Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1822637
WG 
Viuvi, 
Lemklrdn 
der liiinsller seine Eigeiitliiiinliclilseit hingab, welche durch Nai. 
velait, Liebreiz in den Iiiopfcn, und eine grosse Einfalt in seinen 
Anordnungen und Couipositionen höchst anziehend WlPCl. Tief 
charakteristisch und energisch ist er aber niemals; hiczu fehlte es 
ihm an Schärfe. Daher ist auch seine Zeichnung etwas stumpf, 
was besonders bei den Extremitäten, namentlich den Händen sei- 
ner Figuren aullallt. Sein Colorit ist dagegen blühend, sein Fap- 
beiiaultrag saftig und pastos, aber etwas geleckt. lni Helldunliel 
ahiiite er dein Leonardo nach. Einige Bilder sind nach den Car- 
tons des Meisters ausgeführt, wie die heil. Iramilie, die aus dem 
Mmee Napuleon wieder in die Ambrosiana nach lYlailaiid zurück- 
gekehrt ist. Auch das Bild der Maria in Betrachtung der vor ihr 
auf dein Hasen mit einem Lamme spielenden liiuder lJOlGlIJSGPPg 
Valargli in Mailand ist nach Leonardols Carton von ihm gemalt, 
Gleiches ist von dem Bilde der heil. Catliarina mit zwei Engeln in 
Copeiihugeii zu verniiitlien, indem die olters vorkommenden Co- 
liicn jene rundliche Bildung der l-Iande zeigen, die dem Luini 
eigen ist. Als Werke eigener hrfindung, worin er sich dem Leg- 
iiardo sehr genähert, betrachtet Passavant l. c. 205. Christus unter 
den Schrifllehrerii in der lhiationalgallerie zu London, die Beslflufi, 
dcnheit und Eitelkeit im Paläste Sciarra Culonna und bei Lucian 
Bonaparte, und die Ilerodias init dem Kopfe des 'l'iiufers Johannes 
in der 'l_'rihiine zu Florenz. Alle diese Bilder werden bekanntlich 
dem Leonardo zugeschrieben, es fehlt ihnen aber des Flüfßnllllers 
liebcvollere und feiner empfundene Auflassung, welche in der 130- 
stiinnitheit des Ausdruclies,_(ler Bewegung und der Zeichnung bei 
seinen eigenhändig: ausgeführten Werken bis an die äussersteu 
Gräuzen getrieben ist. Noch iireniger Anspruch auf Iaeonamoss VOL 
leiidete Kunst diirfen nach Passavant viele der ihm ausserlialb 11a- 
lien zugeschriebenen lYladiiniienliilder iiiaclien,_die noch augen- 
fälliger Luini's bCSClIFliHlilGPC Manier zeiägen. Weitere Schüler und 
Nachahmer in Mailand sind:  und Aure io Luini, Bernazzano, Nim 
Amiinnci, C. Arbaria, Fr. dUXdda, Anib. Eäogni; indrliirenz: L. di 
(lrcdi, Gio. A. Sogliani, Zanobi Poggio, (Jiul. Bugiarilini, F. n", 
slici, Ferrante und L. Lotto. 
Leonardds Reise nach Florenz. 
Der im Jahre 149g erfolgte Sturz des ltlauses Slbrza verän- 
derte Leoniirdcfs Luge, verminderte aber seine Thäitiglseit nicht, 
In Mailand war indessen fiir ihn nichts mehr zu schaffen, da (He 
französischen Eroberer lieber buhlten und tanzten, als die Kunst 
belorderten.  Wllfdß im Gegciitlicile zerstört. So schossen dm 
mals die Gssconisclien Reiter Leonardws colossales Plerdemodell 
zusammen, und nach Fiorillo Ill. gg. g. ging aucli das lileiiie 
Waelisinodell des Pferdes durch die Franzosen zu Grunde. Doch 
richteten sie das llefelitorium von St. Maria delle Grazie nicht 
zum Pferdestall ein, wie die Franzosen von 1796. Der von Leu_ 
iiardu erbaute herzogliche Marstall wurde aber deinolirt. Der 
liiinstlcr lilllllllß 149g in der Villa Melzi zu Vaprio Zuflucht ge. 
nomnieii, und das colossale-Brustbild der Madonna mit dem Iiinde 
in Fresco gemalt haben, wenn dasselbe nicht bei einem späteren 
Aufenthalte im Jahre 150? entstanden ist,' wie Ainorctti glaubt 
Della Valle gerieth bei der Beschreibung dieses Bildes in Extase, 
und sagt, es sei mli Stile gigantesco il piu Sl-lblllllßi". Er nieint man 
habe hier einen Correggio aus der Schule des da Yinci. welche;- 
aher nie so schöne Haare geflochten hat. In Mailand änderten 
sich inzwischen die Verhältnisse nicht, und Leonardo hatte daher 
nichts mehr zu verlieren, als das kleine Gut, welches ihm 149g 
der Herzog Ludovicti il Moro geschenkt hatte. Dieser selbst
        

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