Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1818717
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Vecellio , 
Tiziano. 
nnverbiirgten Angabe in Innsbruck mit seinerßeniahlin und ihren 
sieben Prinzessinen gemalt haben soll. Tizian durfte eher in Augs- 
burg Gelegenheit gefunden haben. den Honig zu malen. Dann 
bedienten sich auch die Fugger seiner Kunst, und diese belohnten 
ihn dafür mit 5000 lironen. Im Fuggerschen Hause am Weinmarhte 
soll das sogenannte Badzimmer des Kaisers Carl V. vnnTizian in 
Fresco ausgemalt seyn. Der Baron von Seida besaSs T1zian's Bild. 
niss der Margaretha Weiser, der gelehrten Gemahlin des Conrad 
Peutinger, Man laubt auch, dass er die schone Philippxnewel- 
ser heimlich gemalt habe. Im Jahre 1550 wurde sie nämlich mit dem 
Erzherzog Ferdinand getraut. In der Ainbraser Sammlung zu Wien 
ist ein Bildniss der Philippine, aber angeblich Copie. In Hell's 
Penelope 1828 Sind die Bildnisse beider Damen gestochen. A]; 
Gehiilfe stand in Augsburg Orazio Vecellio dem Meister zur Seite, 
welcher ebenfalls ein trefflicher Bildnissmaler war. Das Patent, 
des Kaisers, Augsburg den 10, Mai 15138 dann, 815i Gaye NF- 25g 
im Abdruck. 
 von Augsburg aus "begab sich der Künstler wieder nach V0. 
nedlg, wo er zu den Zierden der Stadtgehurte, und von Fursten 
und "Königen besucht wurde. Nur bei CuSmuS I. von Toscann 
stand er nicht sehr in Gnaden, weil Vasari sagt, dieser habe sich 
nicht von Tizian wollen malen lassen. Allein gerade in Florenz 
hatte Vasari den Sinn für wahre Iiunst erstickt, und eine Parforce. 
Malerei eingeführt, welche 'I'izian missbilligte. Er blieb aber in 
Florenz nicht unbekannt, wie die Werbe beweisen. welche seit 
allen Tagen daselhst sich von ihm finden. Wenn ihn nun auch 
Cosmus weniger ehrte, so stand er in so griisserem Ansehen bei 
Iiaiser Carl V., bei Philipp II. von Spanien, bei der Iiünigin War-in 
von England, bei Heinrich III. von Frankreich und bei Vielen 
anderen lFiirsten, welche ihn mit Aufträgen überhäuften. Palo. 
minu behauptet, Tizian sei von 1548  1555 in Madrid gewesen, 
es scheint abcr nicht richtig zu seyn, da der liiinstler 1543 von 
Carl V. in Deutschland beschäftigct wurde. Gaye bringt aber ein 
Schreiben Philipp's II. an Tizian Vorl 156i bei, und ein Pq- 
tcnt desselben von 1571. Diese Daten scheinen die Zeit zu be- 
zeichnen, in welcher Tiziun für den spanischen Hof beschäftige; 
war. Er könnte indessen schon viel früher in Madrid gewesen 
seyn, da er Philipp II. als linaben malte, und auch als jun- 
gen Mann, dessen freundliche Züge nicht das finstere Wesen 
des späteren Tyrannen verrathen. Im Palast Corsini zu lium, und 
im Museum zu Madrid finden sich die Belege. Die letzten Jahre 
seines Lebens scheint der Iiünstler in Venedig zugebracht zu ha- 
ben, wo er in glänzenden Verhältnissen lebte. "Selbst Fürsten 
verschmähten es nicht, an der Tafel des Malers und kaiserlichen 
Ritters Tizian zu speisen, Bei dieser Gelegenheit fehlte es auch 
an geistigem Genusse nicht, denn der Meister selbst war eben 
so geistreich als liebenswürdig, und nie fehlte es an gelehrten 
und schöngeistigcn Freunden. Francescu Priscianese gibt in-einem 
Briefe, welcher einer lateinischen Grammatik beigefügt ist, Nach- 
richt über die heiteren Versammlungen, welche der Künstler in 
seinem Garten ausscrhalb der Stadt zu halten pflegte. Fast alle 
grossen Künstler waren seine Freunde, oder widmeten wenigstens 
ihrem Bunshetcranen volle Aufmerksamkeit, da selbst der finstere 
Michel Angele nicht umhin konnte, den Tizinn anzuerkennen, 
Doch konnte es 'l'izian xiichl. ganz ruhig hinnehmen , wenn sich 
ein Künstler den Schein geben wollte, als dürfe er sich auch dem 
Meister nähern. In Anwamllung der Eifersucht verfuhr [er nicht
        

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