Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1814317
Thomas. 
sich die Fertigkeit im Zeichnen zu erwerben, die ihm späterliin 
bei den Entwürfen und der Erläuterung seiner inaiiniglkiltigen 
Werke so vortrefflich zu Statten kam. Auch gelangte er in At- 
kinsoifs Haus zur Iienntniss dessen, was von Seite anderer Ge- 
lehrten über die Gegenstände seines Faches eschriebcn wurde, 
zu welchem Zwecke er, ohne Lehrmeister, siäi fremde Sprachen 
anzueignen wusste. Die höhere Mathematik, Chemie, ltliiicraliagig 
und Geolo ie nahmen ebenfalls seine vorzügliche Aufmerksamkeit 
in Auspruäi, und da Tredgold im l-lause At iinson's auch mit den 
bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit in Berührung kam, so erlangte 
er bald den lluf eines Mannes, der zu den grössten Erwartungen 
berechtige. Nach sechsjährigeni Aufenthalte verliess er endlich dic- 
ses Haus, obgleich er noch fortwährend in Athinsoms Diensten 
blieb, bis er 132.5 aufseine friihcre Stellung verzichtete, wozu ihn 
neben der griisseren Ausdehnung seiner literarischen Bescliiiftzigun- 
gen auch die Zunahme seiner Familie bewog, yvelche grössere Siib- 
sistensmittel verlangte. Uebri ens betrübte ihn diese Massregel 
bis zur letzten Stunde seines läebens, obgleich seine Ergebenlieit 
und Ehrerbietun gegen Atkinson unverändert blieb, Nach Seiner 
Entfernung aus dein Hause desselben trat er selbstständig als Civil- 
Architekt und Ingenieur auf, oder er war vielmehr der Rillllgebtft- 
aller Architekten und Ingenieurs. Er hatte im Ganzen nicht aus. 
serordentlich viel Geschäfte, ausgenommen in dem letzten Jahn, 
seines Lebens, wo dieselben sich so ungeheuer anliiiuften, dass, 
als er, um seine Gesundheit zu verbessern, auf einige Wochen 
nach Margate ging, man ihn von London und anderen Orten her 
so häufig aufsuchte, dass seine Zimmer fast nie von Besuchen, 
leer waren. Jeder Bauverstäiiilige fragte ihn um Ratli, oft aber 
überstieg die Bewunderung seiner Gelehrsamkeit den Lohn, wel- 
eher dem bescheidenen und uneigennützigen Künstler zu Theil 
wurde. Seine Praxis beschränkte sich bis auf die letzten zwei 
Jahre seines Lebens hauptsächlich darauf, ihn bei Bauten als 
Rathgebcr auftreten zu lassen, um die Zeit seines Todes hatte ihin 
aber der Herzog von Northumberland den Bau eines sehr grosseu 
Gewiichsbauses in Zionhoiise aufgetragen, welches durchgängig 
von Guss- und Schmiedeeisen zusammengesetzt war. Das Jahr vor- 
her baute er ein weltbcriihnites, kreisfiiriniges, mit Glaskuppeln 
versehenes Gebäude ähnlicher Art in Bretton Hall (Yorlfsbire) für 
die verstorbene Mistress Beauniont. Als die Coiistruktiun dieses 
sogenannter: siLöwen des Nordense vollendet war: wurde Tfßdguld 
aufgefordert, sein Gutachten iiber die Haltbarkeit abzugeben, d, 
vor der Verglasung der geringste Wind das Gebaude erschiittei-ie_ 
Er erklärte den Verband für genügend, behauptetenaberner könne 
nicht eher vollständig gewiirdiget werden, als die sammtlicheii Vel, 
glasungen angebracht wären. Und diese Meinung rechtfertigte sich 
so vollkommen, dass, als alle Fenster eingesetzt waren, A les fest 
und unveri-iilit erschien. Dieses Gebäude hatte einen Durchmesser 
von 100 Fass und eine Höhe von 60 Fuss. Die Iiipten des Eisen- 
verbandes allein betrugen 4000 Pf. St. und das Ganze kostete über 
111.000 Pt. St. Nach dem 1852 erfolgten Tode der Mistmss kaufte 
der Herzog von Devonshire dieses Bauwerk, und liess es in Chats- 
worth aufstellen. Damals lebte aber der Künstler nicht mehr, er 
starb 1821) im 41. Jahre. Mancherlei literarische und architektonische 
Unternehmungen, welche sein grossartiger Geist vorbereitet hatte, 
und deren Ausführung bereits begann, wurden durch die 1111er- 
bittliclie Hand des Todes zerstört, und mit der irdischen Hülle 
des Iiiinstlers ruhen alle seine hohen Exitwürfe auf dem Iiirclihote 
man St. Jnhiis tVooil-Chapel iiii liirchspiele Mary le Bone, In
        

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