Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1824310
114 
Vörlel , 
Friedrich 
YVilhelm. 
heiten auf Glas und Porzellan seinen Unterhalt, bis er endlich an 
Mohn sen. einen Lehrer fand. Dieser Künstler theilte ihm da; 
Qeheimniss der Bereitung der Schmelzfarben mit , und gab 
ihm Anleitung dieselben auf Glas aufzutragen; allein 1815 zog ihn 
der Krieg von seinen Beschäftigungen ab, indem er als Freiwilli- 
ger in einer sächsischen Schiitzen-Cetnpagnie nach Frankreich ging, 
Er kehrte aber nach dem Pariser Frieden wieder in die Heimath 
zurück, um an der Akademie zu Dresden seine unterbrochenen 
Studien fortzusetzen. Hier widmete er sich jetzt vorzugsweise dem 
Landschpftsfache half aber auch seinem Lehrer Mohn bei Seinen 
Arbeiten in der (zjlasmalerei, welche jedoch damals nur auf VVap. 
pen, Trinkgeschirre u. d l, beschränkt wurde. Im Jahre 1817 lud 
ihn Gottlieb Mohn , der gohn, nach Wien ein, um ihm bei sei- 
pen Glasmalereien für die Fenster des k. Schlosses Laxeuburg zu 
helfen. Diese Einladung war für VörtePs Kunstrichtung entschei- 
dendä denn er fand an der polytechnisehen Schule Gelegenheit_ 
sich jene chemischen Kenntnisse zu verschaffen, welche einem 
Iiiinstler seines Faches den Schleier lüften konnten , hinter 
welchem noch so viele Geheimnisse verborgen waren. Zu den Erst- 
lingen seiner Kunst gehören die Fenstergemiilde auf dem Brand- 
hofe, einem Landgute des Erzherzogs Johann von Oesterreich. Im 
Jahre 182i kehrte er mit seinem Iiunstgenossen Scheinert nach 
Dresden zurück, wo er jetzt seine Versuche fortsetzte. Eines der 
früheren Gemälde, in welchem er auf weisse Glastafeln mit dem 
Pinsel in allen Farben malte, stellt die Himmelfahrt der lVlarm 
nach einem Stiche von Sndeler dar. In diesem Bilde legte er diß 
Resultate seiner bisherigen Farbenbereitung dar. Er brachte ein 
neu entdecktes Orange im Gewande des Heilandes, so wie ein Blau 
im Gewnnde der Maria, und ein Violet in der Bekleidung de; 
Gott Vaters an. Zunächst ist dann eine Gruppe auf eine eillzelnß 
Glastafel zu nennen, welche die schöne Philippine Welser mit dem 
Erzherzog Ferdinand, und oben das Wappen von Tirol zeigt, 
Diese Gemälde erregten damals grosses Aufsehen, und man glaubte 
bereits die Geheimnisse der alten Meister wieder zu besitzen, wozu 
man aber erst nach Jahren gelangte. Im Jahre 1826 erhielt Vor- 
tel mit Scheinen den Auftrag, in der Weinberg Villa des damali. 
gen Kronprinzen von Sachsen ein Glasgemälde auszuführen, in 
welchem die Resultate der Biinstler in grösserem Maassstabe An- 
wendung fanden. Vörtel stellte zwei Bildnisse össterrelchischer Re- 
Vgenten, und Scheiner! ähnliche Portraite aus dem sächsischen 
Hause dar. Von letzterem ist auch das Bund mit der Madonna, 
ynd Vijrtel malte die beiden Flussgötter der Donau und de, 
Elbe. 
Im Jahre 1823 erhielt er abermals einen Ruf nach Wien, um 
die Reihe der Glasgemälde in Laxenburg zu vollendeni da G_ 
Mohn gestorben war. Von 1829 an übte er aber seine hunst in 
München, wo Dr. Melchior Boisseree mehrere Bilder durch ihn 
ausführen liess, besonders nach alten deutschen Gemälden seine;- 
Sammlung. Alle diese Bilder sind auf einzelne,Glastnfeln ohne 
Blßivßrbindung copirt, und liefern in ihrer Farbenpracht Beweise, 
wie glüchlick die Forschungen des Künstlers irvarcn. _Darume, 
sind vier Fensterflügel mit acht Aposteln nach Meister Wilhelm von 
Cöln, und mehrere einzelne Stücke. welche nur im Vergleiche mit; 
den herrlichen Malereien aus der k. Glasmaleret-Ansta t für den 
Dom in Regensburg und die neue Kirche lIl der Au in einigen 
Npclttheil kämen. Viirtel war aber als Privatmann auf seine eige- 
nen Kräfte angewiesen , und hat als solcher grosse Verdienste um 
die neuere Glasmalerei. Seine späteren Wer e sind von vorziig.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.