Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1822998
Vinci , 
Leonardo 
färbtein Papier von Leonardo, welche einen Band ausmachen. Die- 
ser Band in gr. fol. stammt aus F. MelzPs Verlassenscliaft, und 
besteht aus den drei Abtheilungen, welche der Bildhauer Pumpen 
Leoni von dem oben erwähnten Mazzenta erhielt. Auf einem 
Hefte steht mit goldenen Buchstaben: Disegni di Leonardo da 
Vinci restaurati da Pompco Leoni, worunter doch wahrschein- 
lieh nur zu-verstehen ist, dass Leoni die Zeichnungen sammelte 
und in einem Bande vor dem Verderben schützte. Leoni besass 
auch noch viele andere Zeichnungen von Leonardo, welche eben- 
falls diesem Bande beigefügt sind. Er kam zuletzt in den Besitz 
Carl I. von England, und blieb dann bis zur Thronbesteigung 
Georg III. unbeachtet. Damals wurde er im Zimmer der Königin 
Carolina in licnsington gefunden, nebst den Portraitcn von Hol- 
heiu. Dieser Band enthält sicher den grösstcri Theil der anato- 
mischen Zeichnungen, welche Leonardo in Pavia nach den unter 
den Augen des Marcantonio dclla Torre anatomirten KörpernVaus- 
führte. Ueber die anatomischen Studien des Meisters haben wir 
schon oben S. 301 gesprochen. V'asari sagt, Leonardo habe in 
diesen mit grüsstem Fleisse in Iliitlicl und mit Federumrissen aus- 
geführten Zeichnungen den Iinochenbau vollständig dargestellt, 
damit nzieli der Ordnung die Nerven verbunden, und sie mit 
Muskeln unizogcn, von denen die ersten an den Knochen sitzen, 
die zweiten die Iiraft verleihen fest zu halten, und die dritten 
Bewegung gehen. Jedem Theil schrieb er nach VasarPs Bemer. 
liun in schlechter Schrift die Erklärung bei, die verkehrt mit 
der liinken Hand geschrieben ist. In solcher Weise sind die Zeieh- 
nungen im brittischen Museum behandelt. 
Dann erwähnen wir hier auch eines Werkes des Luea Paciolq 
de] Borgo S. Sepolero, welcher drei Jahre zu Mailand im Hause 
Leonardds lebte, und die Maximen desselben in einem Lehrbuche 
verarbeitete, wahrscheinlich unter literarischer Beihiilfe des Mei- 
stors, obgleich Paciolo die Autorschaft für sich allein in Anspruch 
nimmt, und dem Lionardo nur die Zeichnungen vindicirt. Diese, 
Werk worüber wir schon oben S. 3fi2 zu sprechen kamen, wurde 
1509 gedruckt, unter dem Titel: Diuina proportione. Opern a 
tutti gliiigegiii pcrspicaci e eui-iosi neeessaria Oue ciascun studiosu 
die Philosophin: Prospectiva Pietura Sculptura  e altre Mathe- 
iiiatice suauissiiua: sottile etc. Venetiis iinp. per Paganinum de 
Paganinis de Brixia 1509, ful- 
Die vielen Holzschnitte dieses eminent seltenen Werkes, poly- 
gonische Figuren, Proportionen der Buchstaben, architektonische 
Entwürfe, Köpfe etc. sind nach Zeichnungen Leonardtfs geferti. 
get, und wahrscheinlich hat er sich selbst im Praktischen der Form- 
sclineideliunst versucht, wie aus der Vorrede zu erhellen scheint, 
Wu_ Paeiolo sagt: Nec vero multo post spe animos aletes libellum 
eui de diuina proportione titulus est, Ludovico Sphoreiae Duci 
iiiediolanensi nuneupavi. Tanto ardore ut Schemata quoq. 511a 
Vineii iiostri Leonardi inanibus scalpta: quod opticeui iustruetio- 
T9111 Tßdflßfß possent additieriiii. Leonardo hat nach dieser Angabe 
selbst Einiges geschnitten, z. B. die beiden liöpfe mit den Pro- 
portiunslinien, wie VVeigel, Iiunstltatalug Nr, 9936, glaubt 
Dann erwähnen wir auch einiger VVerlse, itVOlCllß Handzeich- 
iiuiigen des Meisters iiiiitiren, oder Skizzen desselben im Stiche 
geben. D10 llauplsuinrne seiner Zcichiiuiifeii ist jetzt in Paris und 
liUlKlUD, da die derartigen Schätze aus er Aiiibrosiaiia zu lNIai- 
laiid nach der Restauration 1815 unbegreiflich" Nvcise in Paris 
zurückgelassen wurden. lYInlirerer Zeichnungen haben wir aii
        

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