Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1821900
Vieira 
dc 
Mattes , 
Francisco. 
23 3 
In seiner Hoffnung getäuscht, verliess er heimlich Lissabon, und 
ging nach 110m. um beiui Papste die Entlassung seiner Braut zu 
erwirken. Er fand auch wirklich ein geneigtes Ohr, und die schritt- 
liclie Erlauhniss, sich mit Inez zu verbinden , da sie wider ihren 
Willen iiu lilostcr schmachtete. Er liess durch Freunde in Lissa- 
bon seine Sache betreiben; allein nach portugiesischen Gesetzen 
konnte nur mit Bewilligung der Regierung eine Bulle erwirkt wer- 
den, und so verflossen Monate und Jahre, ohne zum Ziele zu 
gelamicn. Vieira nialte zu Boni in Liebessehmerz, wurde Mitglied 
der A ademie S. Luca, und als Künstler gepriesen. Sechs Jahre 
hatte er in Rom vergebens auf Erlösung seiner Inez gewartet, 
endlich aber kehrte er nach Portugal zuriick, um auf anderem 
KVege zur Vereinigung zu gelangen. Er drang ins liloster und 
entführte die Geliebte in Manuskleidern, wobeiilin der Bruder der- 
selben durch einen Pistolenschuss verwundete. Des Vermögens der 
Gattin beraubt, war er jetzt eine Beute der Armuth, und musste 
es wagen, bei den Paulincrn zu Lissabon heimlich Arbeit zu su- 
chen. Er malte hier 1750-51 die berühmten Ereniiten im Schiffe 
der Iiirche, welche zu seinen schönsten Arbeiten gehören, so wie 
zwei frühere Bilder aus dem Leben des heil. Anton in St. Roch 
daselbst. Sie stellen den Heiligen dar, wie "er den Fischen predi- 
gct. Die nackte ,Figur des Satan gilt als ein anatomisches Meister- 
stiiek. Nach Vollendung der Arbeiten in der Kirche der Yauliner 
war der Iiiinstler wieder deni Zufall preisgegeben, und um end- 
lich ruhig leben zu können, beschloss er eine dritte Reise nach 
Boni zu unternehmen, wurde aber 1735 von Sevilla aus als Hof- 
uialer nach Lissabon zuriickberufen. Jetzt bezog er einen Gehalt 
Von 00.000 Reis, und iibcrdiess wurdeiiiihm die Bilder bezahlt- 
Viele sind während des Erdbebens zu Grunde gegangen, Graf A. 
Ilaczynski, Les Arts en Portugal, und Dict. hist. art. du Portugal- 
Priris 1840 u. 1,17, fand aber iioch immer eine bedeutende Anzahl 
von schönen Gemälden vor. Sein Werk ist das trellliche Bild des 
heil. Augustin unter dein Porticus des lilosters de la Gracia von 
1756, das grosse Gemälde mit der Einkleidung des heil. Franz im 
llloster tWleiiiiiti Deos, das bewunderte Hauptaltarbild der Carthause 
und jenes in SLFrancisco de Paula. In den Seitenkapellen dieser 
letzteren Iiirche malte er 1765 die Empfängniss Mariä, die heil. 
Familie, und ein Bild des heil. Anton. ln der Capelle der sieben 
Altäre zu Mafra ist eine grosse heil. Familie, und eine zweite Dar- 
stellung dieses Gegenstandes sieht inan in der Capelle des heil. 
Joachim. Zu Grunde gegangen ist der berühmte Plafond der Kir- 
che U. L. F. zu den Martyrern, die Zeichnung ist aber noch vor- 
banden. Sie stellt Alfons I. und Wilhelm den Laugclegen dar, wie sie 
unter dem Schutze der N. S. (los Martyres den Sarazenen die Stadt 
Lissabon cntreissen. Auch im Privatbesitze sind Gemälde von Vieira, 
und besonders viele geschätzte Zeichnungen, wovon aber die mei- 
sten nach England gekommen sind. Der Graf düässumar besitzt 
ein treliliches Bild der heil. Familie, und drei andere schöne Bil- 
der sind in der Sammlung des Grafen Povolide, drei Apostel, die 
heil. Familie und St. Barbara vurstellend. Im Jahre 1762 nahm 
der Graf von Lippe ein Bild des heil. Anton mit sich nach Deutsch- 
land, und William Hudson brachte ein prächtiges Gemälde mit 
der Anbetung der Könige nach England. Den. heil. Anton malte 
Vieira zu wiederholten Malen. Der Bildhauer Brziz 'l'osc:iiio de 
Wlellth und die Gallerie Boba bewahren ebenfalls solche BiItlt-r. 
F. Vicira war auch ein geschickter Architekt. Besonders schön ir-t 
die nach seiner Zeichnung errichtete Foiitaiiie des Neptun zwiß-elirii 
zwei Lustliäiiserii im Garten des Alessandro de Giisniau.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.