Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1818811
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Vecellio , 
Tmiauo. 
jetzt im Museum zu Madrid. Der Herzog bezahlte für jedes die. 
Ier Bilder 50,000 Fr. 
In der Sammlung des Poeten Rogers zu London ist ein herr. 
liehes Bild, welches aus dem Hanse Muselli zu Verona in die 
Gallerie Orleans kam. Es stellt Christus vor, wie er der Magda. 
lena erscheint. Der klare helle Goldton des Fleisches, die sorg. 
same Ausfiihrun , die feine Empfindung in dem leidenschaftlichen 
Verlangen der lsnieenden Magdalena, den Herrn zu berühren, 
und in dem ruhigen würdigen Abwehnen des Hcilandes, sprechen 
für die frühere Zeit des Meisters. Die Landschaft beweist, wie 
friih Tizian darin schon zu ausserorcleutlicher Meisterschaft ge. 
langt war, und bestättiget, tlass er der erste ist,_ welchem diese 
Gattung ihre höhere Ausbildung verdankt. Die Figuren zind un. 
gefiihr ein Drittel lehensgrusi. 
Hr. Rogers besitzt auch die ausgeführte Skizze zilr Gloria d; 
Titiano, welche wir unter den Bildern in Spanien erwähnt haben, 
Ini Hause des Herzogs von Northumberland ist das berühmte 
Bild der Familie Cornaro. Das Haupt derselben kniet vor dem 
Altare mit der Hostie, und wendet sich etwas nach dem hinter 
ihm knieenden etwas jüngerem Manne. Hinter diesem kniet ein 
junger Mann, und mehr unterwiirts erscheinen drei Knaben, 
welchen eben su viele auf der anderen Seite entsprechen, lauter 
lebensgrusse Figuren. Dieses Bild ist seines grossen Rufes wüh 
dig. Es stammt aus Tizian's mittlerer Zeit; die Ausführung ist 
sehr ileissig, die Farben sind klar, besonders das im hellen Gold- 
tun gehaltene Fleisch. Leider hat dieses Meisterwerk nicht unbc. 
deutend gelitten; so die rechte Hand des Alten und die eine Hand 
des Knaben links. 
lm Fitzwilliam-Museum zu Cambridge ist das Bild der Für. 
stin von Eboli als Venus , und dabei Philipp II. mit der Cithen 
Der Viscount Fitzwilliam kaufte dieses Bild aus der Gallerie 0;. 
Ieans um 1000 Pf. Es ist diess_iiach Waagen das Original der 
sogenannten 'l'izianischen Venus in Dresden. Der weibliche Kör- 
per verbindet mit grosser Klarheit jenen warmen, gesättigten Gold- 
tun, welcher für Tizian so charakteristisch ist, während auf dem 
Dresdener Bilde ein ihm fremder, etwas kalt röthlicher Localtqn 
vorherrscht. Ob darunter die PrinzessinEboli abäebildet ist, bleibt 
dahin gestellt, Auch der Citherspieler sieht dem iönige Philipp II, 
nicht gleich. 
Sir Abraham I-Iume in London besitzt 5 Bilder von Tizian, 
Darunter ist die halbe Figur der Magdalena in schöner Land. 
aehaft, eine andere Composition, von feinerem, edlerem Charak. 
ter des Kopfes, als die, welcher man in so vielen Exemplaren be. 
gegnet. Dassehr fleisisig in klarem Goldton vollendete Bild den- 
tet auf die frühere Zeit des Meisters. Verrnuthlich stammt es au, 
der Gallerie Orleans. Ein zweites Gemälde stellt den kreuztragen- 
den Christus das, edel und grandios im Charakter, von tiefem, 
warmen Ton. Ein drittes Bild stammt aus der Gallerie Orleans, 
Diana vorstelleiid, wie sie, ihren Pfeil auf Aktäon abschiesst, der 
in der Verwandlung von seinen Hunden angefallen wird. Die 
sehr schlanke Göttin ist etwa f lebensgross. Die breite, fast freche 
Behandlung, die dunklen Schatten zeugen für Tizian's spätere 
Zeit. Dann ist da auch das Bildniss des Andrea Navagero, G9- 
sandten der Republik Venedig am Hofe Franz I. Ferner eines der 
Iriaiserbildnisse aus Mantua, jenes des Qtto, meisterlich im satten, 
glühenden Goldton gemalt und trcPHich erhalten.
        

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