Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1821349
Peter 
Verschaffen, 
VOD. 
177 
Ansichten römischer Ruinen, nach und von Vßrschaffelt, in 
Aqualinta , gr- qu- fol- 
Die Bäder des Caracalla, 2 Blätter von J. TlhPrestel in Aqua- 
tinta gestochen , gr. qu. fol. 
Verschaifelt, Peter von, Bildhauer und Architekt, geb. zuGent 
1710, war als Knabe Zögling seines Grossvaters, eines gewöhnli- 
chen Holzschiiitzers, fand aber dann an Minilius einen bessern 
llleistcr. Nacli erstanclener Lehrzeit ergriff er den Wanderstab, 
und musste in Paris als armer Jüngling in Bouchartloifs Atelier 
für 25 Solds arbeiten, da ihm dieser Künstler auch den Besuch 
der Akademie gestattete. Er glewann den ersten Preis, und ver- 
besserte nach und nach seine age in dem Grade, dass er nach 
zehn Jahren (1737) mit 100 l-ouiscfor die Reise nach Boni antre- 
ten konnte. Hier fand er" an dem Maler Soubleyras einen Freund, 
und durch den Cardinal Staatssekretär Valeliti die Gunst des Pap- 
stes Benedikt XIV. Der Künstler fertigte die Marmorstatue des- 
 selben, welche iiii Kloster Monte Cassinu bei Neapel aufgestellt 
wurde. Dieser Iiirclienlürst übertrug ihm auch noch mehrere an. 
s dere Werke, welche" niit grossein Beifalle beehrt wurden. Pietro 
Fiaminäho, wie ihn die Römer nannten, fertigte die Statue des 
Evange isten Johannes, und vier grosse Basreliefs von Engeln an 
der Fagade der Iiirclie St. Croce, das Modell zum Engel auf dem 
Castel S. Angele, das Brustbild des Papstes für das Capitul, eine 
Statue des heil. Paulus für die Peterskirche in Bologna, einen Ge- 
nius niit den päpstlichen Attributen für den Dom zu Aiicona u. 
s. w. Endlich fiel er in die Ungnade des CardinalsValenti, und da 
auch seine Gattin mit Tod abgegangen war, verlicss er Ruin, um ei- 
nem Rufe des Prinzen von Wales nach London zu folgen. Hier führte 
er nur wenige Arbeiten aus, da der Prinz nach neun Monaten 
starb. Der Ruf des Künstlers war aber nach Deutschland gedrun- 
gen, und daher berief ihn _der Ghurfiirst Cai-l Theodor 1752 als 
Hofbildhauer nach Mannheim. In dieser Eigenschatt or anisirte 
er die Akademie dnselbst, welche von dieser Zeit an zu den vor- 
züglichsten deutschen liunstanstalten gezählt wurde. Zugleich ver- 
schaffte ihin der Churfurst Gelegenheit, durch Werke in Marmor 
seinen Namen auf die Nachwelt zu bringen. In der Jesuitenkirche 
zu Mannheim sind Statuen, Gruppen und Basrelieis von ihm, und 
andere Sculpturen zieren den Schlossgarten in Schwetziiigen, mei- 
stens mythologische Figuren. Diese Werke fanden zahlreiche Lob- 
redner, obgleich es der Künstler nicht sehr genau nahm, und der 
Iuanierirten Richtung, eines Bernini folgte. Dem Apollo in seinem 
Tempel gab er die Lyra in die rechte Hand,_ und als man dieses 
nicht geeignet finden wollte, fintwortctc er mit der ihm gcwvöhnli- 
chen Laune, Apollo musste einelilagliche Gottheit seyn, wenn er 
nicht mit beiden Händen spielen könnte, Viel genauer yiqhrcie 
er den Zopf an seiner Bilclsäule des Churfürsten ihn ltitiei-saale des 
Schlosses in Nlannheim zurecht, und die Frisur der gniiiligstcii 
Gebieterin daselbst. In Brüssel ist die 14- F. hohe Statue des Pi-in- 
zen Carl von Lothringen, welche nach seinem Modelle zu Mann- 
lieini in Erz geänssen wurde, und in Gent das elierne Denkmal 
des damaligen iscliofs. . 
In den letzteren Jahren befasste sich Verschaifelt auch mit der 
Baukunst. Er baute das grosse Zeugliaus in Mannheim, und diß 
Iiirclie in Oggerslieiin, welche die Lorettoliapelle in sich schließt. 
Diese liirclie gefiel dem Churfiirsten so sehr, dass er den Meister 
in den Adelstand erhob. Ini Jahre 1795 starb er. Ein Ungenann- 
tcr beschrieb sein Leben: Iiurze Lebensbeschreibung des Ritters 
NaglerXs Iiliinstlei"  Lex.  Bei. 12
        

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