Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1818903
Vecellio , 
Tiziano. 
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Leider ist dieses Bild durch alte Retouchen entstellt. Im Belve- 
dere befindet sich ein anderes Exemplar. 
Die Grablegung, schöne und poetische Composition, von ei- 
ner tiefen Leidenschaft in den edlen Köpfen, einer strengen Durch- 
bildung aller Tlieile, welche für Giorgionäs Einfluss spricht. Der 
tiele bräunliche Goldton, und die sorgfältige Vollendung deutet 
auf eine etwas spätere Zeit, als jene, in welcher das obige Bild 
vollendet wurde. Dieses Bild kam aus der Mantuanischen Samm- 
lung injene Carl I. von England, und Jabach kaufte es für Lud- 
wi XIV. In der Gallerie Manfriu zuVenedig ist ein friiher ge- 
mdltes Exemplar. 
Die Dornenkrönung, mit dem Namen des Biinstlers. Eine 
eben so unwürdige und verletzende Vorstellung, als die des vorigen 
Bildes würdig und wohlthätig ist. Die Dornenkrone wird mit 
rossen Stäben so gewaltsam dem Haupte Christi aufgedrückt, dass 
der ganze Körper auf eine unschöne Weise seitwärts gebogen wird, 
und Charakter und Ausdruck in Christus sind so wenig edel, dass 
man einen misshandelten Missethäter zu sehen glaubt. In allen 
anderen Theilen verdient aber das Bild die griisste Bewunderung. 
Ehedem in der Kirche delle Grazie zu Mailand. 
Christus und die beiden Jünger in Emaus, dabei ein aufwar- 
tender- Knabe. für eine Iiirche bei den Pregadi gemalt, und durch 
Jabaeh aus der Sammlung Carl I. erworben. Ohne erade sehr 
ansprechend und bedeutend, sind die Charaktere doch angemes- 
sen. Mit Ausnahme des, noch in einem gemiissigt goldenen Tone 
gehaltenen Kopfes Christi, zeigen der dunkle Ton in allen Thei- 
leu, die vernachlässigten Hände, die spätere Zeit des Meisters. 
Der Jünger zur Rechten des Heilandes soll Carl V.. jener zur 
Linken den Cardinal Ximenes, und der Page den Iiönig Philipp II. 
vorstellen. 
Jupiter als Satyr, welcher das Gewand der in einer grossen 
Landschaft schlafenden Antiope aufhebt. Von einem Baume ge- 
trennt bemerkt man eine Gespielin mit dem Satyr im Gespräch. 
1m Mittelgrunde ist eine Hirschjagd. Dieses Bild, wahrscheinlich 
für Philipp II. gemalt, war in Spanien unter dem Namen der nVe- 
nus del Prado-ß sehr berühmt. Später schenkte es Philipp IV. dem 
Prinzen von Wales, dem nachherigen Könige Carl l., und dann 
erhielt es Ludwig XIV. Bel dem Brande des Louvre 1661 be- 
schädiget, wurde das Bild zu scharf geputzt und restaurirt, bis 
endlich Ant. Cuypel es herstellte. Neuerdings wurden die Retou- 
chen heruntergenommen und durch andere ersetzt. Die Land- 
schaft, vielleicht die grossartigste und schönste, welche von Ti- 
zian existirt, hat noch immer von dem tiefen, satten, harmoni- 
schen Ton viel behalten; ja selbst die feinen Formen der Antiupe 
haben ihre Rundung, ihren warmen klaren Ten 110611 nicht ein- 
ßbiisst. ' 
g Die erste Sitzung des Tridentinischen Coneiliums am 15, De- 
cemb. 1555. Diese in einem glühenden Ton colorirte Skizze isz 
mehr als Curiosum, denn als Kunstwerk wichtig. 
Die hl. Familie in einer schönen Landschaft mit Johannes, 
welcher dein Qhristkinde ein Lamm bringt. Dieses Bild erklärt 
Waagen fur eine schöne alte Schuleopie. Das Exemplar aus" der 
Gallerie Orleans, welches der genannte Schriftsteller bei Hrn. 
William Wilhins in London sah, ist vorzüglicher. 
Die heil. Familie mit St. Agnes , ein in der Färbung vorzüg- 
liches, in allen anderen Theilen ziemliehschwaclies Gemälde, er- 
klärt Waagen ebenfalls als Schulbild.
        

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