Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1824067
Vivarini , 
Giovanni. 
Viwrarini, 
Luigi. 
449 
fand aber Namen und Jahrzahl schon halb erloschen. Cap. Gas- 
paro Craglieto zu Venedig besass noch in neuer Zeit ein ausge- 
zeichnet schönes Bild von 1475, welches die Madonna mit dem 
schlafenden Iiinde auf dem Throne vorstellt, die von mehreren 
Heiligen begleitet ist. In der Gallerie des lt. Museums in Neapel 
ist ebenfalls eine Madonna mit dem schlafenden llinde, vier Hei- 
li en und zwei Engelgruppen. Dieses Gemälde trägt die Jahr-zahl 
1365. und gehört zu den erlialtensten Werken. Die Gallerie des 
k. Museums in. Berlin bewvahrt ein grosses Altarwerk in sechs Ab- 
theilungen von Bartolomeo, dessen. Hauptdarstellung die Ausgies- 
sung des heil. Geistes ist. Oben auf der mittleren Abtheilnng 
steht Christus im Grabe mit verehrenden Engeln. In den anderen 
Abtheilungeil sind Heilige dargestellt, alles auf Goldgrund in Tem- 
pera gemalt. Ein zweites Gemälde im Museum zu Berlin stellt 
den heil. Georg dar, wie er den Drachen durchbohrt. In der 
Ferne lsniet die Hönigstochter, und den Hintergrund bildet fel- 
sige Landschaft. Bezeichnet: Factum Venetiis per Bartolomenm 
Vivarinum De Muriano Pinxit 1435. Dieses Bild ist ebenfalls in 
Tempera gemalt, wie das obige. Beide sind noch streng und hart 
behandelt, zeichnen sich aber nach Iiugler, Beschreibung des 
Museums S. 49, durch die mit grosser Consequeilz- durgefiihrte 
Charakteristik in den Köpfen aus. Ein drittes Bild der genann- 
ten Gallerie. zeigt die halbe Figur eines Bischofs, von eigentbüixl. 
liclier Anmuth in den Hauptumrissen. Er ist in Tempera auf Guld- 
grund gemalt. Eine dem Bartoloinco in Berlin zugeschriebene 
Madonna mit dem auf einer Brüstung stehenden Iiinde ist noch 
von weicherer Modellirung, und gehiirt nach Iiugler in die Zeit 
des Ueberganges zu den Leistungen des Schule des Bellini. Im 
Cataloge der Gallerie des Museums ist es als 'l'emperabild ange- 
geben, und somit müsste der liünstler diese Technik auch noch 
in der letzten Zeit geübt haben. 
Das Todcsjahr dieses Nleislers ist unhclsannt" Man weiss 
nur, dass er 149g noch thiitig wer. Sein Bildniss findet man in 
Zanotto's Galleria della Acadcmia Veucta. Veneziu 1854, tol. 
Vivarini , 
Giovanni , 
Antonio 
und Giu. Vivarini. 
Vlvilflnl , Llllgl, Maler von Murano, jener merkwürdige Meister, 
welcher nach Andrea da Muranu für den Begründer der alt-vene- 
tianiseheu Schule angesehen werden muss.  Es ist aber ein jün- 
gerer Künstler dieses Namens zu unterscheiden  werauf frühere 
Schriftsteller nicht Rücksicht nahmen, so dass Vxvanni von {(514 
 1504, oder noch später gemalt haben musste. Der ältere L. 
Vivarini war Schüler des Andrea da Murano, oder malte wenig. 
stens in der trockenen Manier: desselben,_ da jener Male;- noch 
unter dem Einflnsse der hyzantirnscliexl Meister sich herangebildeg 
hatte. Der jüngere Luigr Vivarnn l0lgte_ der Lllchtung des Anm- 
niu und Giuvanni Vivarilll, ulfkl SClIlOSS sich dann an Giu. Bellini 
an, 50 dass er mit diesem gleichsanr den Weg_ bahnte, auf wel. 
ehem die grussen venetianiselien Meßlßr des 10. Jahrhunderts die 
höchste Aufgabe der Kunst; losten. Der ältere Luigi Vivarini hatte 
die Formen nicht durehgehihlet, seine Proportionen sind unrichtig, 
und in der ganzen Haltung der Figur herrscht Steifheit. Der jün- 
gere L. Vivarini brachte in seine Gestalten Leben und Ausdruck, 
und besitzt alle Vorzüge der Vivarinischen Schule. Seine Formen 
sind richtig und weicher modellirt, als jene seines Vorgängers, 
die Gewandung ist verständig geordnet, und in der durchgebildeten 
Färbung lässt sich der überwiegende Einflussder Bellinischeix Schuh 
Naglefs Künstler-Lax. Bd. XX. 29
        

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