Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819806
Velasquez 
de 
Silva , 
Don 
Diego. 
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stammt aus der früheren Zeit des Meisters, und ist bereits von 
hoher Wahrheit, doch die Färbung noch schwer und dunkel, in 
den Schatten schwarz. Das Bildniss Innocenz X. in dieserSamm- 
lung ist ein Werh ersten Ranges; so geistreich, so lebendig, so 
lilar in dem röthlichen Tone hat nur Velasquez malen können. 
Das eigene Bildniss des Meisters ist hier ebenfalls trefflich. 
In Landsdownehonse sieht man das Brustbild des Ministers 
Grafen von Olivarez, aus der Sammlung des Friedensfiirsten stammend. 
von lgrosser Energie der Auffassung und meisterlich behandelt; ferner 
das rustbild des Künstlers. Zwei Landschaften mit Figuren, in 
gliihendem Tone, frei und geistreich behandelt, gehören ebenfalls 
zu den Hauptwerhen dieser Sammlung. 
In der Grosvenor Gallerie ist ein ßildniss Philipp IV. als Knabe 
auf einem andalusischen Pferde, welchem man in England mit ei-i 
nigen Veränderungen öfter begegnet. Auch Sir Thomas Hamlet 
besitzt ein solches. 
In der Bildersannnlung in Dulwichcollege sind zwei ähnliche, 
lebendig aufgefasste, hlar und lsriittig gemalte Bilder. Das eine 
stellt Philipp IV. als Prinzen von Astnrien zu Pferd vor, und 
hommt in der Sammlung des Marquis von VVcstminster und des 
Banquier Rogers in Wiederholungen vor. Auf dem zweiten Ge- 
mälde erscheint derselbe Prinz als König von Spanien, Hnicstiick 
mit dem Connnandostabe, besonders meisterhaft behandelt. i 
Sir Thomas Baring in London besitzt das lebensgrosse Bild 
eines spanischen Feldherrn, mit Landschaft im Grunde. Die le- 
bendige Auffassung, der trefflich impastirte, geistreiche Vortrag, 
und die Färbung, welche hier nicht, wie in andern Bildern, lsiihl 
röthlieh oder blass, sondern von einem warmen, glühenden Gold- 
ton ist, zeigen den Portraitmalcr ersten Ranges in seiner ganzen 
Griisse.  
In der Bildersammlung zu Leight-Court ist eine in den Him- 
mel fahrende Maria, lebcnsgrosse Figur, im Grunde Landschaft. 
Dieses Bild zeigt den Meister auch als Ilistorienmaler gross. Die 
Figur ist edel, die Farben der Gewänder sind von ganz eigen-_ 
thiimlichem Reiz in der Zusammenstellung, der Ton des Fleisches 
ist aber minder lilar, als in seinen Portraiten. 
In der Bildersammlung zu Lutonhouse ist ein Portrait des 
Papstes Ilnnocenz X. im Lehnstuhle. Die edle und zugleich höchst 
lebendige Auflassung, die meisterliche, breite Behandlung, der 
wahre, zarte Fleischton, rechtfertigen den grossen Beifall, welchen 
schon ältere Schriftsteller diesem Bilde zollen. 
Lord Ahsburton zu London besitzt eine Ilirsehjagd in der 
Nähe eines der Landhäuser des Königs von Spanien. 
Im spanischen Museum zu Paris sind IQ Bilder dem Velasquez 
zugeschrieben, nach welchen man ihn jedoch nicht beurtheilen darf. 
Im Correo Naeional von 28.Juni 1838 richtet desswegen ein spani- 
scher liünstler einen Brief an Louis Philipp, und klagt, dass im 
Allgemeinen die grossen Meister in" jener an 400 Bilder zählen- 
den Sammlung nicht würdig vertreten seyen. Dem Velasquez er- 
hennt er kein einziges Bild zu. Nach seiner Ansicht sind es Bil- 
der von Schülern, eines Martinez, Parreja, Carrenno u. A. M311 
sieht da das Bildniss des Herzog von Olivarez. wo er nicht zu 
Pferd, wie in dem berühmten Bilde im Museo del Prado, Sßlldcif" 
in Hoftracht dargestellt ist. Den Pendant bildet das Portrait des Iio- 
lligs Philipp IV. Dieses ist noch weniger schön, und viel weniger 
authentisch, als das des Herzogs. Die Beine sind dergestalt ver-
        

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