Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1814515
32k 
Trevisani , 
Angele. 
Trevisani , 
F rancesco. 
Miehele Marieschi, Maler, in Einfassung von Arabesken, gest. 
von C. Orsolini, gr. qu. fbl.  
Johann Ems, Procnrator von St. Marcus, gest. von A. Fal- 
doni, fol. 
Abraham und die drei Engel, gest. von P. Monaco. 
Bileam mit dem Esel, gest. von F. Monaco. 
Die beiden Gemälde waren in der" Sammlung von Carlo Pe- 
cora, und sind für Munaeifs Storie sacre etc. gestochen. 
Der Leichnam des Herrn von zwei Engeln bevveint, gest. von 
J. Baron. 
Sechs Darstellungen aus der Leidensgeschichte, gest. von II. 
Frezza. 
Der heil. Paulus, gest. von Iiilian. 
Die heil. Magdalena, kleines anonymes Blatt. 
Eigenhändige Badirung des Meisters. 
i) Eine heil. Familie mit St. Franz, der den Fuss des Jesus- 
liiudes fasst.   
Trevisam, Franceseo, Maler, geb. zu Capo (Plstria 1656. Slallil 
zuerst unter Leitung seines "Vaters, eines geschickten Bauinoi- 
stets, und erlernte dann von einem niederländischen Meister die 
Anfangsgründe der Malerei. Hierauf besuchte er in Venedig (liu 
Schule des A. Zanehi, in dessen Weise erkinige Bilder malte, 
bis er endlich in Boni durch das Studium der Werke Correggiifs, 
G. RenPs und des P. Veronese auf einen Weg gelangte, welcher 
ihn zum Ruhme führte. Er besass ein bewunderungswiirtliges Ta- 
lent, jeden Styl nachzuahmen, vorzugsweise liebte er aber den 
Guido Beni und den Pietru da Cortona. Zum eigentlichen Copi- 
sten liess er sich indessen nie gebrauchen; sein universeller Geist 
waltete in mannigfaltigen Schöpfungen, die geläuterter erscheinen 
würden, wenn der lciunstlcr nicht in der Zeit des Verfalles der 
liunst gelebt hatte. Er zeichnete seine Figuren nach der damals 
iibliehen akademischen Weise ziemlich richtig, und hatte Sinn fili- 
Aniuulh und Schönheit der menschlichen Form. Seine Compnsi- 
tionen sind. daher alle gefällig, sie haben aber keinen streng aus- 
geprägten Charakter, der den Meister kenntlich macht, und gleich- 
sam a s seine Naniensunterschrift gilt. Er führte seine Werke im- 
nier fleissig aus, in der Färbung aber und in der Behandlung ep- 
scheint er bald als glücklicher Nachahmer Guidds, bald liebte ei- 
die dunklen Schatten Cortonafs, die aber gewöhnlich viel Wärme 
und Klarheit haben. Wenn auf einigen seiner Gemälde der Ton 
ins Braune und Ziegelrothe fällt, ist es indessen nur als Ausnahme 
zu betrachten. Auch den Cignani ahmte er glücklich nach, so wie 
den Maratti, welche beide viele Künstler mit sich furtrissen. Tre- 
visani malte historische Darstellungen, Pßrtrailß, Gßllrßblldßr, LaniL 
schatten, Marinen, Thierstiicke und Blumen. Er zeigt sich mei- 
stens als Künstler von Geist und Geschmack, praktisch in allen 
Theilen. Seine Werke sind sehr zahlreich, und sie rechtfertigen 
das Lob, welches ihnen von den früheren Schriftstellern gespen- 
det wurde. Den Massstab der neueren Kunst darf man nicht an 
sie legen. 
Unter den vielen Stalfeleibildern dieses Meisters in der Gel- 
lerie Allncini zu Forli rühmt Lanzi eine Kreuzigung Christi in, 
ganz kleinen, geistvollen und äusserst vollendeten Figuren. Die- 
se-z Bild hielt Trevisani selbst für sein Hauptwerk, und er hätte 
es von dem Besitzer um einen hohen Preis wieder an sich gebracht.
        

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