Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1818685
Vecellio , 
Üziauo. 
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Bild des Heilandes mit dem Zinsgruschen, welcheslsich jetzt in Dres- 
den befindet. und bei Gelegenheit eines wiederholten Besuches am 
Hofe dieses Fürsten führte er für diesen Bacchanale aus, welche zu 
den schönsten Werken des lYIcisters gehören, und deren wir unter 
den Schätzen der Nat. Gall. in London nriher erwiiliiieii In Ferrara 
schloss er auch Freundschaft mit Ariosto, dessen Bildiiiss Tizian 
zu wiederholten Malen fertigte, wvofür ihn der Dichter verherrlichte. 
Im Jahre 1510 finden wir den Meister im Dogenpalaste mit 
einem grossen Werke beschäfiiget, welches die Schlacht von Spo- 
 leto vorstellte. Diese Darstellung sollte 149d Perugiiio malen, wel- 
cher aber den Contraht nicht eiiihielt, so dass das VVerlt nicht zu 
Stande kein. Tizian scheint sich dem grossen Rathe selbst allgg- 
tragen zu haben. ln_ neuester Zeit wurde niiiulich durch Abate 
Giuseppe CadorinfDei miei studj ncgli archivi. Venezia 1346, und 
liunstblatt 13d7, Nr. 65) ein Dokument bekannt, welches darüber 
historischen Aufschluss gibt. In einem Schreiben an den Dogen 
vom 15. Mai 1515 sagt Tizian, er wünsche sehr, dass man im 
Palaste ein Werk von seiner Hand und Kunst sehen inüge, und 
zwar eines, welches er bereits vor zwei Jahren begonnen habeU, 
und das schwierigste iui ganzen Saale seyn würde. Er verpflichtete 
sich. das Bild auf seine Husten auszuführen, und verlangte keine 
andere Vorausbezahlung, als zehn Dukaten für Farben, und drei, 
Unzen von dem Blau, welches damals im Salzamte zu Venedig 
lag (Ultrauiarin?). Auch verlangte er auf seine Rechnung vier Du- 
katen Mmiatslohn für den Gehülfen, welchem er aus seiner Börse 
einen anderen Dukaten zuzulegen versprach. Alle übrigen Kosten 
für das Gemälde wollte er tragen, wenn Se. Serenitiit ihm zusage, 
dass er nach Vollendung der Arbeit als Lohn die Hälfte von dem. 
erhalte, was einst dem Perugino versprochen ward, nämlich 400 
Dukaten, während dieser es nicht für 800 liefern wollte. Auch 
machte Tiziau noch die Bedingung, dass er seiner Zeit das ihm 
unterm 28. November 1514 voin llathe zugesicherte Miilileramt im 
Fondaco dei '1'edeschi erhalte. Dieser Antrag ward angenommen, 
jedoch mit einer Preisverminderung. Es wurden ihm unter dein 
 28- Jällßßf 1516 im liatlie der Pregacli statt 400 nur 500 Dukaten 
zugesichert, doch was er ausserdein verlangte, wurde iliin gewährt. 
Auch die Anwartschaft: auf das Miilsleraint wurde nicht umgangen. 
Das Werk des grossen Meisters von Cadore ging bei dem Brande 
des Palastes 1577 zu Grundei Francesco Sansovino, Tizian's Freund, 
und Carlo liidulfi haben es beschrieben. Letzterer irrt aber, iii- 
deui er in der Schlacht von Spoleto den liainpf bei Cndore voin 
Jahre 1508 zwischen den Venezianern und dein Heere des Kaisers 
Maximilian sieht. So ist auch Vasari iiii Irrthum, der als Gegen- 
stand des Bildes die Schlacht voii Ghiaradntlda (Aguadcll bezeich- 
net, in welcher König Ludwig XII. die Venezianer 1509 auf's Haupt 
schlug, worin die Republik gerade keine Glorie gesehen häitte, 
während die Bilder iiii Saale den Ruhm derselben feiern mussten. 
Selbst Vasari sah sich hingerissen, und nannte ldas Bild: la piu 
stupenda pittura del luogho, und auch andere Neider verstummten, 
welche den Tizian bis dahin nur als Portraitmaler gelten lassen wollten. 
Nach Vollendung dieses Werkes malte Tizian für [Kirchen und 
Sammlungen, und namentlich auch Portraite in sprechender Le- 
benswahrlieit. die aber jetzt überall liin zerstreut sind. Im Jahre 
1550 begab sich der Künstler im Auftrage des Cardinals lppolito 
de Medici nach Bologna, wo damals Kaiser Carl V. verweilte. 
Papst Cleinens VII. Wollte das BildnisS dieses Monarchen haben. und 
Tizian stellte ihn hier zum ersten Male dar. Der Iiaiser überhäufte 
 Die Skizze in der fiorentinisclien Gallerie? 
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