Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1822492
ginalzeichnung zur ganzen Cumposition ist aber in der ls- Handzeich. 
uungssammluxigl zu Pqns. Einzelne flüchtige Entwürfe bewahrt die 
Gallcrie der Aiademie zu Venedig. König Franz I. von Frank. 
reich hatte bei seiner Anwesenheit in Mailand 1515 grosse Lust, 
das Gemälde nach Frankreich bringen zu lassen. Er suchte nach 
Baumeistern, die es mit Balken und Eisen fest genug zu binden 
veruxöchten, damit man es unbeschädigt furtbringen könnte. Doch 
sah er zuletzt die Unmöglichkeit des Transportes ein, und be- 
gniigte sich mit einer Gopie von B. Luini, u-elche in St. Germain 
lbäuxerrois aufgestellt wurde, aber verschwunden ist. Leider 
haben die Mailänder nur mehr den Schatten der ehemaligen Pracht, 
als diese selbst. 
Der Iieiin zum Verderben wurde nach _Bossi schon 1495 8G- 
legt, indem durch die Ueberschweinmung die Mauer Feuchtigkeit 
angenommen hatte. In den späteren Hricgsunriihen, welche bis in 
die Hälfte ,des 16. Jahrhunderts dauerten, Sßheliit das Meisterwerk 
vernaehlässi et wurden zu seyn; denn Armenini nennt es 50 Jahre 
nach der Voälendung schon halb verdorben. _Auch Vasari sagt im 
Leben des Girolaino da Carpi, wo er der Copic des Monsignori er- 
wähnt, dass er das Original so verdorben gefunden habe, dass e, 
nicht viel besser, als ein Farbenfleck ausgesehen habe. Lumazzu 
erblickte 1561 nur noch die Zeiehnun daran, und der Cardinal 
Federico Borromeo nennt es eine Beäiquie, welche er so hoc], 
hielt, dass er von 1612  16 mit Hiilfe der damals noch "vorhan- 
denen Cartons durch A. Bianchi Vespino die bekannte Copie in 
der Anibmsiaua fertigen liess. Seanelli sah 1642 von den Fi iiren 
nur noch wenige Spuren, und fand die Köpfe, Hände und äliisse 
fast ganz vernichtet. In diesem Zustande scheinen die Mönche 
das Gemälde zuletzt gar nicht mehr beachtet zu haben, denn sie 
liesseii 1052 eine Thiire durch die Fiisse des gHeilandes brechen, 
wobei auch die neben sitzenden Apostel die Beine verloren. Tone 
phaiitasirt daher, wenn er iiii Ritratto di Milano 1672 das Bnd 
mit der untergehenden Sonne vergleicht. DiePracht desselben war 
schoii längst verblichen. Im Jahre 1726 liessen daher die Mijn_ 
ehe das ganze Bild von dem Stümper Mich. dng. Belotti roh 
iibermalen, und fanden mit dem Pöbel von Mailand den neuen 
Farlienglanz erstaunlich schön. Doch bald nach _dieser letzten O9- 
luiig, wie Fiorillo sie nennt, übel-zog das Bild ein neues DuiikeL 
Später wurde es wieder in Teinpera retouchirt. und 1770 über- 
nahm ein gewisser Mazza eine neuejieslaiiration, yvodurch das 
Bild den Todestreich erhielt. Die wenigen ubrig gebliebenen alten 
Krusten wurden weggekratzt, oder mit einer Grundirung von Um- 
ber- und Oclaererde überzogen. Dann bedeclitedVlazza das G9- 
mälde mit ungesehicktein Pinsel bis auf die drei Figuren der Apm 
slel Matthäus, Thaddeus und Simon. An der Verwüstung dersel- 
ben hinderte ihn der neue Prior Paolß 6111101151 doch waren sie 
schon von Bellutti iibermalt. Der Iiepf des Heilandes hatte noch 
die meisten Spuren der Hand Leonardos Im Jahre 1796 wiithe. 
ten die Franzosen im Refektoriuin, obgleißh Napoleon den Befehl 
gegeben hatte, das Kloster zu schonen. Nichts desto weniger wurde 
das Befektorium in einen Pferdestall umgeschaden. so dass die Wand 
durch den unten aufsteigenden Salpeter noch immer gefährdet ist. 
Copien des Bildes. 
Das berühmte Abgndmahl des Leonafdo ist alsd nur mehr in Fresco- 
undOelcopien,_Zexchnn11gen 'und Stichen vorhanden, wovon aber 
die ersteren mexstens untreu sind. Ueber den Werth derselben gib;
        

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