Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1823054
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Vinci, 
Pierino 
Vincidor , 
Tommaso. 
tappt. Zur Bezeichnung des Ortes, wo jene Begebenheit verfiel, 
strömt unten in der Breite des Bildes der Arno, an dessen Llfer 
der Hungerthurm in Pisa sichtbar ist. Auf diesem zeigt sich der 
Hunger selbst in Gestalt eines nackten, dürren Weibes. Pierinu 
goss dieses Werll in Bronze (1 Elle hoch und ä E. breit). Es bs- 
findet sich im Palaste des Grafen della Gherardesca zu Pisa, wird 
aber von Einigen fälschlich dem Miehel Angele beigelegt. Blau 
findet Gypsabgiisse davon. Dann rühmt Vasari auch ein kleines 
Marmorbasrelief, welches die heil. Familie vorstellt, und zu seiner- 
Zeit im Studierzinmmer des Herzogs in Florenz aufgestellt wurde. 
Dieses Bildwerk sieht man jetzt im Corridor der Gallerie der Uf- 
{izien dasclbst. Es ist mit mehr Gefühl moclellirt, als man von 
einem Schüler des Michel Angele erwarten sollte. Ein weiteres 
VVcrli, welches der liiinstler fertigte. ist ein Relief, wwwz-lches das 
von Cosirno restaurirte Pisa vorstellt. Auf diesem Basreliel" er- 
scheint der Herzog von den allegorischen Gestalten seiner 'l'ngen. 
den umgeben , wie er die allegorisehe Pisa im Gefolge der Uebel 
und Mängel aufrichtet. Die Stadt erkennt man aus dem Wappen- 
schild, auf welchen sie sich stützt, und aus dem in der Ferne er- 
schcinenden Meere. In der Ape Italiano III. p- 52- ist dieses jetzt 
im vatikanischen Museum befindliche VVerk auf tav. VIII. abge- 
bildet, wird aber irrig dem Michel Angele zugeschrieben, mit der 
Bemerkun , es stelle die von Cosimo de Medici (Pater Patriae) 
emporgehogbene Stadt Florenz dar. Diese genannten Arbeiten hat- 
ten dem Vinci grossen Ruf erworben, und man bewunderte den 
Netten des grossen Leonardo. Desswegen übertrugen ihm auch 
die Erben des Bartolomeo Turini die Ausführung des Grabmale-s 
des Messer Baldassare Turini, für welchen Leonardo in lium ge- 
arbeitet hatte. Pierino liess sich einen Marmorblock aus Carrara 
bringen, und fing eine Statue zu arbeiten an, deren Entwurf ganz 
in der Weise des Michel Angele behandelt war. allein das Werk 
liam nicht zu Stande, da Vmci erkrankte, und in Padua verge- 
bens die Herstellung seiner Gesundheit hoffte. Er starb bald nach 
seiner Ankunft in Florenz, erst 55 Jahre alt. Das Todesjahr nennt 
Vasari nicht, er fügt nur ein Sonett bei, welches Benedctto Varchi 
zu seinem Gedächtnisse dichtete, Dieser Varehi wurde als Anhäu- 
ger der Strozzi 155? aus Florenz verbannt, ab_er_155l2 wieder be- 
gnadiget. Im Gedichte wird Pierin als zweiter Vlllßl" gepriesen,__i1nil 
Varcln klagt, dass er bereits alt und grau, den bluhenden liuust- 
ler habe lnnscheiden sehen.  
VIIICIClOP, TOIDIIIQSO, Maler von Bologna. wird unter die Schii- 
ler Rafaefs gezählt, ist aber nach seinen Lebensverhältnissen un_ 
bekannt. Er soll in Cremona gearbeitet haben, ltaxn aber auch 
nach Antwerpen, wo er 1520 mit AlbrechtDürer in Berührung kam. Er 
malte das Bilrlniss des deutschen Meisters, und wie aus dem 'l'agg- 
blieb desselben hervorgeht, arbeiteten sie auch gemeinschaftlich, 
Dürer zählte ihn zu seinen Freunden, und nennt ihn Thomas P0- 
lulllra und Polonius. Das von ihm gemalte Bildniss Dur-er's ist 
duPCll Zwei Stiche bekannt, einmal durch jenen vuu Aml. Stuck 
(1039) , mit der Inschrift: EiTigies Alberti Dureri Nurici, Picturis 
et Seulptoris hactentis excellentissimi, (leliueata acl imagineln a-jus 
quain 'l'huxuas vineinlur Llß [luluignia ad vivuin dcpiilxit AlliVUFPlilÜ 
1520,  Dieses schöne ßilduiss aus F. cle VViUs Verlag minle 
von E. cle Bontonois für J. BnllarPs Acaclemie des scienees. arit- 
xelles 1582, I1. 285. copirt. Der Meister erscheint im Pelzr zhe 
mit einem Hut auf dem Kopfe, unter welchem die langt-n Haare 
herabfallen. Brustbild in Oval. Die Zeichnung dazu hcsass J. Hel-
        

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