Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veit, Ph. - Vouet
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1819458
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1820903
Vernet , 
Claude 
Joseph. 
133 
stiitzte seine Verwandten und andere Familien auf das liebreichste, 
viele liiinstler und Freunde. Obgleich seine Börse zur Hülte in 
Bereitschaft stand, so war er doch kein Verschwender. Er gab 
sich von allen seinen Ausgaben Rechenschaft, und notirte sogar 
den Gewinn und Verlust im Spiele. Zur Zeit Vernctfs war in 
Paris eine Lege des neuf soeurs, wahrscheinlich eine Gesellschaft 
von Freimaurern, oder Illuminaten. Der Iiiinstlcr wurde 177g als 
Mitglied aufgenommen, und blieb es bis an sein Ende. Italien 
sah er nicht wieder, gab aber nie die Hoffnung auf, noch ein- 
mal Rom zu sehen. A-l-lein seine letzte Reise ging nur bis Avig- 
nun in Begleitung seines Lieblingsschiilers Volaire, welcher meh- 
rere Jahre der Gehülfe des Meisters war, und für ihn Reisen un- 
ternahm, besonders fiir die Bilder der französischen Seehäfen. 
Mit dem Jahre 1785 endet das Tagebuch des Künstlers, er war 
aber 1100711 lebenslustig, und freute sich seines Sohnes Carle. Im 
Jahre 1789 arbeiteten beide an einem Gemälde, welches den Zug 
der Israeliten durch das rothe Meer vorstellt. Am 5. December 
des genannten Jahres starb er mit dem Pinsel in der Hand. Er 
hinterliess zwei Söhne und eine Tochter. Der ältere Sohn, Na- 
mens Livio, war Advokat, und wurde 1785 Geueraleinnehmer der 
lhbakgcfälle in Avignon. Der zweite Sohn ist der berühmte 
Maler Carle Vernet, und eine 'l'ochter.'Namens Emilic, heirathete 
nach J. A. David (Dict. de la conversation) den Mr. Chalgrin, den 
Architekten des Arc de Petoile; Achard identificirt ihn aber mit 
dem französischen Gesandtsehaftssecretär Chalgriil am bayerischen 
Ilofe. Sie starb 1793 auf dem Schallot. 
L. M. Vanloo hat W'ernet's Bildniss gemalt, und ALIJI Cathelin 
es gestochen, gr. ibl. B. A. Nicolet stach die Büste des Meisters 
nach C. N. Cochiifs Zeichnung. Mauzaisse hat seinBildniss 1325 
lithographirt, fol. Dieses Blatt kommt auch in Chaberfs Vie des 
peintres vor. 
Dann existirt auch eine Denkmiinze in Gold und Bronze mit 
der Büste des Künstlers, und der Legende: nVei-net, ce nom seul 
illustrait trois villcs. 
Stiche 
nach 
diesem 
Meister. 
Vernet lies einen grossen Theil seiner Werke in Kupfer ste- 
chen, und gestattete bei einigen Blättern auch dem Stecher einen 
Aritlicil am Gewinn. Später betrieb er den Handel auf eigene 
Rechnung. Francois Vernet, und der Maler Volaire leiteten die 
kaufmännischen Geschäfte. Balechou, Le Bas, Aliamet, Flipart und 
Mnrtiiii von Parma haben die schönsten Blätter geliefert. Dieses 
Iiiinstlerwerk ist sehr beträchtlich, und bietet eine merkwürdige 
Abwechslung. Man schätzt es über 2Q0 Blätter Landschaften und 
Marinen. Viele sind noch gegenwärtig geschätzt, ehedem aber 
gehörten sie zu den Lieblingsgegenstämlen der Sammler. 
Folgendes Verzeichniss bietet eine Auswahl der vorzüglich- 
sten Stiche nach Gemälden von Vernet. 
Die 15 französischen Seehäfen, wie oben verzeichnet, gesto. 
elien von G. N. Cocliin fils und J. P. le Bas, 1760  67. 1) Le 
piirt neuf, ou PArsenal de Toulun. 2) Interieur du Port de Mar- 
seille. 3) La Madrague, la vue du golfe de Bandol. 4) Ifentree 
du port de Marseille. 5) Le port vieux de Toulon. Q) La rade 
et la ville de Toulun. 7) Le port cPAiitibes. 8) Le port cle Cette. 
gLVue de la ville et du port de Bordeaux prise du cotc de Sali- 
nieres. 10) Vuc de laville de Bordeaux, prise du chäteau TromPßüß- 
11) _Vue de la ville et du port de Bayoiine, prise du CHIC (188 
glauis de lu citadelle. 12) Idein, prise de Pallee de Bouffleurs.
        

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