Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1821800
Victor , 
Jakob. 
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drasgische Composition ist in der hellen Färbung Rembrandtk durch- 
geführt. In der Bridgewater Gallerie zu London ist 6111. Bild de; 
Tobias, welchem der Vater vor der Abreise Lehren ertheilt, durch 
die naive Wahrheit der lVfotive, die zarte Harmonie der klaren, 
sehr gebrochenen Farben, und die fleissige Ausführung anspre- 
chend. Dieses (ieuiälde stammt wahrscheinlich aus van der Dus- 
sens Cabinet. In Lutonliouse ist ein Bild des blinden Tobias, wie 
er die Frau tadelt, dass sie eine fremde Ziege mitgenommen. Auch 
dieses Gemälde ist sehr ansprechend im Ausdruck. und das warme 
meisterliche Helldunhcl zeigt den glücklichen Nachahmer Reni- 
brandfs. Waagen (Kunstwerke in England) spricht sich über diese 
Werke mit grösstem Lobe aus. Auch in der Pinakothek zu Mün- 
ehen ist eine Darstellung aus der Geschichte des Tobias, wie die- 
ser niit seiner Familie Gott für die Erlialtungseiner Sehkraft dankt, 
während der Engel in den XVolkcn verschwindet. Dieses Bild ist 
von 1651. Die iGallerie von Salzdaliluni bewahrte drei Gemälde 
von J. Victor, die Salbung David's, Esiher an der reich besetzten 
Tafel init Llaman auf den Iiuieen, und Samson von Delila der 
Haare beraubt. Die beiden ersteren dieser Bilder wurden 1307 
nach Paris ins Central-Museum gebracht. In der Gallerie zu 
Dresden sind zvrei Pendants mit fast lebensgrossen Figuren, wie 
sie selten vorkommen, Das eine dieser schonen Bilder im Ge- 
schmacke Rembrandlfs stellt die Findung des Knaben Muse; 
durch die liönigstochter dar, welche mitGefolge am Ufer des Nile; 
sitzt, und das zweite die Diener Josephls, welche die Säcke der 
Brüder untersuchen und den Becher in jenem des Benjamin fin- 
den. In diesen Gemälden finden wir zivar keine edlen, idealen 
Formen, aber sprechende, aus dem Leben gegriffene Charaktere. 
Auch die I-Yirbung ist gefällig. Die k. Gallerie in Copenhagen 
besitzt ebenfalls zwei alttcstainentliehe Darstellungen von ihm, 
lluth und Boas, und Jakob, der die Götzen vergraben lässt, beide 
in lteinhrantllischcr Nachahmung. So finden sich meistens bibli- 
sche Gegenstände von ihiii. 
Doch kommen unter dem Namen Jan Victor oder Victorß 
auch Genrebildcr vor, worunter gewöhnlich der Nachfolger llcin- 
brandUs verstanden wird. Balheina (Biographie des peintres fla- 
mands et hollandois) behauptet, diese Bilder seyen noch geschätz- 
ter. Devilliers Paind stach nach einem Jan Victoor, wohl nach 
unserm Meister, das Bild eines Mädchens am Fenster, k]. Z4. Im 
Cabinet Spengler zu Colienliageii war bis 135g eine grosse Bister- 
Zeichnung von J. Victor, welche eine Ilirlenfamilie mit zwe-i Hun- 
den vorstellt, ehedem in der Sammlung Veith zu Schaffhausen. 
 Die Thäiigkeit dieses Meisters ist um 1650 f- so zu setzen, 
Dillis (Catalog der Münchener Pinakothek) lässt ihn 1670 sterben. 
Victor, Jakob, Maler, der Zeitgenosse des obigen Meisters, ist 
1 nach seinen Lebensverhältnissen unbekannt, so dass man sogar 
an seiner Existenz zweifelte, oder ihn mit Jan Victor für Eibe Per- 
son hielt. Selbst die Verfasser der Geschiedenis der Vaderlandschc 
Schilderluinst I. 106. kommen mit ihm nicht zurecht. Urkundlich. 
wird fiir ihn ein Bild aus der Sammlung des dänischen Confereiiz- 
rathes F. C. Bugge (Catalog von O.J. llawert), welches eine Land- 
schaft mit Wald und Wasser vorstellt, belebt mit Gänsen, Hüh. 
nern und Enten, und bezeichnet: Jacoino Victor. Indiesem 
prächtigen Bilde sind alle Vögel in Lebeiisgrösse und mit täuw 
sehender VVahrheit gemalt. Victor tritt hier mit den bedeutend- 
sten Werken eines Hondekoeter und Weeninx in Concurrenz. Ans 
der Bezeichnung, und aus der Art zu malen geht hervor, dass iter-
        

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