Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1824025
Vivarini , 
Antonio 
und 
Giovanni. 
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den Blättern stehen, gehören dem Jan van der Meren an. Das 
J. steht einzeln, dann folgen die verschlungenen Buchstaben VNL, 
und das gothische A. bedeutet Amsterdam. 
Vivarini, Antonio und Giovanni, genannt A, und G. da Mu- 
rano, von einer Insel des Bereiches von Venedig, malten häufig 
gemeinschaftlich, und zuweilen grsellte sich auch Johannes Alaina- 
nus oder Alemanus hinzu. Antonio da Murano wurde zu An- 
fang des 15. Jahrhunderts geboren, und von Liiigi Vivarini scn. 
unterrichtet. Seine Lebensverhältnisse sind unbekannt; nur seine 
VVerke sprechen von ihm, und beweisen, dass er noch 145i in 
Padua tliiitig war, zugleich mit Bartoloineo, der sich auf einem. 
Gemälde von jenem Jahre Bruder des Antonio nennen soll. Ftudolfi 
lässt demnach den Antonio irrig III-IM) Sterben,- und in S. Apolli- 
nare beerdiget werden. Giordani (Pinacotheca di_ Bologna 1829 p. 
 128) dehnt dagegen Antonio's Leben ungewöhnlich weit aus, in- 
dem er ihn noch 1495 arbeiten lässt. Er verwechselt ihn. dabei 
 mit Bartolomeo Vivarini. 
Die Lebensverhältnisse des Gio. da Murano sind ebenfalls un- 
bekannt, es sprechen nur die Bilder von ihm, welche er init An- 
tonio ausführte. Diese Qeniälde gehören zu den schönsten Lei- 
stungen der alt- venetianischen Schulen Antonio da Murano malte 
besonders liebliche lVladonnen, und wurdevolle männliche Figuren, 
worunter die Kirchenvater zu bewundern sind. Haare, Bart und 
Beiwerlie sind mit ausserordentlicher [iunst dargestellt, und (lle 
Färbung ist glänzend und wahr. Dieselbe Grazie und Schönheit 
haben auch die Werke .Giovaiini's, und besonders in der Färbung . 
Schmelz niid Ilarmonie. Doch muss er von einem Johannes Ala- 
manus unterschieden werden, einem Geholfen der Vivarini, wel- 
cher vielleicht schon als reiferer Meister an sie sich anschloss. 
Lanzi nennt ihn Gio. iPAlleinagna, und vcrniuthet einen Deutschen 
darunter, so wie früher schon Brandolese. Allein auf den Bil- 
 dem steht nur Juli. Alanianus , und somit glauben neuere 
Schriftsteller, er könnte auch aus der piemoiitcsisclicn Familie de 
Alanianis oder Aleinanis stammen. Dass zwei Künstler zu unter- 
scheiden seyen geht, deutlich aus dem Style der Malereien hervor. 
Der Johannes Alamanus hat eine der älteren deutschen Schule 
nahe verwandte Darstellungsweise, in welcher Zanotto (Pinacg- 
tlieca della J. A. Academia Veneta. Venetia 1851. 57.) Unbehiilll. 
liclikeit und einen barbarischen Geschmack herausfinden Man 
könnte aber höchstens sagen, dass seine Formen seliwerfälliger 
seyen, als jene der Vivarini. Auch unterscheidet er sich in Tiefe 
und Sättigung der Färbung. Diese Trennung eines Johannes Mii. 
rianus von einem Johannes Alamanus scheint jetzt wenig Gegner 
mehr zu haben  früher hielt man aber beide fiir Eine Person, 
und vereinigte sie in jener eines Deutschen, um (lasjenige, was 
die Italiener roh und barbariseh fanden. dein Deutschen aufbiir- 
den zu können. Moscliini (Gllida dl Vßllelia 1815, und Narra- 
zione dell' Isola di Muranol behauptete zuerst, es habe ein Giovanni 
Vivarini da Murano gelebt, indem er ein Bild gefunden haben 
will, welches mit dem Namen vJohnnnes Vivarinuse bezeichnet 
seyn soll. Er fand aber Widersprüche, und man gab dem Lanzi 
Recht, welcher den Gio. Vivarini mit Johannes Alamanus zusam- 
inenbraclite, Die Bliithezeit dieses letzteren fällt uin 1440  46. 
Das früheste bekannte Bild von Gio. und Antonio da lVIurano 
war in der [iirche S. Stefanc zu Venedig, und ist jetzt in der 
akademischen Gallerie zu sehen. Es stellt die Krönung der heil.
        

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