Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1820969
Vernet , 
Antoine 
Charles 
Horace. 
139 
werhe notirt. Damals zeichnete er für einen Engländer zwei Jagd- 
stüche um 100 Fr. Im folgenden Jahre erhielt er für das Portrait 
des Mr. d'Etampes 500 Ph, und 'Mr. de la Borde bezahlte ihm 
für ßlß Jagdßtiißli 3000 Fr. Auch das Gemälde mit dem Wagen- 
rennen vollendete er. Er erhielt 1000 Fr. als Abschlagszahlung, 
und dann Weitere 5000 Fr. Mr. Laneuville erwarb ein Gemälde 
für 500 Fix, der Citoyen Hebert ein anderes für 400 Fr. Auch 
Compositionen aus 17enelon's Teleinach führte er damals aus, so 
wie drei Zeichnungen zum Werke des Mr. de la Peyrouse, wofür 
ihm 1500 Fr. bezahlt wurden. 
Im Jahre 1795 starb seine Schwester Eniilie auf dem Blutge- 
rüste, und der '.l'od dieser seiner geliebten Jugendgefährtin wirkte 
so grausam auf ihn ein, dass er Paris verliess, und die Palette 
weglegte. Nur die Siege Napoleoifs unter dem Direktorium und 
dein Consulate ergriffen wieder seinen Lebensnerv, und erweckten 
die Lust zur Iiunst. Das erste Werk, welches auf diese Lethar- 
gie folgte, stellt den Tod des Hippolyt dar, welches auf dem Salon 
180i mit grossem Beifall betrachtet wurde. Die Pferde bäumen 
sich vor dem Drachen, und der Heros stürzt von dem zerschmet- 
terten VVagen. Besonders lebendig ist die Gruppe der Pferde. min- 
der geluneen die_ Bewegung des Sterbenden. Das noch schönere 
Gegenstüclt zu diesem Bilde (1801) stellt die Rückkehr eines Sie- 
gers von den Olympischen Spielen dar, wie er seine Geliebte den 
Wagen führen lehrt, gefolgt von anderen Wagenlenkern. Ein 
Freund des Künstlers fand sich durch dieses Bild so prophetisch 
begeistert, indem er singt: 
O Vernet je le sens  e. leur ardeur sublime 
Si transportent leur peintre a iinmortalite!  
Grossen Ruf erwarb ihm dann die Zeichnung, in welcher er 
die Revue des ersten. Consuls im Hofe der Tuilerien schildert. Da- 
ran hat indessen auch Isahey Theil, Welcher die Portraite der be- 
rühmten Iirieäer zeichnete. Lucieii Bonaparte, damals Minister des 
Innern, beste lte 1804 auf Kosten des Gouverneinent ein Schlacht- 
bild, welches das Talent des Meisters von einer glänzenden Seite 
zeigt. Der Gegenstand ist die Schlacht von Maren ro. Vernet 
besuchte das Feld, und benahm sich mit den Generäilen Keller- 
mann, Dupont und Boudet, allein diese Herren konnten sich nicht 
verständigen über den ruhmvollen Antheil, welchen jeder am Siege 
hatte. Der Streit war von der Art, dass der Künstler momentan 
auf seine Aufgabe verzichtete , und später nach eigener Idee han- 
delte. Auf dein Salon 1806 sah man die ausgeführte Skizze, wel- 
che den Moment festhielt, wie General Desaix an der Spitze der 
Division Boudet eine Colonne von Ungarischen Husaren von vorn, 
und lielleriuann dieselbe mit der Gavallerie von hinten an reift, 
Im Pausanias franeais p. 549 ist dieses Bild ausserordentlici gß. 
rühmt, als das Werk, welches den Urheber allein berühintmachen 
würde. Im einem Raume von 50Fuss ausgeführt hat das Schlachtbild 
von Marengo die Julius-Revolution dem Speicher des Louvre ent- 
zogen, und jetzt wird es in der historischen Gallerie zu Versailles 
bewundert. Inzwischen malte Vernet auch kleinere Bilder, darun- 
ter zwei Marneluken-Märsche, einen Train leichter Artillerie, und 
die Schlacht gegen die Mameluken. Auf dem Salon sah man dann 
1808 das 22 1:. grosse Gemälde, welches Napoleon vorstellt, wie 
er am Morgen vor der Schlacht bei Austerlitz auf dem Hügel sei- 
nen Marschiillen die Befehle ertheilt. Hier fand der Iiünstler Ge- 
legenheit, seine Kunst in Darstellung der Pferde in glänzender 
W015i? 111 Zeigen. Meisterhalt ist besonders die GrllyPß der im- 
gebundenen Artilleriepterdc, die beim Zcrspriugen einer unter sie
        

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