Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1823327
Vischer , 
Peter. 
375 
In der Stiftskirche zu Römhild sind monumentale Werke, 
welche zu den sehbnsten ihrer Art gehören. Das älteste ist jenes 
des Grafen Otto IV. von Henneberg, welches schon in den ßoger 
Jahren des 15. Jahrhunderts in Erz gegossen wurde, wahrschein- 
lich bevor Peter Vischer das Meisterrecht erlangt hatte, demnach 
von Hermann Viseher sen, Ein zweites Bronzewerk daselbst ist 
das Denkmal des Grafen Hermann VIII. von Henneberg und sei- 
ner Gemahlin Elisabeth, mit den Bildnissen der Seeligen in Hoch- 
relißii. 1507 gegossen. Die Modelle schreibt l-leideloiT dem V-Stoss 
zu, während andere in allen Dingen Vischeüs Geist und Hand er- 
kennen wollen. Wir haben darüber im Artikel des V. Stoss he- 
fißlllßt, und bemerken hier nur noch, dass wir genaue Abbildun- 
gen und eine Beschreiben der Hennebergschen Monumente haben: 
Die ehernen Denkmaiie hennebergischer Grafen von Peter Vi- 
SCher in der Stiftskirche zu Bömhild. Gezeichnet und beschrieben 
von A. W. Döbner. Mit 6 lith. Blättern. München 1840, fol. 
Den Namen des Verfassers dieses interessanten Werkes haben 
wir schon oben genannt, denn er ist es, welcher im liunstblatt 
1846 Nr. 11 gegen Professor Heidelolf in Nürnberg auftrat, da 
dieser bekanntlich dem Meister Vischer die Ehre der Erlindnng ab- 
spricht, und ihn nur zum Giesser nach fremden Modellen macht. 
Der Zeit nach kann Stoss allerdings dielModelle gefertiget haben, 
und erhatte ja durch sein Monument des liüxiigs Casimir in Iira- 
kau vor allen seine Tüchtigkeit zu monumentalen Arbeiten he- 
wiesen. Zur Evidenz ist es freilich nicht erhoben, dass Stoss 
die Modelle geliefert habe, es ist aber auch an Hermann Vischer 
nicht zu denken, und noch weniger an Peter Kraft. Composition 
und Behandlung der Monumente erinnerten Heicleloff augenschein- 
lich an Stuss. so dass er dem P. Vischer nur den Guss übrig lässt. 
Die hohe Meisterschaft des Veit Stuss an den Werken in lirakau 
bestättiget auch F. v. Quast, Hunstblatt 184? Nr. 50. und erscheint 
eine Wechselwirkung beider Meister nicht bestreiten zu wollen.") 
Eines der reichsten Gusswerke unsers Meisters ist das Monu- 
ment des Erzbischofes Ernst von Magdeburg llll Dome daselbst, 
1.197 gefertiget. Dieses VVerk schreibt HeidelotT ebenfalls nach 
Coinposition und Modell dem V. Stuss zu, so dass also dem P. 
Vischer wieder nur der Guss bliebe. Der Seelige liegt im Ornate 
in Lebensgrosse auf dem Sarge, an welchem die 12 Apostel erho- 
ben sind. An der Seite zu seinem Haupte steht der heil. Moriz, 
und unten der heil. Stephan. Der Löwe mit dem sächsischen 
"Wfappen liegt zu den Fiissen des Bischofs, und an den Ecken des 
Sarges sieht man auf Postumenten die Attribute der Evangelisten, 
wie am Römhilder Monumente, so dass in der Vischefsehen Gies- 
serei stehende Formen waren.  
Abgebildet in der Beschreibung der beruhmteu Domkirche zu 
Magdeburg 1089-  
 
 VVir habelrim Artikel des V. Stuss gezweifelt, ob auf dem 
Monument des Königs Casimir Jagellonides Eit Stuos stehe, 
und nicht eher Fit zu lesen sei. F. v. Quast versichert, 
dass es Eit Stuos heisse. Auch ist das Monument nicht vull 
rothem Granit, sondern von rüthlieh braunem Marmor. ES 
ist noch entschieden im gnthischen Styie, und zwar in sei- 
ner spätesten üppigsten Entfaltung ausgeführt. Der rßlllh 
verzierte Dachhimmel lässt die Phantasie jenes Meisters er- 
kennen, welcher den HeidelotPschen Entwurf zum Sebaldus- 
grab gefertiget hat.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.