Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1823402
Visscgler , 
Cornelis 
383 
Vxsscher, 001713113 de; Maler von Gouda, der ältere dieses Na- 
mens, soll 1520 geboren worden seyn. Descamps I. 151, sagt, 
dass seine Lebensbeschreibung sehr lang wäre, er wolle aber nur 
bemerken, dass ihm die Kunst über alles ging. Visscher ertrank 
auf einer Fahrt von VHamburg nach Amsterdam. Dieses Unglück 
setzt ßalliema in das Jahr 1568, und somit kann er das Bild des 
bärtigen Nlamies mit der Papierrulle in der Gallerie zu Wien nicht 
gemalt haben. Auf diesem Gemälde steht das Mono ramxn CV. 
und: Aetatis aune 62 Au. 1574- Ars probat virum. iihxs Mono- 
gramrxi legt man dem C. Visscher bei, es kann aber darunter nicht 
jener liünstler verstanden werden, welcher 1568 den Tod in den 
NVc-llen fand. Wir lwnnten uns indessen nicht überzeugen, dass 
Balhema aus ganz sicherer Quelle geschöpft habe. 
C. Vischcr hatte als Purlraitnxaler Ruf. W. J. Dellft stach 
nach ihm das Bilrluiss des Prinzen Wilhelm I. von Oranien, r. 
ful. C. van Queboorn stach daselbe Bildmss. Sein eigenes Biäl- 
niss kuxumt in der Portraitsammlung von H. Hondius vor. Er 
zeichnet vor der Skalfelei, kl. fol. 
VISSClICP, COPIIClIS de, Zeichner und Kupferstecher, ist einer 
der berühmtesten Künstler seines Faches, Niemand aber berichtet 
iihur seine Lebensverhältnisse. Basan verxnuthet, dass er zu An- 
fang des 17. Jahrhunderts in I-Iollantl geboren 'wurde, und andere 
lassen ihn um 1010 lll Harlem das Licht derWelt erblicken. Diese 
Angaben wurden oft wiederholt, aber ohne hinreichendem Grund. 
11. van Eynden, Geschiedenis der vaderl. Schilderlufnst I. 76, 
glaubt, der liiinsller sei um 1630 in Amsterdam geboren worden, 
weil daselbst auch seine Brüder Jan und Lambert ihre Geburts- 
stätte fanden. Den Hauptbeweis findet van Eynden im Bildnisse 
des Künstlers von 10-19, wo dieser als Jiixlgling vun 19-- 20 Jah- 
ren erscheint. Allein C. Visscher hatte 1550 schon einen Sohn von 
13 Jahren. Er zeichnete ihn in jenem Jahre in Kreide und Tusch. 
Diese Zeichnung besitzt 11. Weigel (liunstkatalog Nr. 5055), und 
auf der Rückseite ist der Entwurf zu dem berühmten Bildnisse des 
Arztes G. de Ryck. Die Zeichnung ist bezeichnet: Ae. 15. 165g, 
wo Visscher mit dem Stiche jenes Bildnisses beschäftiget war. 
Der Knabe (Brustbild) hat einen hohen Hut auf und einen wei- 
len Nlantel um, so wie der Vater 1651 sich selbst dargestellt hatte. 
YVcnn nun diess der ältere Sohn des Meisters ist, so 1111155 er 
selbst um 101g geboren seyn. wenn er bei seiner Verheirathung un- 
gefähr 24 Jahre zählte. Damit stimmt wieder das Bilclniss des 
liiinstlers von 1619 nicht, da er dem Aussehen nach um 163g ge- 
buren ßeyn miisste- Wer löst nun diesen Widerspruch? 
Der Kimstverleger Jan Visscher, der um 1612 thätig wer, 
könnte der Grussvater unsers Künstlers, und Glas Jansz. Visscher 
der Vater desselben gewesen sryn, weil der Name Jansz Sohn 
eint-s Jan bedeutet. Jener Nicnlaus Visscher, der Herausgeber vie- 
ler schöner Blätter, scheint lißlll Bruder des Cornelis gewesen zu 
seyn, wie Füssly glaubt, sondern ein Neffe. Als Dileister des Cor- 
nelis Visscher wird gewöhnlich P. Soulman genannt, allein es ist 
nur so viel gewiss, dass er nach Zeichnungen und Gemälden Sout- 
man's viel gearbeitet hat. Vergleicht man die Blätter der Brüder 
Visscher, so zeigt sich vielmehr, dass Glas Jansz. Visseher sie in 
der Kunst unterrichtet habe. Ihre Behandlungsweise hat mit 
jener von Soutrran nichts gemein, und Soutman bediente sich 
zur Vervielfältigung seiner Werke wohl nur desswegen des Cor- 
nßlß , weil er in ihm einen der tiichtigsten jungen Bünstler 
fand, welcher sich unter seine Aufsicht stellen liess. Doch bald
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.