere Wiederholung be. 
sitzt 4G. v. Quaudt in Dresden. In der Kirche zu Alt- Bunzlau in 
Böhmen ist ein betender Johannes von Nepoznuch in Lebensgrösse, 
ein gcriihmtes Bild von 1820. Im kleinen Formate ziert diese 
Darstellung den Betschrank des Prinzen Johann von Sachsen, und 
mit Veränderungen führte ersie später für den Grafen Ribeaupien-e in 
St. Petersburg aus. Für den Doinherrn von Ainbach malte er den 
Heiland am Kreuze, wahrscheinlich in Rom, da der Domhen- be. 
lianntlich damals reiche Bestellungen gab. In die römische Zeit 
fällt der Composition nach auch die Madonna mit dem Rinde im 
grüilich Harraclüschen Pallast zu Wien. Daselbst ist auch ein von 
ihm gemaltes lebensgrosses Bildniss der- Gräfin Harrach. Dann 
malte C. v. Vogel in Rom auch Bildnisse, darunter jenes des Pap- 
stes Pius VII. im Sessel im Auftrage des Königs von Sachsen. 
Dieses Portrait erregte 1817 in Ruin grosses Aufsehen, da es von 
vollkommener Aehnlichhcit war, und in Zeichnung, Färbung und 
Behandlung in gleichem Grade hefriedigte. Vogel malte in Rom 
auch das Bildniss 'l'horwaldsen's, welches man mit den besstcn 
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