Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1821111
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Vernet , 
Horace. 
beschrieb, so wählte ihn jetzt Louis Philipp zum Darsteller jene, 
Kämpfe, worin der Künstler alle seine vorhergehenden Leistungen a1 
Feuer, Frische und Wahrheit übertroffen hat. Zuerst bestellte di 
Stadt Autin ein Bild, welches die Heldenthat des Obersten Changm- 
nicr im Feldzuge gegen Constantine vorstellt, und bald darauf über 
trug ihm der König die Ausführung eines riesenhaften Werkes, 115m 
lieh die Erstürmung von Constantine vom 10.  15. Oktober 1331 
in drei grossen zusammenhängenden Gemälden, wofür er 50,000 Fi-Q 
erhielt. Der Künstler reiste zu diesem Zwecke zu Anfang de, 
Jahres 1853 nach Afrika, um an Ort und Stelle seine Studien Z1 
machen , und im Mai des folgenden Jahres standen die Geniijld, 
schon vollendet da, obgleich sie 500 Qllaflfatsßllllll Leinwand fiil 
len. Der König räumte ihm das berühmte Ballspielhaus in VQ, 
sailles zum Atelier ein. Auf dem ersten Geniiilde ist die Belagerun, 
dargestellt, und wie der Feind von den Hohen W111 Cvndillt-ixf 
zurückgeworfen wird. Auf dein zweiten Gemälde setzen sich die CO 
lonnen in Bewegung, von der Verschanzung aus wird Breche gc 
schossen, und die Qlite Compagnie ist die erste, welche zum Sturiiu 
eilt. Die Stadtmauer ist zusaininengeschossen, Bomben zersppirb 
gen in der Luft, und jubelnd dringen die Massen heran. Am 
dem dritten Bilde (511 F. breit und 10 F. hoch) dringen Scham-cm 
durch die Breche und über die Mauern in die Stadt ein, und 
schweisstricfendj mit Koth und Staub bedeckt, klettermdie nach. 
folgenden Colonnen den Berg hinan zum Kampf. Die Erstün 
mung von Constantine mit dem Tod des General pamremont be. 
stellte der König zuerstyund Vernet begann damit den grossar. 
tigen Cyklus, welcher in fabelhaft" kurzer Zeit vollendet-ward 
Desswegen machte sich die Critik luber das YVerls her, und m, 
klärte es den strengen Anforderungen der_hoheren Malerei nicln 
entsprechend. Man wollte die genaue Bestimmtheit der Handlung 
die vollkommene Abrundung und Einheit vermissen. Das klein 
liehe Zirkeln ist freilich die Sache eines Vernet nicht, dafiir abe, 
brachte er in diese Gemälde ein solches Leben, ein Gewimmel um; 
Getümmel des Heldenmuths und der Iianipfesgluth, dasssich de, 
Beschauer mitten in den Schlachtliirm versetzt glaubt. Mit diesem 
Leben und Feuer der Composition, mit dieser Itiulle und Leben. 
digkeit der Darstellung von Charakteren und Lcidenschatten ver- 
bindet sich eine Kühnheit der Zeichnung, und eine magische VVir. 
kung der Lokaltarben, wie sie selten angetroffen wird. jedes 
Gebäude, jedes Fels- und Mauerstück ist treu und wahr wredeh 
gegeben, und die herrliche Luft scheint entgegen zu strpmen 
Vielleicht kein anderer Maler kann die Erscheinung des Tages in 
solcher originellen Weise auffassen uud wiedergeben. Dm Wir. 
liung des Ganzen ist ungeheuer; und man sollte doch glauben, 
dass die rothhosigen Reihen nichts weniger als cm malerisches 
Bild geben könnten. Vernet malte sie aber um kein Jota anders, 
als sie sind. Diese drei Bilder sind in einen gemeinschaftlichen 
Rahmen gefasst, und bedecken eine Wand des Constaiitine-Saale; 
im historischen Museum zu Versailles.  
Im Oktober des Jahres 183g reiste Vernet nach Aegypten, d! 
Mehemed Ali die Schlacht von Nezib (Nisib) dargestellt wissen 
wollte. Vernet begab sich zu diesem Zwecke nach Syrien, um (li. 
iiilthigen Studien zu machen. Er hatte auf seinen Reisen ein 
bewegliches Atelier bei sich, welches augenblickliclraufgeschlagen 
werden konnte. In zwei grossen Koffern waren Tische, Stiihle, 
das Bett und ein Zelt gepackt, und die Wände zum Atelier lic- 
terteii die liäiuserähnlichen Koffer. Auch ein Dagiierotyp führte 
er mit sich. Durch dieses nahm er in Alexandricn den Palast der
        

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