Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1818780
Veceliio , 
Tiziano. 
S09 
am Saume des Kleides des Pharisaers der Name des Meisters stehe, 
was auch mit dem Original in Dresden der Fall ist. Daselbst ist 
auch eine Copie von Flam. Torre. 
Auch in der Sammlung des Marschal Soult zu Parisist ein Bild 
des Heilandes mit dem Zinsgroschcn. 
Die Familie des Herzogs Alfonso I. von Ferrara vor der heil. 
Junglrau. Alfons legt seine Linke auf den Arm der Gattin, der 
schönen blonden Giftmischerin Lucrezia, die im weissseidenen Ge- 
wande die Hände faltet. Zwischen ihr und der heiligen Gruppe 
steht der kleine Prinz (Herkules  Das Jesuskind hat ein Vö- 
gelchcn auf der Schulter, und blickt mit Unwillen die Heuchler 
an, und auch Joseph wendet mit Verachtung den Blick nach 
der Herzogin. Tizian hat hier gewiss seine Gemüthsstimmung zur 
Darstellung gebracht. welche aber die Betheiligten nicht bezau- 
bert haben mag. Lebensgrosses Iiniestiick. 
Die Gesegnete vor der heil. Jungfrau, welche mit Johannes 
das Iiind auf dem Knie hält. Die junge schöne Frau in Mutter- 
hoffnung steht in weissem Atlasgewande mit Bändern in den Haar- 
flechten in Deinuth da, begleitet von den Schutzheiligen ihres 
Hauses, Hieronymus und Paulus. Maria und das göttliche Iiind 
neigen sich mit schmerzlich süsser Theilnahme entgegen, während 
sie im obigen Bilde Verwerfen der heuchelndeu Siinde ausdrücken. 
Die Gesegnete ist Alfonso's erste Gattin, deren Dascyn Lucrezia 
vergiftete. Itniestiick in Lebensgrösse. 
Die Venus von Tizian, wahre Verklärung des Fleisches. Die 
schöne Gestalt ruht mit der Flöte in der Hand auf dem weissen 
Lager im Schatten eines rothen Vorhanges, und ein Liebesgott 
krönt ihr blondes Haupt mit Blumen. Zu ihren Fiissen sitzt ein 
junger Mann in spanischer Tracht, mit dem Lautenspicl beschäf 
tiget. Dieses Bild ist bezaubernd, dennoch soll das Ori inal je. 
nes im Fitzwilliam-Museum zu Cambridge seyn. Hirt (lgunstbe- 
merkungen etc. 1850) erklärt das Dresdner Bild nicht für Ti- 
zian's Werk. Die grünlichen 'I'inten sind ihm auffallend. Er glaubt 
es stamme aus einer Zeit, wo das Akademieweseu im Schwunge 
war, und man convcntionelle Regeln erfunden hat'e, weil das an- 
geborne Darstellungsvermiigen erschlafft war. Hirt geht in seiner 
Beurtheilung sicher zu weit vom Ziele, _während sich J. Mosen 
(Die Dresdner Gallerie, 1844) zu sehr hinreissen lässt. Die Für- 
stin Eboli und Philipp II. von Spanien hält man für die Darge- 
stellten. Ganze Figuren in Lebensgrösse. 
Die Venus auf dem Buhebette sitzend, wie ihr Amor den 
Spiegel vorhält. Die schöne Frau ist bis an die Hüften cnlklei- 
det, und ein mit Pelzwerk gefiittertes rothes Gewand bedekt ihren 
Schooss. Ganze Figuren. 
Ein anderes Bild der Venus, erst seit 1847 in der Gallei-ie. 
Mehr als hundert Jahre zurückgestellt, zog es Professor Mauhäi 
ans Licht, und reinigte es.  
England. 
In England waren von jeher viele Bilder dieses Meisters. Hö- 
nig Carl I. hatte eine Sammlung ausgezeichneter Werke, und da- 
runter gegen 50 Gemälde von Tiziain Dr. Waagen, liungtwerliß 
und liünsiler in England l. 457 H. gibt ein Verzeichniss der Bil- 
der des Königs. und zählt von 'l'izian allein 45 auf. Die Galle- 
rie des Königs wurdenach dessen Tode zerstreut, und somit sind 
"am; diegejiilder theils in anderen Gallerien, theils verschollen. 
lJiess ist grösstentheils mit den 12 ersten römischen Iiaisern der
        

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