Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1821319
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Verröcchio , 
An drca 
X 
lin dem Andrea zuschreiben. Es ist diess die häufig wiederholte, 
von einem bemalten Iiranze umgebene Darstellung der Maria, 
welche das auf dem Boden liegende, und von einem Engel unter. 
stützte Iiind anbetet. Sowohl die völligen Formen des Iiindes, ajs 
der Charakter und der edle Ausdruck erinnern lebhaft an VCITQC- 
chio. Vasari erwähnt aber hein VVerk dieser Art. Im Jahre 1474 
begann Andrea die Ausführung des Grabmales des Cardinals Fuß 
teguerra mit den clrci theologischen Tugenden und dem Gott Vater 
darüber, im Dome zu Pistoja. Die Büste des Verstorbenen auf dem 
Sarhophag ist treiTlich gearbeitet, desto hässlicher aber sind die 
Engel zu beiden Seiten, welche sammt dem ewigen Vater in der 
Glorie, und den Figuren des Glaubens und der Hoffnung, aus weiß 
sem Marmor auf schwarzem Grunde gearbeitet sind. Die Figur 
der Liebe ist von Lorenzetto, da Andrea das Grabmal llnVUll(-.n_ 
det liess. Ein wahrhaft bewunderungssvürthges Werk nennt Va, 
sari ein geflügeltes Kind in Bronze, rwelches einen Delphin an 
sich driicht. Andrea arbeitete es im Auftragedes Herzogs Loreiizo 
für den Brunnen auf Villaßareggi, Cosiino liess aber das Bild auf 
den Brunnen im Hofes seines Palastes setzen, wo es noch immer 
in der Brunnenschale steht. B. v. liuinohr l. c. II. 505 sagt, nichts 
kann heiterer und lebendiger seyn, als der Ausdruck der Mienen, 
und der Bewegung dieses Kindes, und nirgends unter den moder- 
nen Erzgiisscn begegnet man einer so schönen Behandlung- des 
Stoffes, einem so musterhaften Style. Leider wurde dieses meister. 
hafte Bild in neuerer Zeit der schönen Patina beraubt, irodureh 
Härten entstanden sind, welche die Beschnuer nicht dem Künstler, 
sondern der künstlerischen Barbarei der zwanziger Jahre des 19_ 
Jahrhunderts bcimesien wollen. 
Das letzte Werk des Künstlers ist die Reiterstatue des vene, 
tianischen Feldherrn Bartolomeo Culleoni auf dein Platze S. Girh 
vanni e Paulo zu Venedig. Schon hatte Andrea das Modell zum 
Pferde vollendet, und die Vorbereitungen zum Gusse gemacht, 1115 
unter Begünstigung einiger Nubili dem Vellano die Statue üben 
 tragen wurde, welche demnach Verrocchiifs Pterd besteigen 
sollte. Dieses erbitterte den Andrea in dem Grade, dass er liQPf 
und Fiisse seines Modells zerschlug, und Vened1g_ verhess. Hier- 
rauf liess die Signoria ihm kund thun, dass _er m_e mehr wagen 
solle, Vanedig zu betreten, wenn er nicht seines Ilopfesrverlustig 
gehen wolle. Auf diese Drohung "entgegnete Andrea ll1_einem 
Briefe, er werde sich wohl davor huten, denn es stehe nicht in 
ihrer Macht, den Menschen für abgeschnittene Iiopie neue aufzu- 
setzen, noch auch jemals seinem Pferde einen zu verschaffen, der 
so schön wäre, wie der, welchen er anstatt des zerbrochenen ihm 
hätte wieder geben können. Diese Antwort war den Herren nicht 
miisfaillig, sie beriefen ihnß mit dorvpeltem Gehalt nach Venedig 
zurück, und Andrea goss sein Wer s in BrOIII-e- E!" 20g Slch in- 
dessen bei der Arbeit eine Krankheit zu, welche nach wenigen 
Tagen seinem Leben ein Ende machte. Vasari sagt, dass nur noch 
wenig auszuputzen war, und dann sei das Werk an Ort und Stelle 
gekommen. Dagegen behauptet Cicognara, Star. VI. 594., LeoPai-di 
habe das Pferd unigegossen, da am Bauche desselben steht: Ale- 
xander Leopardus V. f. opus. Der genannte Schriftsteller meint , 
das f. bedeute fudit, allein dieser Buchstabe wird herkömmlich 
fiir fecit gelesen, und somit bleibt die Inschrift immer zweideutig 
und betriiglich, wenn auch die dem Leopardo zugeschriebene Wie- 
derholung des Gusses erwiesen wäre. Man hat den Künstler von 
dem Vurivurfe des Betruges zu retten gesucht. Mit Sicherheit 
kann ihm das Piedestal zugeschrieben werden, welches wegen sei-
        

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