Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1821897
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Vieira , 
Francß 
Vicirn 
de 
Mattes , 
Franc. 
Ein kleines Blatt desselben ist betitelt: Sentimental Conversatlon, ß, 
Ein Fulioblatt BartolozzPs stellt drei Jünglinge dar, welche auf 
die tödtliche Wunde eines Mädchens schwören, mit der Dedica- 
tion an Kaiser Johann von Brasilien. B. Morghen stach nach ihm 
das Bildiiiss des Bischofs Adeodatus Turchi, kl. ful. G. F. de Quei- 
roz lieferte 1790 unter BartolozzPS Leitung ein grusses. Blatt, wel- 
ches die vler Jahrzeiten unter tanzenden weiblichen Figuren vor. 
stellt. Ein anderes Blatt desselben stellt die Sitzung des Cui-ps le- 
gis-latit in der Oi-angerie zu St. Cloucl vor. 
Im Jahre 1802 kehrte Vieira nach Lissabon zurück, in B9. 
fleitung der Nichte BartiJlozzPs, welche er kurz zuvor ieheirathot 
iatle. Der Friede zwischen Frankreich und Portugalga ihm GC- 
legenlieit zu_einem grossen Gemälde, welches bei einer Ceremonie 
in S. Doiiiiiigo aufgestellt wurde. Es stellt die Lusitania vor. unm 
geben von den Tugenden. den Iiiiusteii und anderen allegorischen 
Gestalten. Die Lusitania trägt das Bildniss des Königs Juan VI, 
am Hnlse. Hierauf wurde er zum Direktor der Akademie in Pin-m 
ernannt, wo er kaum eingetroffen war, als er durch Empfehlung 
des D. Joaö iPAlineirla und des Grafen d'Anadia das Dekret des 
ersten Malers des Königs erhielt. Er bezog einen Gehalt von 
2,000,0G0 lieis, musste aber ilnfür mit Dom. Ant. Sequeira den 1h 
Palast in Ajiida mit Gemälden verzieren. Sein letztes Werk stellt 
den Duarte Pacheco dar, wie er die Passage von Cambalain zu 
Coehini vertlieiiliget. Dieses Bild ist im Palast zu Nlafra, aber 
nicht ganz vollendet, da der Künstler erkrankte. Man brachte ihn 
nach der Insel Madeira, wo er 1805 im 59. uiler 40. Jahre starb, 
Vieira Portuense gilt neben D. A. Sequeira für den ersten Maler 
Purtugals seiner Zeit. Er hatte eine bewunderuugssvürdige Iieich- 
tigkeit in Handhabung des Pinsels, welche auch seiner Erfintlungs- 
gebe gleichkommt. Hierin, und als Colorist steht er über Sequeira, 
kommt ihm aber in Correktheit der Zeichnung nicht gleich, wenn 
auch seine Bilder der Grazie nicht entbehren. Graf A. llaczynski, 
Dict. hist. art. du Portugal, Paris 1847, gibt Nachricht über die- 
sen Meister. 
Vieira (lG MEIEIOS, Francisco, Maler und Radirer, genanm 
Vieira Lusitnno, wurde 1699 zu Lissabon geboren, und zeigte 
schon in jungenllalnren entschiedene Anlage iur hunst. Der Mm- 
quis von Abrnntes, {rurtugiesischer Gesandte, nahm ihn desswegen 
mit sich nach Rum, wo Vieira unter Luttx und Trevxsam _sieben 
Jahre den Studien oblag, und einige Preise gewann._ Er ZElChnete 
mit Eifer nach der Antike, copirte auch mehrere Bilder der Cqr- 
mcci im Palazzo Farnese, so wie solche von Ralhel und Michel 
Angelo, und galt daher bei seiner Rückkehr _i_n _Lis_sabon für 
einen fertigen Maler. Jetzt übertrug ihm der humg (llß Ausfüh- 
rung eines grossen Gemäldes, welches des hell. Saliramenl zum 
Gegcnslancle hatte, so wie andere Bilder fur die Patnarchallsirehe, 
welche er unvollendet liess. Vicira hatte zur Tochter eines ange- 
sehenen Spaniers, zur Dunna Inez Elena de Lima y Mello, eine 
leidenschaftliche Liebe gefasst, da er schon als linabe im lIausc 
Zutritt hatte. Die Besuche setzte er nach seiner Rückkehr von 
Rom lbrt, und war fortan wohl gelitten, bis die Eltern das zärtli- 
che Verhältniss erfuhren. Jetzt musste Inez den Schleier nehmen, 
vvoriilver Vicira in Verzweiflung geriazth. Er warf sich dem Könige 
zu Fiissen, um durch seine Verwendung die Hand der Duunn zu 
erhalten; allein seine Bitten waren vergebens; obgleich der liiixist- 
ler das Llildnisa des Iiönigs zu vullster Zufriedenheit gemalt hatti
        

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