Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1823358
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Vischer , 
Peter. 
der klarsten Priicision gearbeitet. Der Styl ist durchweg als elas- 
sich zu bezeichnen. Ku ler sagt, man fühle sich bei der Betrach- 
tung dieses Wachsabilrucäses lebhaft an "die späteren Werke des P. 
Vischer und seiner Söhne erinnert, über das besondere Verhältnis; 
des Stempelschneiders (oder dessen der das Modell zum Stempel 
angefertiget) zu dieser Schule weiss Iingler nichts Näheres anzn- 
geben. Hermann Vischcr ist sicher im Stande gewesen, eine sol- 
che Arbeit zu liefern, da er nach J. Neudörtfer im Bossircn und 
Conterfeyen hohe Meisterschaft besass. 
Im Dome zu Aschaffenburg sind noch andere Gnsswerke, wel- 
ehe der Vischerkchen Schule angehören, darunter ein Sitrlillpliilg 
im Renaissance-Styl, auf welchen C. Becker (Iiunstblalt 1840 Nr, 
55) aufmerksam macht. Am Iiupfe des Sarges befinden sich die 
brandenburgischen VVappen mit dcr Inschrift: Corpus S. Marga- 
rethae virginis et martiris e_ numero undecim milliuin virginum _ 
1556. Demnach enthielte dieser Sarg die Gebeine der heil. Mar- 
garetha, einige Schriftsteller halten ihn aber für das Grabmal der 
in des Cardinal Alberts von Brandenburg so_tiet' eingreifenden 
Margaretha oder Magdalena liiidingßr- DU Ktinstl" nennt sich 
auf dem Werke nicht, ein solcher gibt sich aber auf einem an. 
deren Erzbilde der Stiftskirche kund, welches der genannte Car- 
dinal fertigen liess. Es ist diess das 7 F. hohe llelief, welches 
die Madonna mit dem Iiinde auf dem Halbmonde darstellt, an- 
scheinlich nach einem V-orbilde von Dürer. In der Einfassung 
sieht man die Passionswerkzeuge, oben die Veronica mit dem 
Sehweisstuche, und unten das Wappen des Cardinal- Erzbischofs 
Albert von Mainz. Der Meister setzte seinen Namen auf das 
Werk: Johannes Vischer norie. faciebat MDXXX. Durch dieses 
Bild könnte sich Johannes auch zur Ausführung des genannten 
Sarkophages empfohlen haben, sowie zurAnlertigung jenes Bronze- 
kastens mit Reliquien "der unschuldigen Iiinder, welcher aus (it'll! 
Dom in Mainz nach der Stiftkirehe in Aschaffenburg gebracht 
wurde. 
Auf einem von Hieronymus Gärtner gefertigten Brunnen im 
Schlosse zu Aschaffenburg soll sich nach J. Heller (Bciiriige zur 
Kunstgeschichte. Bamberg 1822 S. 59) eine Statue des heil. iYIarlin 
mit dem Wappen des Erzbisehofs Albert befunden haben. Dieses 
Werk ist nicht mehr vorhanden. 
Aus VischeHs Werkstätte gin vielleicht auch das Bronzereliel" 
am Grabmale des Prinzen Friedriclgi. Cardinal-Hischofs von lirakati, 
im Dome daselbst. hervor. Links thront Maria mit dem liinde, 
über welcher zwei Engel einen Vorhang halten. licclits_vtii' dir 
kniet der Cardinal, dem ein Bischof zur Seite steht, und den Tod 
herbeifiihrt. Dieses Relief ist von höchster künstlerischen Vollen- 
dung, trägt aber weder Namen noch Monogramni. F. von Quast 
(kiunstblatt 1847, N11- 50) glaubt es indessen init vollem Rechte 
der Nürnberger Werkstätte vindiciren zu dürfen, da das Werk 
eine künstlerische Vollendung zeigt, wie sie damals nur durch Vi- 
scher erzielt werden keimte. An ihn erinnern namentlich auch die 
kleinen Engel, so wie andere denselben ähnliche Figuien. welche 
sich zu beiden Seiten des Monumentes befinden, und Wappen 
tragen, mit Delphinen, oder Violinen, Glöckchen u. dgl. spielen. 
Sie sind , wie so häufig an Vischer's Werken, 'z. B. dem herrli- 
chen Relief des Henning Gaden in der Schlosskirche zu Witlen- 
berg und im Dom zu Erfurt, weniger vollendet, wie die grossen 
Gestalten, vielmehr zeigen sie auch hier eine gewisse Härte. 0b 
Yeit Stuss einen Autheil an diesem liunstwerke genommen, ist
        

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