Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1818946
Vecellio , 
Tiziano . 
525 
Der Friedcnsfürst bewahrte ein mythologische: Bild mit lg- 
bensgrossen Figuren, Angelia und Medoro vorstellend. Die nackte 
Schöne sitzt auf dem Schoosse des nackten Erwählten unter dem 
Baume der Erkenntniss. 
Turin. 
In der k. Galleiie sieht man ein Gemälde, welches die Jünger 
in Emaus vorstellt, eine Wiederholung des Bildes im Louvre. Zur 
Zeit Napoleons zierte diese Darstellung das (Zentral-Museum in 
Paris. In dieser Gallerie ist auch ein Gemälde, welches ehedem 
in dem Versainnilungssaale der Confraternita di S. Giovanni in 
Venedig war. Es stellt in der Mitte den Evangelisten Johannes 
in Betrachtung des geölfneten Himmels dar._ Zehn Engelsköpfe 
und die Symbole der Evangelisten umgeben die Hauptfigur. 
 In der Sammlung des Sign. Cambiasi befindet sich eine liegende 
Venus, eine der reizendsten nackten Figuren. des Meisters. Amor 
schläft neben ihr. 
Das Turiner Galleriewerk erschien unter dem Titel: La B. Gal- 
leria di Torino. Illust, da Rob. d'Azeglio. Torino 1856 B". gr. fbl. 
Udine; 
Im Sehlosse des Grafen Giulio Spilimbergo ist das Bildniss 
der Irene de Spilimbergo, der Schülerin Tizian's, liniestiick an 
einer Siiule, mit landschaftlicher Aussicht. L. Dolce fordert in 
einem Sunnette (Rime di- diversi etc.) den Tizian auf, das Bildniss 
dieser jun en Dame zu malen. G. Liruti sagt in seiner den Me- 
morie dei litterati friulane beigedruckten Biographie Tizian's, dass 
von diesem Künstler in Friaul viele Werke seyen, was auf einem 
Irrthum beruht, welchen Morelli und Ticozzi gerügt haben. An. 
dere erklärten den Tiziaii sogar als Haupt der Schule Friauls, 
während er nur dem Geburtsorte nach diesem Lande angehört. 
Venedig. 
Man kann den Koryphäen der venetianischen Schule, den 
unerreichten Coloristen, nur in Venedig kennen lernen. Hier 
sind seine grössten Gemälde hinsichtlich des materiellen Umfangs, 
hier seine reichsten und trefflichsten Compositioncn, hier dasjenige 
seiner Werke, was an Glanz und Harmonie der Farben alle an. 
dem übertrifft. Ja,_selbst wann er sich über die Sphäre des un- 
nachahmlichen Coloristen mit prosaischer Alltäglichkeit erhebt, wenn 
er edle Charaktere darstellt, und einen seelenvollen, tiefen Ausdruck 
in seine liöpfe legt, gleich Rafael und Francia, was leider nur 
zu selten der Fall ist, so sieht man auch dieses in Venedig, wig 
nicht leicht anderswo. Proben seines Wetteifers in der Weisezu 
malen, worin sein Zeitgenosse Michel Angele sich auszeichnete, 
hat gleichfalls nur Venedig aufzuweisen. Endlich finden sich hier 
in einem Palaste (Barbarigu) einige Werke, die er recht con amore 
in seiner bessten Zeit geschaffen, ausgezeichnet durch jene ihm 
eigeiitiiiimliche und einzige Fleischfarbe, welche durch die Zeig 
wenig, durch eine zerstiirende Reinigung nur in einzelnen Thei. 
leu gelitten haben. Auch ist beinahe von jedem seiner besstcn 
Schüler, deren Werke man in ihren Geburtsorten aufsuchen müsste. 
so viel Bedeutendes hier, dass man begreift, warum auswärts so 
vieles von ihnen für Tizian passirt. Ein Aufsatz von Schon; im 
Iiunstblatt 1835 Nr. g: ff. ist hierüber besonders wichtig. 
In Venedig hält man allgemein für Tiziank besstes Werk da- 
selbst, ja wohl fiir sein besstes überhaupt, die Himmelfahrt Mariä, 
ehemals auf dem Hauptaltare der Kirche St. Maria gloriosa dei 
Frari, jetzt die Zierde der k. Akademie in der Sala delle pubbli-
        

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