Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1814529
Trevisani , 
Francesco. 
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Als Meisterstiick bezeichnet Lanzi auch den sterbenden St. Joseph 
in der Iiirehe des Collcgio romano zu Rom. In Gölhe's Winckel. 
mann gilt aber die Stigmatisation des hl. Franz auf dem Hauptaltare 
der Kirche (lleSeS Heiligen in Rom als das vurzügliehste Bild die- 
Ses Meisters, in welchem er sich als glücklichen Nachahmer Gui- 
do's bcwveist Auch seine Gemälde in S. Silvestro in Capite da- 
selbst werden geriilnnt. In diesen bediente er sich sehr dunkler 
Schatten, und eines warmen Farhentones, der etwas ins Braune 
füllt. Nach LanzPs Behauptung ist Rom voll von Arbeiten dieses 
Meisters, worunter er den Propheten Baruch in S. Giovanni in 
Laterano noch besonders hervorheht. Die vier Welttheile, welche 
Trevisani an der Kuppel des Domes in Urbino gemalt hatte, findet 
Lanzi unwemein schön in der Zeichnung und Färbung. Der Künst- 
ler entwicdielte darin auch viel Phantasie. Auch in den iiirehen 
zu Perugia, Foligno, Camerino u. s. w. sind Werke von ihm. 
Das Ausland ist ebenfalls reich an Bildern dieses Meisters. 
Im Museum des Louvre zu Paris ist ein sehr_ schönes Bild der 
Madonna, welche dem liinde einen Granatapfel reicht. Ein zwei- 
tes Gemälde daselbst, etwas ziegelroth im Fleisch und mit dunklen 
Schatten, zeigtMai-ia, wie sie vor Johannes und Engeln das schla- 
fende Iiind mit dem Schleier bedeckt. In der Gallerie zu Dresden 
sieht man sieben Bilder von Trevisani. Darunter ist ein Kinder- 
mord mit vielen lebensgrossen Figuren und mit Prachtgebäuden 
im Grunde. Etwas unter Lebensgrösse ist ein schönes Bild der 
Ruhe der heil. Familie auf der Flucht in Aegypten mit vielen En- 
äcln, welche Früchte sammeln. Ein lebcnsgrpsses Kniestiick zeigt 
tie Maria, wie sie den Schleier von dem Rinde hebt, um es dem 
Johannes zu zeiäen. Eines der schönsten Bilder dieses Meisters in 
der Dresdner Ga lcric ist die heil. Familie in kleinen ganzen Fi- 
guren, wo die heilige Elisabeth dem Hinde die Hände küsst. wüh- 
rend Joseph im Buche liest. Ein anderes Bild dieser Sammlung 
stellt Christus am Oelberge dar, wie ihn ein Engel unterstützt. 
Zwei weitere Bilder sind der Legende entnommen. Auf dem einen 
heilt St. Anton von Padua den zerhauenen Fuss eines Lahmen, 
auf dem anderen erscheint St. Franz in Entzückung. In der Gal- 
lerie des Belvedere zu Wien sieht man in lebensgrossen halben 
Figuren den Leichnam des Herrn von fünf Engeln gehalten. In 
der Gallerie zu Sclilcissheiin ist ein heil. Sebastian, eine halbe 
Figur in Lebensgrosse, und der den Satan sturzende Erzengel, in 
halber Lebensgrösse. Im Schlosse zu Sanssouey sah man eine Dar- 
stellungunit lebensgrossen Figuren: Diana und Endymion. In der 
Gallerie zu Pommersfclden sind zehn Gemälde vondiesem Mei- 
ster, darunter zwei Bilder mit lebensgrosseil Figuren als Gegen- 
stiielie, die im Schatten sitzende Venus, und Galathea auf dem 
Meere. Vier lehensgrosse Iiniestiickc stellen Amon und Thainar, 
Bathseba im Bade, Susanna mit den Alten, und den keusehen 
Joseph dar. Dann ist daselbst ein lchensgrosses Brusthild de;- 
Magdalena in der Wüste, Herkules mit dem Spnlrlrüelien, die 
Verwandlung der Daphnis, der Raub der Proserpina, und das 
Bildniss des Künstlers. Trevisani starb zu Rum 1740-  
Stiche nach Werken dieses Meisters. 
Dasßildniäs Trevisanfs, nach dem eigenhündigen Gemälde 
desselben in der flurentinischen Gallerie, gest. von Gregori, fol. 
Petrus Ottobonius Gall. Cardinalis, gest. von J. Audran, Oval, 
gr. fol.   
La Prineesse Sohieslii. F. Trevisani pinx. Rumae 1721- F 
Chereau exe. (et  fol. 
Üw
        

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