Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1822959
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Vinci , 
Leonardo 
Graf Kaunitz besass ein Bild der Leda, welches dann in die 
Sammlung des Grafen Firmian zu Leopoldskrtm iiberging. 
Gest. von Gerli tav. VIII.  
In der Minoritenkirche ist IladaelPs Mosaikcopie des Abend- 
mahles. S. oben S. 296. 
Leonardo's Handschriften, dessen Trattato della 
pittura, und die Zeichnungswerke. 
Dieser merkwürdige Künstler hinterliess auch mehrere Hand- 
schriften, welche gewöhnlich von der Rechten zur Linken geschrie- 
ben, und mit Zeichnungen versehen sind, so dass der Gedanke niit 
der Illustration Hand in Hand geht. Leonardo zeigt sich in die- 
sen Werken als ein tiefsinni er Physiker und Mathematiker, der 
seine Theorie stets auf Erfaän-ung baut, mit der durchdringend- 
sten Einsicht eine höchst fruchtbare Erfindungsgabe verbindet, und 
vielen später berühmt gewordenen Physikern und Mathematikern 
111 wichtigen Erfindungen und Entdeckungen vorangeht. Der be- 
rühmte Physiker J. B. Venturi, welcher 111 Paris einen Auszug 
des wissenschaftlich Merkwiirdigen aus seinen Handschriften ge- 
macht hat (Essai sur les ouvrages physico-mathcrnatiques de L. da 
Vinei etc. Paris 1797, lt.) sagt, man sehe daraus, dass die Malerei 
nur ein Theil der Beschäftigungen dieses ausserordentlichen Gei- 
stes gewesen sei. Die Spekulationen, die er in seinen llantlschrif- 
teu niedergelegt, beziehen sich hauptsächlich auf Geometrie; ein 
geometrischer Geisi hat ihn in allen seinen Studien geleitet, wo er 
überall die Beobac tung der Naturerscheinnng dem Lchrsatze vor- 
anstellte. Er spricht sich über den Gang seiner Forschungen selbst 
aus, wie er nämlich bei Behandlung eines Gegenstandes vorerst; 
einige Versuche vorausschicke, da es sein Grundsatz sei, friiher 
die Erfahrung zu Ilathe zu ziehen, um dann zeigen zu können, 
warum die Iiörper gezwun en sind, nach diesem oder jenem Ge- 
setze auf einander zu vVlläißIl. Dicss sagt er, sei die Art und 
Weise, welche man bei Untersuchung von Naturerscheinungen zu 
beobachten habe, er könne aber nicht wie die Natur mit dem 
Grunde beginnen, und mit der Erfahrung enden, sondern lllltlo, 
es angemessener, den entgegen gesetzten Weg einzuschlagen, mit 
der Erfahrung zu beginnen, und mittelst dieser die Ursachen davon 
zu ergründen. In der Mechanik kannte er unter anderen die Ge- 
setze der auf einen Ilebclarm schief wirkenden Krähe, den gegen- 
seitigen Widerstand der Hehelarmc, die Gesetze der Reibung, wel- 
che in der Folge von Axnontons entwickelt worden sind, den Ein- 
fluss des Schwerpunktes auf die ruhenden und bewegten Körper, 
die Anwendung des Princips des Stosses auf verschiedene Fälle, 
welche die höhere Analyse in unsern Tagen allgemein verbreitet 
hat. In der Optik beschrieb er vor Porta die sogenannte Camem 
optica, erklärte früher als Maurolico die Gestalt des Sonnenbildcs 
in einer eckigen Oednung, lehrte die Luftperspektive, das Wesen 
der farbigen Schatten, die Bewegungen der Iris, die Wirkungen, 
welche die Dauer des Eindruckcs im Auge hervorbringt, und viele 
andere Erscheinungen im Atlge, die man umsonst im Vitellone su- 
chen dürfte. Leonardo da Vinci hatte nicht allein das schon 1M)- 
merkt, was Castclli ein Jahrhundert nach ihm über die Bewegung 
des VVHSSCrS geschrieben hat, sondern er hat letzteren in tliesein 
Theile bei weitem übertroffen, ungeachtet Castclli von ganz. Itu- 
lien als Gründer der Hydraulik angesehen wird. Wenn nun Von- 
turi diese Uebersicht mit dem Urtheile schlicsst, man könne den 
Leonardo an die Spitze derjenigen Gelehrten der neueren Zeit stel- 
len, welche sich mit den physisch-mathematischen Wissenschaften
        

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